Swiss Magazine spürt Gegenwind

Magazine Die Swiss kommt nicht aus den Turbulenzen heraus. Das wirkt sich auf deren Kundenzeitschrift aus.

Magazine Die Swiss kommt nicht aus den Turbulenzen heraus. Das wirkt sich auf deren Kundenzeitschrift aus.«Swiss steigert Auslastung», «Swiss-Jets besser gefüllt»: So lauteten die Headlines über die Swiss-Passagierstatistik im ersten Quartal 2004. Die Meldungen sind auch für das Swiss Magazine, die Inflight-Zeitschrift der Schweizer Airline, positiv. Denn die Hefte in den Swiss-Sitztaschen werden intensiver als zuvor genutzt.Dennoch sinkt das Reichweitenpotenzial des zehnmal jährlich erscheinenden Magazins. Letztes Jahr beförderte die Swiss 10,7 Millionen Passagiere, dieses Jahr dürften es gegen 1,5 Millionen weniger sein. Schon das erste Quartal lag mit 2,1 Millionen um 19 Prozent unter der Periode des Vorjahres. Der Grund: Die bessere Swiss-Auslastung kam primär über Flottenabbau und Streckenstreichungen zu Stande. Folgerichtig erfuhr die Auflage des Swiss Magazine eine Reduktion, und zwar um 23 Prozent (siehe rechts unten).
Zurückhaltende Anzeigenkunden
«2004 nahm der Gegenwind noch einmal zu», sagt Marcel Wernli mit Blick auf die sinkenden Passagierzahlen, die Wirtschaftslage und auf die Untersuchung gegen Ex-Swiss-Chef André Dosé. Wernli ist Geschäftsführer und Inhaber von Swiss Inflight Media (SIM), einer Agentur in Basel, die exklusiv das Swiss Magazine und das gesamte übrige
Inflightmedia-Angebot der Swiss vermarktet. Trotz Swiss-Turbulenzen spürt Wernli aber keine Ablehnung der Kunden gegenüber der Swiss oder deren Magazin. «Sie sind nicht negativ, aber vorsichtiger. Langfristige Inseratebuchungen haben abgenommen», sagt er.
Dennoch sieht Wernli einen Schimmer am Horizont: Sollte sich im zweiten Halbjahr der Werbemarkt erholen, die Mitgliedschaft der Swiss bei One World klären, die Diskussionen um den Kredit für die Airline zu Ende gehen und sich keine neuen Turbulenzen einstellen, «dann sind wir zuversichtlich».
Immerhin, 2003 war gemäss Wernli «wider Erwarten ein sehr gutes Jahr. Die Swiss war mit ihrem Magazin profitabel.» Tatsächlich hatte SIM vor einem Jahr noch mit roten Zahlen gerechnet. «Wir hatten sehr viele internationale Kampagnen und profitierten davon, dass Schweizer Firmen relativ viel im Ausland machen», begründet Wernli das positive Ergebnis. Das Anzeigenvolumen 2003 des Heftes beziffert er mit 260 Seiten. «Eine
höhere Wertschöpfung» brachten auch vierseitige Publireportagen, die letztes Jahr erstmals eingeführt wurden. Dieses Jahr rechnet Wernli allerdings nur mit einem «knapp profitablen» Resultat.
Anpassungen an Swiss-Wandel
Der Bereich Ambient-Media an Bord der Swiss, der bei SIM ungefähr 40 Prozent des Bruttoumsatzes ausmacht, steht derzeit vor einer Neuorientierung. Nur schon weil das Essen an Bord der Swiss nicht mehr kostenlos ist, muss SIM das Angebot entsprechend anpassen. Ein weiterer Grund sind gestrichene Destinationen. «Dies wird in diesem Bereich
zu Preisreduktionen führen», sagt Wernli. Im Gegenzug will er aber Ambient-Media künftig flexibler und besser nach Zielgruppen (Economy, Business, First Class) sowie nach europäischen und internationalen Flügen ausrichten.
Sinkende Auflage, stärkerer ApplausBeim Start vor zwei Jahren betrug die Auflage des Swiss Magazine 120000 Exemplare (Doppelnummer: 160000 Exemplare). Vor einem Jahr wurde sie auf 130000 beziehungsweise 180000 Exemplare gesteigert.
Seit Anfang 2004 werden nur noch 100000/130000 Exemplare gedruckt. Die Auflage ist nicht Wemf-beglaubigt und erscheint auch nicht in der Mach-Basic.
Das zweisprachige Magazin (deutsch/ englisch) nimmt aber an der European Media Study (EMS) teil, die alle zwei Jahre durchgeführt wird. Die Studie 2002 wies für das Swiss Magazine auf den Europa-Flügen 290000 Leser und auf internationalen Verbindungen 110000 Leser aus. Die Lesedauer beträgt durchschnittlich 26 Minuten. Das Swiss Magazine ist zudem Preisträger des Wettbewerbs Best of Corporate
Publishing 2003: In der Branchengruppe Tourismus und Lifestyle wurde es zum besten deutschsprachigen Kundenmagazin erkoren. Eine vierfarbige Anzeigenseite kostet derzeit brutto 23000 Franken. (mk)
Neuer Chef bei der Swiss Inflight MediaRoger D. Müller, der bisherige Geschäftsführer von Swiss Inflight Media (SIM), hat das Unternehmen per 16. April verlassen, um sich beruflich neu zu orientieren. Deshalb hat nun SIM-Alleininhaber Marcel Wernli (Bild) die Leitung übernommen. Neu im SIM-Akquisitionsteam ist auch Hans Maurer, Ex-Crossair-Verkaufsleiter. Eine weitere Person wird noch gesucht.
Neben der SIM besitzt Marcel Wernli die Inflight Media Marketing AG (IMM) mit Sitz in Basel, die rund 60 Airline-Magazine exklusiv in der Schweiz vertritt. Zu den Kunden gehören unter anderen die Magazine von Lufthansa, KLM, Air France, Indian Airlines, Japan Airlines, Singapore Airlines, Egypt Air, American Airlines und Air Canada. (mk)
Vorzeigeobjekt: Das Inflight-Magazin von Swiss gilt als Primus der Branche.
Markus Knöpfli

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