Alt, älter, am erfahrensten
Gesellschaft Matter & Partner will im Auftrag der Stadt Zürich Jung und Alt wieder näher zusammenbringen.
Gesellschaft Matter & Partner will im Auftrag der Stadt Zürich Jung und Alt wieder näher zusammenbringen.Der Legislaturschwerpunkt des Stadtzürcher Parlaments heisst in diesem Jahr «Jugendstadt – Altersstadt». In dieser gesellschaftlichen Diskussion soll die Imageverbesserung der Senioren einen wichtigen Platz einnehmen. Ein Ansatz, der nun das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich dazu bewogen hat, ein stärkeres Bewusstsein für die beiden Bevölkerungsgruppen Jung und Alt zu schaffen. Neben einer besseren Integration der Alten sollen im Auftrag der Politik auch generationenverbindende Projekte gefördert werden – wie zum Beispiel Seniorinnen und Senioren als Fachleute in den Schulen oder gemeinsam produzierte Videoprojekte von jungen und älteren Interessierten.
Um Stimmung für all diese Ideen zu machen, läuft in der Stadt zurzeit eine Aktion, die von Matter & Partner konzipiert und realisiert worden ist. Die Kampagne «Wer weiss mehr … ?» will der Bevölkerung die älteren Menschen mit Plakaten und TV-Spots näher bringen.
«Ältere Menschen werden bei uns oft nur anhand ihrer Defizite wahrgenommen», meinte der Zürcher Gesundheitsvorstand Robert Neukomm anlässlich der Präsentation der neuen Kampagne. In dieser sollen die Senioren für einmal in einem anderen Licht dargestellt werden: Sie sind selbstbewusst, fröhlich und vor allem eine Bereicherung für die Gesellschaft. «Das Alter taucht in der Politik oft nur als Kostenfaktor auf, und der Mensch wird allzu oft auf seine Rentabilität reduziert», erklärte rund um die Kampagne auch Sozialvorsteherin Monika Stocker.
Aus diesem Grund stellt die Imagekampagne dem Stereotyp des einsamen, gebrechlichen und fremdbestimmten Alten den lebensfreudigen, in Würde gereiften und damit auch erfahrenen alten Menschen entgegen.
Mehr wissen – sogar über Sex
«Wer weiss mehr über Sex als eine 93-Jährige?», wird mit Plakaten und Tramhängern auf die Erfahrung einer Seniorin verwiesen, um dann zum Schluss zu kommen: «Sprich mit einem alten Menschen. Es lohnt sich.»
Zwar hat die auf diesem Plakat abgebildete Seniorin Gertrud bei der Einwilligung zu diesem Text selber daran gezweifelt, ob die
Jungen heute nicht vielleicht doch mehr von diesen zwischenmenschlichen Aktivitäten verstehen. Tatsächlich wirkt die Schlagzeile ein bisschen allzu treuherzig gemeint, wenn man bedenkt, dass die 93-Jährige zum Beispiel die Erfindung der Pille inklusive all ihrer Nebenwirkungen nur noch als beobachtende Grossmutter mitbekommen hat.
Die auf dem Plakat provokativ wirkende Aussage «Wer weiss mehr über Sex?» wird aber im TV-Spot sympathisch relativiert, wenn ein 79-Jähriger von seinen ersten Liebeserfahrungen bei einem harmlosen und verstohlenen Techtelmechtel auf dem Chäferberg erzählt. «Es ist einfach mehr aufs Praktische hinausgelaufen.» Im zweiten Spot erinnert sich eine Seniorin an alte Frisuren und schon längst vergessene Streitereien. Die zwei amüsanten und einfühlsamen TV-Spots aus der Kreation von Daniel Matter und Philipp Skrabal werden auf TeleZüri ausgestrahlt.
Nebst den fünf in ganz Zürich präsenten Plakatsujets hängt ein weiteres als Megaposter am Baugerüst des Fraumünsters. Dieses bringt den Reichtum des Altseins tatsächlich auf den Punkt: «Wer weiss mehr über das Leben als eine 96-Jährige?»
Alle Modelle für die Spots und Plakate stammen aus städtischen Altersheimen. Die Fotos und Filme sind von Serge Hoeltschi geschaffen worden, der auch schon mit seinem engagierten Spot für das Blindenwohnheim Mühlhalde aufgefallen ist.
Mehrwisser: Imagepflege für die Senioren.
Andreas Panzeri
Um Stimmung für all diese Ideen zu machen, läuft in der Stadt zurzeit eine Aktion, die von Matter & Partner konzipiert und realisiert worden ist. Die Kampagne «Wer weiss mehr … ?» will der Bevölkerung die älteren Menschen mit Plakaten und TV-Spots näher bringen.
«Ältere Menschen werden bei uns oft nur anhand ihrer Defizite wahrgenommen», meinte der Zürcher Gesundheitsvorstand Robert Neukomm anlässlich der Präsentation der neuen Kampagne. In dieser sollen die Senioren für einmal in einem anderen Licht dargestellt werden: Sie sind selbstbewusst, fröhlich und vor allem eine Bereicherung für die Gesellschaft. «Das Alter taucht in der Politik oft nur als Kostenfaktor auf, und der Mensch wird allzu oft auf seine Rentabilität reduziert», erklärte rund um die Kampagne auch Sozialvorsteherin Monika Stocker.
Aus diesem Grund stellt die Imagekampagne dem Stereotyp des einsamen, gebrechlichen und fremdbestimmten Alten den lebensfreudigen, in Würde gereiften und damit auch erfahrenen alten Menschen entgegen.
Mehr wissen – sogar über Sex
«Wer weiss mehr über Sex als eine 93-Jährige?», wird mit Plakaten und Tramhängern auf die Erfahrung einer Seniorin verwiesen, um dann zum Schluss zu kommen: «Sprich mit einem alten Menschen. Es lohnt sich.»
Zwar hat die auf diesem Plakat abgebildete Seniorin Gertrud bei der Einwilligung zu diesem Text selber daran gezweifelt, ob die
Jungen heute nicht vielleicht doch mehr von diesen zwischenmenschlichen Aktivitäten verstehen. Tatsächlich wirkt die Schlagzeile ein bisschen allzu treuherzig gemeint, wenn man bedenkt, dass die 93-Jährige zum Beispiel die Erfindung der Pille inklusive all ihrer Nebenwirkungen nur noch als beobachtende Grossmutter mitbekommen hat.
Die auf dem Plakat provokativ wirkende Aussage «Wer weiss mehr über Sex?» wird aber im TV-Spot sympathisch relativiert, wenn ein 79-Jähriger von seinen ersten Liebeserfahrungen bei einem harmlosen und verstohlenen Techtelmechtel auf dem Chäferberg erzählt. «Es ist einfach mehr aufs Praktische hinausgelaufen.» Im zweiten Spot erinnert sich eine Seniorin an alte Frisuren und schon längst vergessene Streitereien. Die zwei amüsanten und einfühlsamen TV-Spots aus der Kreation von Daniel Matter und Philipp Skrabal werden auf TeleZüri ausgestrahlt.
Nebst den fünf in ganz Zürich präsenten Plakatsujets hängt ein weiteres als Megaposter am Baugerüst des Fraumünsters. Dieses bringt den Reichtum des Altseins tatsächlich auf den Punkt: «Wer weiss mehr über das Leben als eine 96-Jährige?»
Alle Modelle für die Spots und Plakate stammen aus städtischen Altersheimen. Die Fotos und Filme sind von Serge Hoeltschi geschaffen worden, der auch schon mit seinem engagierten Spot für das Blindenwohnheim Mühlhalde aufgefallen ist.
Mehrwisser: Imagepflege für die Senioren.
Andreas Panzeri
