Schlacht im Januarloch

Detailhandel Pionier M-Budget reagiert auf den Billiglinien-Launch von Coop und will deutschen Billigstanbietern den Markteinstieg versalzen.

Detailhandel Pionier M-Budget reagiert auf den Billiglinien-Launch von Coop und will deutschen Billigstanbietern den Markteinstieg versalzen.Sah First Mover Migros in seiner bereits neunjährigen Tiefpreisproduktelinie zu Zeiten der Markteinführung vor allem das frequenzgenerierende Potenzial von M-Budget, so geht es heute um weit mehr: um Marktanteile und Umsatz. Denn was Konsumentenorganisationen mit ihren Preisvergleichen nicht gelingen wollte, schafften ausländische Konkurrenzketten wie Carrefour, Aldi oder Lidl, indem sie bei ihrer Standortsuche fündig geworden sind: Plötzlich läuten in der ganzen Detailhandelsbranche die Alarmglocken. Mit einem beachtlichen Kraftakt preschte Coop mit ihrer Dauertiefstpreislinie vor (WW 01/05) und brachte die Migros-Billigmarke trotz des mit 250 Artikeln breiteren Sortiments in Zugzwang. Offenbar herrscht die Meinung vor, dass die Vorreiterrolle, der Kultstatus sowie die hohe Akzeptanz von M-Budget bei der Käuferschaft dem Preisargument nicht lange widerstehen dürften. Um das Image der Preisführerin zu verteidigen, liess die Antwort auf Coops «Prix Garantie»-Ankündigung nicht lange auf sich warten. Noch bevor Coop am 10. Januar die neue Marke in den Regalen präsentieren konnte, schaltete Migros in der Sonntagspresse das erste Sujet der diesjährigen
M-Budget-Kampagne. Eine O-Ton-Umsetzung, die sich der Presseartikel und Schlagzeilen bedient, welche 2004 die schwache Konjunktur- und Wirtschaftslage sowie das zögerliche Kaufverhalten in der Schweiz thematisierten.
Die gross angelegte Inserate- und Plakatkampagne kombiniert die teilweise fordernden Schlagzeilen aus der Presse mit den populärsten M-Budget-Produkten und kontert mit charmanten und knappen Kommentaren. Im plakativ grünen Budget-Look und mit der Migros-typischen augenzwinkernden Tonalität wollten die Kreativen der Agentur Exxtra die Botschaft verankern, dass die Migros bereit sei und sich der Herausforderung im immer härter werdenden Preiskampf stelle. Und so dürfte sich die anbahnende Konkurrenzsituation nicht nur auf eine Preisschlacht beschränken. Alleine die M-Budget-Plakate werden an rund 4000 Stellen und in den Grossbahnhöfen zu sehen sein.
Zwar sind heute Prognosen über die Auswirkungen auf die Werbebranche noch zu wolkig. Gespannt warten wir deshalb auf die Branchenstatistik von Media Focus, um mehr über die Mediastrategien der Detailhändler zu erfahren.
Beim Wort genommen: M-Budget setzt Schlagzeilen in die Tat um.
Die Realität der Schlagzeilen holt die Migros ein. M-Budget
reagiert mit einer Kampagne von Exxtra. >> Seite 14
Luca Aloisi

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