Partner der platonischen Art
Crossmedia «Kassensturz» und «Puls» wenden sich von Saldo ab und dem K-Tipp und der Schweizer Familie zu. Werbepakete sind nicht vorgesehen.
Crossmedia «Kassensturz» und «Puls» wenden sich von Saldo ab und dem K-Tipp und der Schweizer Familie zu. Werbepakete sind nicht vorgesehen.Die 800000 wöchentlichen «Kassensturz»-Zuschauer werden künftig mit den 1,1 Millionen K-Tipp-Lesern verlinkt, die durchschnittlich 32,3 Prozent Marktanteil der Sendung Puls mit den 707000 Lesern der Schweizer Familie (SF). Wer sich nun aber erhofft hat, dass an-gesichts solcher Superwerte sexy Sponsoring- und Werbepakete winken, liegt weit daneben.
Diesbezüglich müssen diese neuen Partnerschaften als platonisch bezeichnet werden, gemeinsame Sponsoring- oder Werbeangebote gibt es nicht. «Dazu sind die Produkte zu verschieden», hält SF-DRS-Chefredaktor Ueli Haldimann klipp und klar fest. «Ich bin kein Marketingmensch, aber bisher konnte ich für solche Angebote keine Nachfrage feststellen», ergänzt René Schuhmacher, Inhaber des Verlags KI Konsumenteninfo AG, der unter anderem die Titel Puls-Tipp, K-Tipp und Saldo herausgibt. «Werbe- oder Sponsoring-Kombis sind derzeit nicht vorgesehen», bestätigt auch SF-Verlagsleiterin Sari Simola.
Wozu denn die Super-Reich-
weiten-Kumulation per 1. Oktober 2004? Für die Zuschauer und Leser erhofft man sich mehr Nutzen, für die Redaktionen Impulse dank Austausch von Know-how und Kontakten. Und die Hinweise in den Sendungen und Zeitschriften auf das jeweilige Partnermagazin sollen auch das je eigene Marketing unterstützen. Einen Zuschauer- oder Leserzuwachs erwartet niemand, Haldimann etwa spricht lediglich von einem «added value und einer stärkeren Zuschauer- und Leserbindung».
Saldo verlor deutlich LeserDass kaum viel mehr drin liegt, zeigt das Beispiel Saldo. Dem werbefreien Magazin, das keine Leserzahlen ausweist, sackte die beglaubigte Auflage von 2002 auf 2003 um 16000 auf 148000 Exemplare ab. Verleger René Schuhmacher glaubt zu wissen, warum: «Saldo musste nach der dreijährigen Aufbauphase finanziell konsolidieren, weshalb wir auf jegliche Werbung verzichteten.»
So weit so gut. Nun wurde Saldo aber regelmässig im «Kassensturz», dem «erfolgreichsten Wochenmagazin» von SF DRS (O-Ton SF DRS) und in «Puls», der «erfolgreichsten Medizinsendung der Schweiz» (O-Ton SF DRS) erwähnt. Und diese geballte Werbung soll nichts gebracht haben? «Das kann man so sagen», bestätigt Schuhmacher. «Die Erwähnung in der Sendung hatte keine direkte Auswirkung auf die Auflage. Ob ein Heft gekauft wird, hängt primär von seinem Inhalt ab.»
Weshalb aber stellt er nun den K-Tipp als Partner zur Verfügung? Schuhmacher: «Weil wir gelernt und das Partnerschaftskonzept geändert haben.» Saldo habe jeweils 4 «Kassensturz»-, 4 «Puls»- und 24 eigene Seiten gebracht. Oft sei nur wiederholt worden, was bereits im Fernsehen zu sehen war. Der K-Tipp hingegen behalte in der neuen Partnerschaft die redaktionelle Hoheit. «Wir werden uns wie früher darauf konzentrieren, zusätzliche Informationen zu den ‹Kassensturz›-Beiträgen zu bringen. Mit diesem Konzept waren wir immer erfolgreich.»
Saldo abgelöst: Der «Kassensturz» erhält eine Plattform beim K-Tipp und «Puls» eine bei der Schweizer Familie.
Relaunch bei Saldo soll mehr Service bringenAuch ohne die bisherigen Partner Kassensturz und Puls bleibt Saldo
seinem Konzept treu. «Es ist auch ein Vorteil, dass das Heft nun nicht mehr so aufgeteilt ist in acht ‹Kassensturz›-, vier ‹Puls›- und einige eigene Seiten. Neu kommt alles aus der eigenen Redaktion», sagt René Schuhmacher.
Auf Januar 2005 hin ist deshalb ein Relaunch angesagt, der erste seit dem Start 1999. «Wir werden das redaktionelle Angebot verbessern, besonders auch den Serviceteil», sagt er.
Werden nun nach dem Absprung des «Kassensturz» Saldo-Abonnenten reihenweise zum K-Tipp abwandern? Schuhmacher glaubt dies nicht, denn aus Leserbefragungen weiss er, dass Saldo-Leser nicht unbedingt «Kassensturz»-Zuschauer sind. «Wir haben mit Saldo tatsächlich ein Zusatzpublikum gefunden, das entweder das werbefreie Heft oder das etwas andere Gesamtkonzept schätzt», führt der Verleger aus.
Zudem werde gemäss einer Publikumsbefragung der K-Tipp nach wie vor für den Print-Partner des «Kassensturz» gehalten. Schuhmacher: «Fünf lange Jahre konnten dies nicht ändern.» (mk)
Markus Knöpfli
Diesbezüglich müssen diese neuen Partnerschaften als platonisch bezeichnet werden, gemeinsame Sponsoring- oder Werbeangebote gibt es nicht. «Dazu sind die Produkte zu verschieden», hält SF-DRS-Chefredaktor Ueli Haldimann klipp und klar fest. «Ich bin kein Marketingmensch, aber bisher konnte ich für solche Angebote keine Nachfrage feststellen», ergänzt René Schuhmacher, Inhaber des Verlags KI Konsumenteninfo AG, der unter anderem die Titel Puls-Tipp, K-Tipp und Saldo herausgibt. «Werbe- oder Sponsoring-Kombis sind derzeit nicht vorgesehen», bestätigt auch SF-Verlagsleiterin Sari Simola.
Wozu denn die Super-Reich-
weiten-Kumulation per 1. Oktober 2004? Für die Zuschauer und Leser erhofft man sich mehr Nutzen, für die Redaktionen Impulse dank Austausch von Know-how und Kontakten. Und die Hinweise in den Sendungen und Zeitschriften auf das jeweilige Partnermagazin sollen auch das je eigene Marketing unterstützen. Einen Zuschauer- oder Leserzuwachs erwartet niemand, Haldimann etwa spricht lediglich von einem «added value und einer stärkeren Zuschauer- und Leserbindung».
Saldo verlor deutlich LeserDass kaum viel mehr drin liegt, zeigt das Beispiel Saldo. Dem werbefreien Magazin, das keine Leserzahlen ausweist, sackte die beglaubigte Auflage von 2002 auf 2003 um 16000 auf 148000 Exemplare ab. Verleger René Schuhmacher glaubt zu wissen, warum: «Saldo musste nach der dreijährigen Aufbauphase finanziell konsolidieren, weshalb wir auf jegliche Werbung verzichteten.»
So weit so gut. Nun wurde Saldo aber regelmässig im «Kassensturz», dem «erfolgreichsten Wochenmagazin» von SF DRS (O-Ton SF DRS) und in «Puls», der «erfolgreichsten Medizinsendung der Schweiz» (O-Ton SF DRS) erwähnt. Und diese geballte Werbung soll nichts gebracht haben? «Das kann man so sagen», bestätigt Schuhmacher. «Die Erwähnung in der Sendung hatte keine direkte Auswirkung auf die Auflage. Ob ein Heft gekauft wird, hängt primär von seinem Inhalt ab.»
Weshalb aber stellt er nun den K-Tipp als Partner zur Verfügung? Schuhmacher: «Weil wir gelernt und das Partnerschaftskonzept geändert haben.» Saldo habe jeweils 4 «Kassensturz»-, 4 «Puls»- und 24 eigene Seiten gebracht. Oft sei nur wiederholt worden, was bereits im Fernsehen zu sehen war. Der K-Tipp hingegen behalte in der neuen Partnerschaft die redaktionelle Hoheit. «Wir werden uns wie früher darauf konzentrieren, zusätzliche Informationen zu den ‹Kassensturz›-Beiträgen zu bringen. Mit diesem Konzept waren wir immer erfolgreich.»
Saldo abgelöst: Der «Kassensturz» erhält eine Plattform beim K-Tipp und «Puls» eine bei der Schweizer Familie.
Relaunch bei Saldo soll mehr Service bringenAuch ohne die bisherigen Partner Kassensturz und Puls bleibt Saldo
seinem Konzept treu. «Es ist auch ein Vorteil, dass das Heft nun nicht mehr so aufgeteilt ist in acht ‹Kassensturz›-, vier ‹Puls›- und einige eigene Seiten. Neu kommt alles aus der eigenen Redaktion», sagt René Schuhmacher.
Auf Januar 2005 hin ist deshalb ein Relaunch angesagt, der erste seit dem Start 1999. «Wir werden das redaktionelle Angebot verbessern, besonders auch den Serviceteil», sagt er.
Werden nun nach dem Absprung des «Kassensturz» Saldo-Abonnenten reihenweise zum K-Tipp abwandern? Schuhmacher glaubt dies nicht, denn aus Leserbefragungen weiss er, dass Saldo-Leser nicht unbedingt «Kassensturz»-Zuschauer sind. «Wir haben mit Saldo tatsächlich ein Zusatzpublikum gefunden, das entweder das werbefreie Heft oder das etwas andere Gesamtkonzept schätzt», führt der Verleger aus.
Zudem werde gemäss einer Publikumsbefragung der K-Tipp nach wie vor für den Print-Partner des «Kassensturz» gehalten. Schuhmacher: «Fünf lange Jahre konnten dies nicht ändern.» (mk)
Markus Knöpfli
