Schon radikal genug?
Daniel Schifferle über die Lust der Verlage, ihre Zeitungen neu zu erfinden.
Daniel Schifferle über die Lust der Verlage, ihre Zeitungen neu zu erfinden.
Das schönste Kompliment bekommt das Neukonzept der Basler Zeitung (BaZ) vom Regierungsrat ihres Stadtkantons. Aber nicht, weil er des Lobes voll wäre über den mutigen Relaunch (siehe Seite 14). Nein, die Behörden haben den Zeitungsmachern ihre Besorgnis kundgetan bezüglich des schärferen Kurses, den das bislang brave Blatt ab dem 4. September fahren wird. Die BaZ will weg vom Verlautbarungsjournalismus und unterstreicht dies mit der Installierung eines Rechercheteams, das künftig auf Samthandschuhe verzichten soll. Dass die Regierung dies als Bedrohung empfindet, ist nur eine Bestätigung für die seriöse Art, mit der die Basler Mediengruppe den Relaunch angepackt hat.
Einen vergleichbar kompromisslosen Weg haben auch andere Schweizer Printmedien mit Neukonzepten bereits eingeschlagen. Diese Woche der Blick, nur kurze Zeit vorher die Berner Zeitung sowie – ebenfalls in diesem Frühjahr – die Aargauer Zeitung und Facts. Auch sie gehen weit über das hinaus, was Printmedien bis dato unter einem Relaunch verstanden hatten. Mutigere und kreativere Zeitungen, aber vor allem nutzergerechtere Blätter wachsen heran.
Mit diesen lobenswerten Schritten ist aber die dringend nötige Suche nach der Zeitung, welche den Bedürfnissen und Lesegewohnheiten der heutigen Mediennutzer besser gerecht wird, nicht abgeschlossen. Der Tages-Anzeiger, dessen jüngster Relaunch erst zweieinhalb Monate zurückliegt, hat bereits die nächste und noch radikalere Runde eingeläutet. Schon 2005, wenn die neuen Druckmaschinen durchgehenden Vierfarbendruck ermöglichen, will er sein Publikum damit überraschen.
Dabei geht es um viel mehr als nur um eine weitere optische Aufwertung. Der Tages-Anzeiger macht sich daran, die Zeitung neu zu erfinden. Inhalte kommen grundsätzlich auf den Prüfstand. Radikal neues Denken wird von den unorthodox zusammengesetzten Konzeptgruppen verlangt. Es geht um die Frage, für welche Art von Zeitung das Publikum in der Zukunft noch bereit sein wird zu bezahlen. Wir warten mit Hochspannung auf die neuen Ideen.
> Daniel Schifferle, Ressorleiter Media & Medien
Das schönste Kompliment bekommt das Neukonzept der Basler Zeitung (BaZ) vom Regierungsrat ihres Stadtkantons. Aber nicht, weil er des Lobes voll wäre über den mutigen Relaunch (siehe Seite 14). Nein, die Behörden haben den Zeitungsmachern ihre Besorgnis kundgetan bezüglich des schärferen Kurses, den das bislang brave Blatt ab dem 4. September fahren wird. Die BaZ will weg vom Verlautbarungsjournalismus und unterstreicht dies mit der Installierung eines Rechercheteams, das künftig auf Samthandschuhe verzichten soll. Dass die Regierung dies als Bedrohung empfindet, ist nur eine Bestätigung für die seriöse Art, mit der die Basler Mediengruppe den Relaunch angepackt hat.
Einen vergleichbar kompromisslosen Weg haben auch andere Schweizer Printmedien mit Neukonzepten bereits eingeschlagen. Diese Woche der Blick, nur kurze Zeit vorher die Berner Zeitung sowie – ebenfalls in diesem Frühjahr – die Aargauer Zeitung und Facts. Auch sie gehen weit über das hinaus, was Printmedien bis dato unter einem Relaunch verstanden hatten. Mutigere und kreativere Zeitungen, aber vor allem nutzergerechtere Blätter wachsen heran.
Mit diesen lobenswerten Schritten ist aber die dringend nötige Suche nach der Zeitung, welche den Bedürfnissen und Lesegewohnheiten der heutigen Mediennutzer besser gerecht wird, nicht abgeschlossen. Der Tages-Anzeiger, dessen jüngster Relaunch erst zweieinhalb Monate zurückliegt, hat bereits die nächste und noch radikalere Runde eingeläutet. Schon 2005, wenn die neuen Druckmaschinen durchgehenden Vierfarbendruck ermöglichen, will er sein Publikum damit überraschen.
Dabei geht es um viel mehr als nur um eine weitere optische Aufwertung. Der Tages-Anzeiger macht sich daran, die Zeitung neu zu erfinden. Inhalte kommen grundsätzlich auf den Prüfstand. Radikal neues Denken wird von den unorthodox zusammengesetzten Konzeptgruppen verlangt. Es geht um die Frage, für welche Art von Zeitung das Publikum in der Zukunft noch bereit sein wird zu bezahlen. Wir warten mit Hochspannung auf die neuen Ideen.
> Daniel Schifferle, Ressorleiter Media & Medien
