Sein Name sei AdScreen

Gattungsmarketing Zwei Jahre nach dem Aufkommen der ersten Werbescreens gründen die Hersteller und Vermarkter einen Verband.

Gattungsmarketing Zwei Jahre nach dem Aufkommen der ersten Werbescreens gründen die Hersteller und Vermarkter einen Verband.E-Board, Plasmedia, AdScreen, Canal Poste, elektronisches Plakat, Terminal, Plasma- oder LCD-Screen – die Bezeichnungen für die Werbebildschirme an Bahnhöfen, Kiosken, in Restaurants, Bussen, Läden oder Kinos sind fast so vielfältig wie die Zahl ihrer Hersteller, Betreiber und Vermarkter zusammengenommen. Bei den Werbekunden löst dies immer wieder Verwirrung aus, nicht zuletzt, weil auch technische Standards oder Formatvorgaben variieren. Zudem führte bisher jeder Vermarkter bloss Beachtungsstudien für die je eigenen Produkte durch. Kurz: Bisher fehlte bei diesem jungen Medium schlicht die Übersicht.Schluss mit BegriffsverwirrungDas soll sich nun ändern. Eine Gattung, ein Standard, eine Forschung, eine Stimme – das sind die Ziele des neuen Verbands, der Anfang Juni gegründet werden soll und Vermarkter, Hard- und Softwarehersteller sowie einige Netzbetreiber vereinigen wird. Sein Name steht fest: IG AdScreen. Was zeigt, dass man sich unter den künftigen Mitgliedern bereits auf
einen Gattungsnamen geeinigt hat: Das neue Medium heisst künftig AdScreen, eine Abkürzung für Advertising on Screen (Bildschirmwerbung). «Dieser Name bringt die neue Werbeplattform auf den Punkt und hat sich mittlerweile in der Branche auch festgesetzt», begründet Fredy Grau die Wahl. Grau ist beim Vermarkter IP Multimedia (IP) zuständig für die strategische Entwicklung des Screen-Bereichs.
Roger Baur, der beim Konkurrenten Cinecom dieselbe Funktion bekleidet, doppelt nach: «Begriffe wie Plasmedia oder E-Board werden künftig als Gattungsbegriffe in den Hintergrund treten.» Baur weiss, dass das auch ihm etwas abverlangt, denn Plasmedia ist der Name des Screen-Angebots der Cinecom. Grau hat es diesbezüglich besser, sein Bereich hiess schon bisher AdScreen. Doch er wird den Domain-Namen www. adscreen.ch, der automatisch zur IP führt, an den Verband abtreten.
Offen für Werber und MedialeuteObwohl sie im Markt miteinander konkurrieren, sind Baur und Grau doch die Hauptinitianten des neuen Verbandes. Seit Monaten bemühen sie sich gemeinsam um das Zustandekommen. Nun sind die Statuten ausgearbeitet, und es stehen auch die ersten Mitglieder fest: Auf Vermarkterseite werden neben Cinecom und IP auch die Schweizerische Post, möglicherweise die Affichage-Tochter E-Advertising sowie der Westschweizer Vermarkter Neo-Advertising dem Verband beitreten. Von den Hard- und Softwareherstellern haben Bison Systems, John Lay Electronics, Sony, ScreenImage und Screenaxxmedia ihre Mitgliedschaft zugesagt. Der Verband sei aber offen für weitere Interessenten, betonen Baur und Grau. So sind auch Vertreter der Werbeauftraggeber und Mediaplaner angefragt. «Zudem stehen wir in engem Kontakt zur
Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem), wo unsere Mutterhäuser IP und Cinecom bereits Mitglieder sind», sagt Grau.
Nach einem Gründungsevent in ein paar Wochen wird sich die IG primär auf zwei Aktivitäten fokussieren: Eine Arbeitsgruppe wird sich dem Gattungsmarketing widmen, versieht die Website mit Inhalten und markiert an Messen und Events Präsenz. Eine zweite Gruppe legt das Schwergewicht auf Forschung und insbesondere auf intermediale Vergleichbarkeit.
Die ersten Schritte wurden bereits eingeleitet. So diskutiert die IG mit Mediafocus und Wemf über die Möglichkeit, die Gattung ab 2006 in deren Werbeumsatzstatistiken aufzuführen. Bei Publica Data liegt die Anfrage für eine künftige Nutzungsmessung mittels Mediawatch (die dort allerdings erst getestet wird), und mit der Wemf wird evaluiert, ob das
Medium ab 2007 in gewisse Studien (etwa Mach Consumer) integriert werden könnte.
AdScreen soll der Gattungsname für Bildschirmwerbung werden, IG AdScreen nennt sich der Verband.
Markus Knöpfli

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