Standards für bessere Resultate
Qualität Um optimale Endprodukte zu erhalten, sollten Druckereien und Werbeagenturen einen Auftrag mit Hilfe von Normen definieren.
Qualität Um optimale Endprodukte zu erhalten, sollten Druckereien und Werbeagenturen einen Auftrag mit Hilfe von Normen definieren.«Qualität ist, wenn die Anforderungen des Kunden erfüllt sind!» Diese Definition setzt voraus, dass der Kunde weiss, was er will – und dass auch die Druckerei weiss, was der Kunde will. Doch findet diese Abgleichung in einem Kundengespräch jeweils statt? Erfahrungsgemäss wird bei der Auftragsbesprechung mehrheitlich über Preise und weniger über die Anforderungen des Kunden gesprochen. An diesem Sachverhalt sind sowohl die Werbeagenturen wie auch die Druckereien «mitschuldig». Dabei könnte im Gespräch viel für das Verständnis zwischen den beiden Parteien getan werden.Wissenswertes zur Druckqualität Die Werbeagenturen stellen meistens die Druckdaten selbst her. Die Druckereien können diese allerdings nicht immer problemlos übernehmen und ausgeben. Wenn die Werbeagenturen nur noch PDF/X-3-Dateien an die Druckereien übergeben, dann funktioniert der Datenaustausch viel besser. PDF/X-3-Daten sind einfach herzustellen und in der neusten Professional-Version von Adobe Acrobat 7 auch leicht zu kontrollieren. Hilfe dazu gibts im Bedarfsfall auf der Website der Initiative PDFX-ready (siehe Kasten).
Natürlich kann eine Agentur der Druckerei auch «offene Daten» aus QuarkXpress, InDesign oder anderen Programmen übergeben. Sie muss jedoch wissen, dass solche Daten nicht in jedem Fall richtig übernommen werden: So liegen der Druckerei nicht immer die entsprechenden Fonts vor, es fehlen Elemente oder es sind Programmerweiterungen (Plug-ins, XTensions) installiert, die den Austausch verunmöglichen. Dies führt in der Regel zu Mehrkosten.
Druckereien oder Vorstufenbetriebe sind auch spezialisiert, eine Layout-Skizze der Werbeagentur in eine auf die Druckproduktion ausgerichtete professionelle Layout-Datei umzusetzen. Auch wenn damit sichergestellt ist, dass die Daten ausgegeben werden können, so heisst das noch nicht, dass die Werbeagentur bei der visuellen Kontrolle oder beim lokalen Drucken bzw. Proofen die richtigen Farben sieht. Das hängt damit zusammen, dass die Druckerei mit einem genau definierten Farbraum arbeitet. Die Agentur muss deshalb genau denselben Farbraum anwenden. Dieser Farbraum wird durch die ISO-Norm 12647-2 und die dazugehörigen ISO-Profile präzise beschrieben (mehr Informationen dazu auf der Website der Ugra: www.ugra.ch).
Die richtige Erstellung der Daten ist aber nur der erste Schritt. Im Weiteren ist zu beachten, dass ein Proof nicht nur ein schöner, farbiger (Kontroll-)Ausdruck ist, sondern dass er den Farbraum der Druckerei anhand der dortigen Gegebenheiten simuliert. Deshalb muss der Proof überprüfbar sein. Mit dem Ugra/Fogra-Medienkeil CMYK ist die Übereinstimmung zwischen Proof und Druckresultat mittels Messtechnik kontrollierbar. Damit kann die Werbeagentur eine Ausgangs- und die Druckerei eine Eingangskontrolle der Proofs durchführen. So ist auch die Farbigkeit der Drucksache unter Kontrolle.
Nutzen für die WerbeagenturProofs geben Farben leider falsch wieder, wenn man sie nicht im richtigen Licht betrachtet. Dieser Effekt heisst Metamerie. Nach der Vorschrift ISO 3664 müssen Proofs immer unter einem Standardlicht mit einer Farbtemperatur von 5000 Kelvin beurteilt werden. Um das Licht messtechnisch zu kontrollieren, sind Geräte notwendig, die mehr als 4000 Franken kosten. Da solche Geräte die Budgets von Werbeagenturen und Druckereien übersteigen, hat die Ugra zur einfachen Kontrolle einen Farbtemperatur-Indikator auf den Markt gebracht. Der Indikator ist ein kleines farbiges Streifchen, das an den Rand eines Proofs geklebt wird. Wenn alle aufgedruckten Felder in etwa die gleiche Farbe zeigen, ist das Licht innerhalb der Toleranz – wenn sie unterschiedliche Farben zeigen, entspricht das Licht nicht den Anforderungen.
Welche Vorteile erwachsen einer Agentur, die alle diese Punkte beachtet? Einerseits können die Dokumente von der Druckerei problemlos übernommen werden, andererseits kann sie den Proof nachmessen und so feststellen, dass die Daten farbverbindlich reproduziert bzw. gedruckt werden können. Doch trotz all dieser Massnahmen können einzelne Farben in einem Sujet stark vom Original abweichen. Hat die Werbeagentur z. B. den Hintergrund einer Anzeige mit einer grossflächigen, lachsroten Farbe definiert, kann diese Hintergrundfarbe mit einer zu grossen Abweichung gedruckt werden. Solche speziellen Anforderungen müssen der Druckerei mitgeteilt und vor Ort überprüft werden, damit sie in einer akzeptablen Toleranz bleiben.
Höhere AnsprücheDer Offsetdruck ist normalerweise in der Lage, Mitteltöne (50-Prozent-Flächendeckung) in einer Toleranz von +/– 4 Prozent zu drucken. Das ist auch in der ISO-Norm so definiert. Mitteltöne, vor allem wenn sie grau oder tertiärfarbig sind, zeigen bei dieser Toleranz deutlich sichtbare Farbabweichungen. Viele Druckereien können aber nicht besser drucken, sodass die Werbeagentur diese Farbabweichung akzeptieren muss.
Für gewisse hoch stehende Drucksachen muss jedoch mit einer Toleranz von +/– 2 Prozent gedruckt werden. Das können nur spezialisierte Druckereien – weil dafür ein gewisser Aufwand notwendig ist, der höhere Kosten und Preise nach sich zieht. Das Color Balance Hexagon von System Brunner zeigt die zu erwartenden Farbschwankungen in
einem grauen Mittelton bei +/– 2, +/– 4 und bei +/– 6 Prozent auf.
Damit die Druckerei an der Druckmaschine kontrollieren kann, ob die Farbgebung über die ganze Maschinenbreite gleichmässig ausfällt, muss sie an der vorderen Bogenkante oder in der Mitte des Bogens einen Kontrollstreifen mitdrucken und verwendet zur Steuerung der Farbgebung ein in die Druckmaschine integriertes Farbmess- und -regelsystem. Vielfach hört man von Druckereien, dass man die ca. 1 Zentimeter Mehrverbrauch an Papier für den Messstreifen nicht finanzieren kann. Doch dank dem messtechnischen Vorgehen ist ein Auftrag in viel kürzerer Zeit eingerichtet. Deshalb kann durch das Mitdrucken von Kontrollstreifen viel mehr Geld eingespart werden als mit dem vermeintlichen Einsparen von Papier durch das Weglassen dieses Kontrollmittels. Ein weiterer Einwand ist, dass man dem Kunden keine Kontrollstreifen, sondern den Auftrag verkaufe. Deshalb wurden Methoden entwickelt, die im Druckbild Messungen durchführen. Diese konnten aber bisher nicht erfolgreich in der Druckindustrie eingeführt werden.
Der Kontrollstreifen ist nach wie vor eine Voraussetzung, wenn die Druckproduktion vermessen und gesteuert werden soll. Mit den gemessenen und gespeicherten Daten kann man auch Qualitätssteuerung betreiben. Damit lässt sich herausfinden, wo noch Verbesserungspotenzial besteht. Ohne solche Daten und Auswertungen sind die Betriebe nicht in der Lage, kontinuierlich und gezielt die Qualität weiterzuentwickeln.
Wie erkennt man Unterschiede?Wie man eine fortschrittliche Druckerei erkennt, zeigt folgende Liste:
1. Die Druckerei will die Anforderungen des Kunden kennen.
2. Die Druckerei weiss, was PDF/X-3 ist, wie man damit umgeht und/oder ist PDFX-ready-zertifiziert.
3. Die Druckerei arbeitet nach einem Standard (ISO 12647-2, System Brunner Eurostandard etc.).
4. Die Druckerei verlangt Proofs mit einem Medienkeil und misst diesen auch aus. Die Proofs der Druckerei enthalten ebenfalls den Medienkeil.
5. Proofs sind mit einem Ugra-Farbtemperatur-Indikator versehen, oder die Druckerei weiss zumindest, unter welchem Licht Proofs zu betrachten sind – und fordert auch die Werbeagentur auf, sich daran zu halten.
6. Die Druckerei benützt auf ihrer/n Druckmaschine/n ein integriertes Farbsteuerungssystem. Auf Verlangen kann sie sogar einen Qualitätsrapport der gedruckten Auflage vorzeigen.
Die PraxisDruckereien teilen Kunden Fehler im geplanten Auftragsablauf ungern mit. Sie nehmen lieber Mehrarbeit in Kauf, als den Kunden darauf hinzuweisen, dass schon kleine Änderungen am Auftragsablauf zu besserer Qualität führen. Die Druckereien befürchten, dass ihre Hinweise als lästig empfunden werden und sie den Auftrag verlieren. Das zeigt, dass sowohl auf Druckerei- wie auch auf Kundenseite einiges nicht stimmt: Die Druckerei ist immer noch die Fachstelle für die Herstellung des Druckprodukts – ein Kunde müsste froh sein, wenn der Spezialist mitdenkt und Vorschläge unterbreitet. Deshalb sollte eine Werbeagentur die Druckerei nicht nur als die letzte Instanz auf dem Weg zum Druckprodukt ansehen, sondern sie schon sehr früh in die Definition des Auftrages einbeziehen. Nur auf diese Weise kommt für beide Seiten ein optimales Resultat zu Stande.
Erwin Widmer ist Ing. HTL und
Geschäftsführer der Ugra.
PDFX-readyBei dieser Initiative können sich Datenersteller und Datenverarbeiter zertifizieren lassen. Die zertifizierten Betriebe sind auf der Website aufgelistet: www.pdfx-ready.ch. (ew)
StandardisierungDarunter versteht man eigentlich nichts anderes als unmissverständliche Kommunikation, nämlich der konsequente Gebrauch einheitlich definierter Begriffe, Masseinheiten, Schnittstellen und Datenformate sowie konkret vorgegebene Masszahlen samt Toleranzen. Trotzdem sollten Toleranzen immer im Gespräch mit den Kunden und Partnern explizit abgesprochen werden. Denn Toleranzen können bei problematischen Materialien zur Fessel werden, andererseits sind Toleranzvorgaben für manche hochqualitative Anwendungen, etwa in der Pharmaverpackungsproduktion, nicht streng genug; in diesen Fällen produzieren einige Druckereien nach selbst auferlegten Good Manufacturing Practices oder nationalen Codes of Practices. (dk)
QualitätswerkzeugeEine Testform wird verwendet, um eine technische Fragestellung abzuklären. Es ist unmöglich, eine Testform herzustellen, die allen Fragestellungen gerecht werden kann.
Die Altona Test Suite ist den Gegebenheiten in der Vorstufe sehr gut angepasst. Sie besteht aus drei Testformen. Die wichtigste davon ist die Visual Testform. Damit kann ein zu einem Proof-Gerät gehörendes RIP auf Herz und Nieren getestet werden. Mit den insgesamt drei Testformen kann auch messtechnisch einwandfrei ermittelt werden, ob eine Druckerei PDF/X-3-Daten ausgeben und nach ISO 12647-2 drucken kann.
System Brunner hat vor Jahren eine Testform zur Evaluation des Offsetdruckes entwickelt. Sie basiert vorwiegend auf der Beurteilung des dreifarbigen Übereinanderdrucks. (ew)
Color Balance Hexagon von System Brunner zeigt die zu erwartenden Farbschwankungen.
Die Altona Testform dient vor allem dazu, Raster-Image-Prozessoren (RIP) zu testen, die zu Proof-Geräten gehören.
Licht ist nahe bei 5000 K (oben),Licht weicht zu stark von 5000 K ab (unten).
Mit dem Ugra/Fogra-Kontrollstreifen lassen sich Parameter wie Tonwertzunahme, Trapping, Graubalance etc. prüfen.
Proofs sind dank Ugra/Fogra-Medienkeil messtechnisch überprüfbar.
Die Software EyeOne Share von GretagMacbeth stellt Beleuchtungsparameter zur Profil-Erstellung für Digicams dar.
System Brunner propagiert die Angleichung der Farb- und Detailwiedergabe aller Druckmaschinen eines Betriebes auf einen Standard.
Beginn der Charakterisierungstabelle Altona 29, deren Daten sich mit ICC-Profilen, die auf der Basis des ECI-2002-Chart berechnet wurden, verrechnen lassen.
Die Software EyeOne Share von GretagMacbeth stellt Beleuchtungsparameter zur Profil-Erstellung für Digicams dar.
Medigraph bietet mit dem PCM-Online-Tool eine Lösung zur Standardisierung der kompletten Farbwiedergabe- und Tonwertübertragungskette an.
Für die Auswertung des Medienkeils bieten verschiedene Messgeräte- und Proof-Technikhersteller Lösungen an.
Die Software OptiCal für das Monitorkolorimeter Pantone/ColorVision Spyder Pro entspricht ICCv.41.
Der modernste Profilierungs-Testchart (ECI 2002) und die wichtigsten Kontrollmittel (Medienkeil, Stufenkeile, Volltonbalken) finden sich in der PDF-Datei Altona Measure aus der Altona Test Suite.
Plattenmessgeräte sind fürs Druckplattenmessen besser als ein Densitometer.
Die Fogra-CtP-Testform kann als Referenz für die Linearisierung von Belichtern zertifiziert werden.
Erwin Widmer
Natürlich kann eine Agentur der Druckerei auch «offene Daten» aus QuarkXpress, InDesign oder anderen Programmen übergeben. Sie muss jedoch wissen, dass solche Daten nicht in jedem Fall richtig übernommen werden: So liegen der Druckerei nicht immer die entsprechenden Fonts vor, es fehlen Elemente oder es sind Programmerweiterungen (Plug-ins, XTensions) installiert, die den Austausch verunmöglichen. Dies führt in der Regel zu Mehrkosten.
Druckereien oder Vorstufenbetriebe sind auch spezialisiert, eine Layout-Skizze der Werbeagentur in eine auf die Druckproduktion ausgerichtete professionelle Layout-Datei umzusetzen. Auch wenn damit sichergestellt ist, dass die Daten ausgegeben werden können, so heisst das noch nicht, dass die Werbeagentur bei der visuellen Kontrolle oder beim lokalen Drucken bzw. Proofen die richtigen Farben sieht. Das hängt damit zusammen, dass die Druckerei mit einem genau definierten Farbraum arbeitet. Die Agentur muss deshalb genau denselben Farbraum anwenden. Dieser Farbraum wird durch die ISO-Norm 12647-2 und die dazugehörigen ISO-Profile präzise beschrieben (mehr Informationen dazu auf der Website der Ugra: www.ugra.ch).
Die richtige Erstellung der Daten ist aber nur der erste Schritt. Im Weiteren ist zu beachten, dass ein Proof nicht nur ein schöner, farbiger (Kontroll-)Ausdruck ist, sondern dass er den Farbraum der Druckerei anhand der dortigen Gegebenheiten simuliert. Deshalb muss der Proof überprüfbar sein. Mit dem Ugra/Fogra-Medienkeil CMYK ist die Übereinstimmung zwischen Proof und Druckresultat mittels Messtechnik kontrollierbar. Damit kann die Werbeagentur eine Ausgangs- und die Druckerei eine Eingangskontrolle der Proofs durchführen. So ist auch die Farbigkeit der Drucksache unter Kontrolle.
Nutzen für die WerbeagenturProofs geben Farben leider falsch wieder, wenn man sie nicht im richtigen Licht betrachtet. Dieser Effekt heisst Metamerie. Nach der Vorschrift ISO 3664 müssen Proofs immer unter einem Standardlicht mit einer Farbtemperatur von 5000 Kelvin beurteilt werden. Um das Licht messtechnisch zu kontrollieren, sind Geräte notwendig, die mehr als 4000 Franken kosten. Da solche Geräte die Budgets von Werbeagenturen und Druckereien übersteigen, hat die Ugra zur einfachen Kontrolle einen Farbtemperatur-Indikator auf den Markt gebracht. Der Indikator ist ein kleines farbiges Streifchen, das an den Rand eines Proofs geklebt wird. Wenn alle aufgedruckten Felder in etwa die gleiche Farbe zeigen, ist das Licht innerhalb der Toleranz – wenn sie unterschiedliche Farben zeigen, entspricht das Licht nicht den Anforderungen.
Welche Vorteile erwachsen einer Agentur, die alle diese Punkte beachtet? Einerseits können die Dokumente von der Druckerei problemlos übernommen werden, andererseits kann sie den Proof nachmessen und so feststellen, dass die Daten farbverbindlich reproduziert bzw. gedruckt werden können. Doch trotz all dieser Massnahmen können einzelne Farben in einem Sujet stark vom Original abweichen. Hat die Werbeagentur z. B. den Hintergrund einer Anzeige mit einer grossflächigen, lachsroten Farbe definiert, kann diese Hintergrundfarbe mit einer zu grossen Abweichung gedruckt werden. Solche speziellen Anforderungen müssen der Druckerei mitgeteilt und vor Ort überprüft werden, damit sie in einer akzeptablen Toleranz bleiben.
Höhere AnsprücheDer Offsetdruck ist normalerweise in der Lage, Mitteltöne (50-Prozent-Flächendeckung) in einer Toleranz von +/– 4 Prozent zu drucken. Das ist auch in der ISO-Norm so definiert. Mitteltöne, vor allem wenn sie grau oder tertiärfarbig sind, zeigen bei dieser Toleranz deutlich sichtbare Farbabweichungen. Viele Druckereien können aber nicht besser drucken, sodass die Werbeagentur diese Farbabweichung akzeptieren muss.
Für gewisse hoch stehende Drucksachen muss jedoch mit einer Toleranz von +/– 2 Prozent gedruckt werden. Das können nur spezialisierte Druckereien – weil dafür ein gewisser Aufwand notwendig ist, der höhere Kosten und Preise nach sich zieht. Das Color Balance Hexagon von System Brunner zeigt die zu erwartenden Farbschwankungen in
einem grauen Mittelton bei +/– 2, +/– 4 und bei +/– 6 Prozent auf.
Damit die Druckerei an der Druckmaschine kontrollieren kann, ob die Farbgebung über die ganze Maschinenbreite gleichmässig ausfällt, muss sie an der vorderen Bogenkante oder in der Mitte des Bogens einen Kontrollstreifen mitdrucken und verwendet zur Steuerung der Farbgebung ein in die Druckmaschine integriertes Farbmess- und -regelsystem. Vielfach hört man von Druckereien, dass man die ca. 1 Zentimeter Mehrverbrauch an Papier für den Messstreifen nicht finanzieren kann. Doch dank dem messtechnischen Vorgehen ist ein Auftrag in viel kürzerer Zeit eingerichtet. Deshalb kann durch das Mitdrucken von Kontrollstreifen viel mehr Geld eingespart werden als mit dem vermeintlichen Einsparen von Papier durch das Weglassen dieses Kontrollmittels. Ein weiterer Einwand ist, dass man dem Kunden keine Kontrollstreifen, sondern den Auftrag verkaufe. Deshalb wurden Methoden entwickelt, die im Druckbild Messungen durchführen. Diese konnten aber bisher nicht erfolgreich in der Druckindustrie eingeführt werden.
Der Kontrollstreifen ist nach wie vor eine Voraussetzung, wenn die Druckproduktion vermessen und gesteuert werden soll. Mit den gemessenen und gespeicherten Daten kann man auch Qualitätssteuerung betreiben. Damit lässt sich herausfinden, wo noch Verbesserungspotenzial besteht. Ohne solche Daten und Auswertungen sind die Betriebe nicht in der Lage, kontinuierlich und gezielt die Qualität weiterzuentwickeln.
Wie erkennt man Unterschiede?Wie man eine fortschrittliche Druckerei erkennt, zeigt folgende Liste:
1. Die Druckerei will die Anforderungen des Kunden kennen.
2. Die Druckerei weiss, was PDF/X-3 ist, wie man damit umgeht und/oder ist PDFX-ready-zertifiziert.
3. Die Druckerei arbeitet nach einem Standard (ISO 12647-2, System Brunner Eurostandard etc.).
4. Die Druckerei verlangt Proofs mit einem Medienkeil und misst diesen auch aus. Die Proofs der Druckerei enthalten ebenfalls den Medienkeil.
5. Proofs sind mit einem Ugra-Farbtemperatur-Indikator versehen, oder die Druckerei weiss zumindest, unter welchem Licht Proofs zu betrachten sind – und fordert auch die Werbeagentur auf, sich daran zu halten.
6. Die Druckerei benützt auf ihrer/n Druckmaschine/n ein integriertes Farbsteuerungssystem. Auf Verlangen kann sie sogar einen Qualitätsrapport der gedruckten Auflage vorzeigen.
Die PraxisDruckereien teilen Kunden Fehler im geplanten Auftragsablauf ungern mit. Sie nehmen lieber Mehrarbeit in Kauf, als den Kunden darauf hinzuweisen, dass schon kleine Änderungen am Auftragsablauf zu besserer Qualität führen. Die Druckereien befürchten, dass ihre Hinweise als lästig empfunden werden und sie den Auftrag verlieren. Das zeigt, dass sowohl auf Druckerei- wie auch auf Kundenseite einiges nicht stimmt: Die Druckerei ist immer noch die Fachstelle für die Herstellung des Druckprodukts – ein Kunde müsste froh sein, wenn der Spezialist mitdenkt und Vorschläge unterbreitet. Deshalb sollte eine Werbeagentur die Druckerei nicht nur als die letzte Instanz auf dem Weg zum Druckprodukt ansehen, sondern sie schon sehr früh in die Definition des Auftrages einbeziehen. Nur auf diese Weise kommt für beide Seiten ein optimales Resultat zu Stande.
Erwin Widmer ist Ing. HTL und
Geschäftsführer der Ugra.
PDFX-readyBei dieser Initiative können sich Datenersteller und Datenverarbeiter zertifizieren lassen. Die zertifizierten Betriebe sind auf der Website aufgelistet: www.pdfx-ready.ch. (ew)
StandardisierungDarunter versteht man eigentlich nichts anderes als unmissverständliche Kommunikation, nämlich der konsequente Gebrauch einheitlich definierter Begriffe, Masseinheiten, Schnittstellen und Datenformate sowie konkret vorgegebene Masszahlen samt Toleranzen. Trotzdem sollten Toleranzen immer im Gespräch mit den Kunden und Partnern explizit abgesprochen werden. Denn Toleranzen können bei problematischen Materialien zur Fessel werden, andererseits sind Toleranzvorgaben für manche hochqualitative Anwendungen, etwa in der Pharmaverpackungsproduktion, nicht streng genug; in diesen Fällen produzieren einige Druckereien nach selbst auferlegten Good Manufacturing Practices oder nationalen Codes of Practices. (dk)
QualitätswerkzeugeEine Testform wird verwendet, um eine technische Fragestellung abzuklären. Es ist unmöglich, eine Testform herzustellen, die allen Fragestellungen gerecht werden kann.
Die Altona Test Suite ist den Gegebenheiten in der Vorstufe sehr gut angepasst. Sie besteht aus drei Testformen. Die wichtigste davon ist die Visual Testform. Damit kann ein zu einem Proof-Gerät gehörendes RIP auf Herz und Nieren getestet werden. Mit den insgesamt drei Testformen kann auch messtechnisch einwandfrei ermittelt werden, ob eine Druckerei PDF/X-3-Daten ausgeben und nach ISO 12647-2 drucken kann.
System Brunner hat vor Jahren eine Testform zur Evaluation des Offsetdruckes entwickelt. Sie basiert vorwiegend auf der Beurteilung des dreifarbigen Übereinanderdrucks. (ew)
Color Balance Hexagon von System Brunner zeigt die zu erwartenden Farbschwankungen.
Die Altona Testform dient vor allem dazu, Raster-Image-Prozessoren (RIP) zu testen, die zu Proof-Geräten gehören.
Licht ist nahe bei 5000 K (oben),Licht weicht zu stark von 5000 K ab (unten).
Mit dem Ugra/Fogra-Kontrollstreifen lassen sich Parameter wie Tonwertzunahme, Trapping, Graubalance etc. prüfen.
Proofs sind dank Ugra/Fogra-Medienkeil messtechnisch überprüfbar.
Die Software EyeOne Share von GretagMacbeth stellt Beleuchtungsparameter zur Profil-Erstellung für Digicams dar.
System Brunner propagiert die Angleichung der Farb- und Detailwiedergabe aller Druckmaschinen eines Betriebes auf einen Standard.
Beginn der Charakterisierungstabelle Altona 29, deren Daten sich mit ICC-Profilen, die auf der Basis des ECI-2002-Chart berechnet wurden, verrechnen lassen.
Die Software EyeOne Share von GretagMacbeth stellt Beleuchtungsparameter zur Profil-Erstellung für Digicams dar.
Medigraph bietet mit dem PCM-Online-Tool eine Lösung zur Standardisierung der kompletten Farbwiedergabe- und Tonwertübertragungskette an.
Für die Auswertung des Medienkeils bieten verschiedene Messgeräte- und Proof-Technikhersteller Lösungen an.
Die Software OptiCal für das Monitorkolorimeter Pantone/ColorVision Spyder Pro entspricht ICCv.41.
Der modernste Profilierungs-Testchart (ECI 2002) und die wichtigsten Kontrollmittel (Medienkeil, Stufenkeile, Volltonbalken) finden sich in der PDF-Datei Altona Measure aus der Altona Test Suite.
Plattenmessgeräte sind fürs Druckplattenmessen besser als ein Densitometer.
Die Fogra-CtP-Testform kann als Referenz für die Linearisierung von Belichtern zertifiziert werden.
Erwin Widmer
