Bridge und Version Cue sind sinnvolle Beigaben

Die Werbewoche unterhielt sich anlässlich der Adobe-Creative-Suite-2-Tour mit Klaus Kurz, Business Development Manager Creative Pro bei Adobe Systems, über Produkte und Technologien.

Die Werbewoche unterhielt sich anlässlich der Adobe-Creative-Suite-2-Tour mit Klaus Kurz, Business Development Manager Creative Pro bei Adobe Systems, über Produkte und Technologien.WW Herr Kurz, wie positionieren Sie die Neuauflage der Creative Suite?Klaus Kurz Die Creative Suite 2 stellt als Produkt-Suite eine moderne und umfassende Plattform für das Publishing dar. Sie ermöglicht Unternehmen die effiziente Aufbereitung und Zurverfügungstellung bzw. das Publizieren von Informationen für unterschiedliche Medien.
Ein wichtiges Update innerhalb der Suite ist dasjenige für das LayoutProgramm InDesign. Welches sind hier die Highlights?
Die um etliche Funktionen und Möglichkeiten erweiterte Applikation InDesign CS2 deckt die Bedürfnisse der Agenturen und Vorstufenbetriebe/Druckereien ab. Viele Firmen haben beispielsweise auf das jetzt mögliche Erstellen und Platzieren von Marginalien oder Fussnoten gewartet. Wer also diese Funktionen benötigt, für den sind das die entsprechenden Highlights.
Auf Grund der zahlreichen herausragenden neuen Funktionen ist es jedoch schwierig, die absoluten Highlights vorzustellen. Je nach Einsatz des Produkts schätzen die verschiedenen Anwender jeweils andere Funktionen und Möglichkeiten. Interessant sind aus meiner Sicht vor allem auch die «kleinen» Funktionen: So wurde der Tabellenimport verbessert, die Grundlinieneinstellungen sind pro Textobjekt veränderbar und nicht mehr nur pro Seite, die Importmöglichkeiten von Text/Word-Dokumenten ermöglichen jetzt auch die Integration von Absatzformaten. Und mit der Anwendung von aufeinander folgenden Stilvorlagen auf Texte wird das Formatieren deutlich erleichtert.
Praktisch sind auch die neuen, so genannten Snippets. Sie erlauben es, Bestandteile einer Seite in einem anderen Dokument oder auf einer anderen Seite an genau der gleichen Position wieder einzufügen. Zusammengehörende und vor allem wiederkehrende Elemente, zum Beispiel bei Periodika, können so sehr schnell in ein Dokument integriert werden. Dadurch kann der Layouter auch ohne Templates (Musterseiten) Objekte oder Gruppen von Elementen schnell und einfach einsetzen. Aus diesem Grund sind die Snippets auch bei der Gestaltung von Anzeigen, die immer an gleicher Position platziert werden müssen, eine grosse Erleichterung.
Ein anderes, neues Feature von InDesign CS2 ist der optimierte PDF-Import. Neu können nun mehrseitige PDF-Dokumente durch einfaches Klicken Seite um Seite in Platzhalter geladen werden.
Die Adobe Bridge ist eine neue, mitgelieferte Arbeitsumgebung. Welche Vorteile bietet die Bridge Agenturen, Verlagen oder Vorstufenbetrieben/ Druckereien?
Die Adobe Bridge ermöglicht als eine Art Dateibrowser den schnellen Zugriff auf die Produktionsdaten, zudem können innerhalb dieses Umfelds konsistente Farb- sowie ebensolche PDF-Einstellungen vorgenommen werden. Innerhalb dieser Umgebung lassen sich zudem zusätzliche Dienste nutzen, wie zum Beispiel die neuen Adobe Stock Photos zur Online-Recherche und
-Beschaffung von kostenpflichtigem Bildmaterial, das neue Helpcenter oder etwa ein RSS-Newsfeed. Mit letzterem kann sich zum Beispiel ein Redaktor einer Tageszeitung nach dem Aufstarten die Bridge News im RSS-Format einblenden lassen.
In die Adobe Bridge ist auch ein RAW-Batchconverter integriert. Ohne Photoshop bemühen zu müssen, können damit automatisiert an ausgewählten Bildern, zum Beispiel eines Foto-Shootings, Einstellungen vorgenommen, Konvertierungen und die Crop-Funktion durchgeführt und Farbanpassungen im Batchmodus, also im Hintergrund, gemacht werden. Die Dateien sind danach gleich versioniert. Das sind enorme Produktivitätsvorteile!
Ist die Bridge ein Adobe-exklusiver, verbesserter Dateibrowser, oder können auch Dokumente aus anderen Programmen verwaltet und dargestellt werden?
Die Bridge kann per se alle Daten aufnehmen. So können in einem Produktionsprozess auch Dokumente mit administrativen Informationen – etwa Abrechnungen – mitverwaltet werden. Für Drittanbieter wird Adobe ein Entwicklerpaket (SDK) anbieten, damit diese ihre Produkte in die Adobe Bridge integrieren können.
Bleiben die Vorzüge der Adobe Bridge den Käufern der Suite vorbehalten?Nein. Die Adobe Bridge wird auch mit den Einzelprodukten Photoshop, InDesign, Illustrator und GoLive mitgeliefert.
Mit den CS2-Applikationen bzw. mit der CS2-Suite wird auch eine neue Fassung der Version Cue ausgeliefert. Können Sie diese kurz vorstellen?
Für den Anwender ist Version Cue einfach ein Ordner – auf die darin verwalteten Dateien lässt sich wie gewohnt zugreifen. Statt klassisch im Filesystem verwaltet der Anwender darin Versionen deutlich besser. Zudem haben Anwender im Team den Vorteil bei der Datensicherheit und Konsistenz, weil sich auf Varianten und Versionen über eine zentrale Stelle zurückgreifen lässt. Die bis jetzt verbreiteten Datei-Namensergänzungen wie zum Beispiel .001 oder _Neu gehören damit definitiv der Vergangenheit an. Es wird auch ersichtlich, wer wann welche Änderung am Dokument gemacht hat; damit ist eine Nachverfolgung eines Auftrags/Dokuments jederzeit möglich.
Von Datenorganisation bis PDF-PrüfungInnerhalb der Arbeitsumgebung Adobe Bridge können Objekte, Daten etc. für die Herstellung von Drucksachen oder Websites organisiert bzw. danach gesucht werden. Die Datenformate treten dabei in den Hintergrund, da sowohl native Formate, Standardformate oder Exportformate geöffnet werden können.
Die Funktion Bridge Center innerhalb der Adobe Bridge übernimmt die Aufgabe einer Schaltzentrale. So können innerhalb dieser Umgebung z.B. RSS-Newsfeeds (komprimierte Internetnachrichten) abgerufen oder Farbeinstellungen vorgenommen werden (damit Bilder innerhalb der Creative-Suite-Applikationen immer mit identischen Farbwerten angezeigt und bearbeitet werden). Oder es lassen sich mittels sogenannter Skripte Arbeitsabläufe automatisieren. Bridge Center ist allerdings nur für Besitzer der Creative Suite verfügbar, bei den Einzelprodukten ist die Dateiverwaltung mit Adobe Bridge aber auch ohne das Center uneingeschränkt vorhanden.
Die Version Cue erlaubt den Zugriff auf ältere oder alternative Versionen (z.B. Sprachversionen), ermöglicht die Erstellung von Projekten und kann von einzelnen Anwendern oder von Arbeitsgruppen verwendet werden. Besonders interessant sind die Möglichkeiten zur Online-Überprüfung von PDF-Daten. Derartige Überprüfung können innerhalb der Version Cue eingeleitet, gestartet, es kann an PDF-Prüfungen teilgenommen oder diese auch angehalten werden.
Interview: Jürgen Franck

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