Plakat-Puff
Pierre C. Meier über den Eclat zwischen den beiden Plakat- Marktleadern.
Pierre C. Meier über den Eclat zwischen den beiden Plakat- Marktleadern.
Die aktuelle Diskussion über die Schweizer Plakatforschung (siehe Seite 18) hinterlässt ein ungutes Gefühl. Dass die von der Swiss Poster Research (SPR) ins Leben gerufene User Group nicht über die aufgetretenen Umsetzungsprobleme und Differenzen zwischen APG und Clear Channel Plakanda (CCP) informiert wurde, ist eigentlich schon Skandal genug. Doch auch, dass schon seit zwei Monaten Mediationsgespräche zwischen den beiden Anbietern liefen, verheimlichte man erfolgreich – intern wie extern. So stellte APG- CEO Kauter in einem Pressecommuniqué ungerührt fest, dass er vom Rückzug der CCP «völlig überrascht» wurde und «konsterniert» sei. Nach gut schweizerischer Unart versuchte man alle methodischen Ungereimtheiten unter dem Deckel zu halten. Nur nicht informieren, es könnte ja zu Diskussionen kommen! Eine Zeit lang klappte das perfekt. Umso vehementer nun die Reaktion des Marktes. Die Branchenverbände protestieren, und die User Group fühlt sich zu Recht verschaukelt. Hätte man von Anfang an ehrlich gegen innen und aussen kommuniziert, wäre die Stimmung konstruktiver, als sie es heute ist.
Beim seit fünf Jahren laufenden SPR-Projekt kam es schon etliche Male zu ernsten Differenzen, die sich jeweils lösen liessen. Jetzt sind die Probleme aber so gravierend, dass eine Einigung nicht mehr möglich scheint. Über die wahren Hintergründe des CCP-Rückzugs lässt sich nur spekulieren. Ist es der Zweifel an der Verlässlichkeit der Daten, oder ist es der Wunsch nach einer international kompatiblen und pragmatischeren Forschungsanlage? Sind es die Kosten, oder ist es der harzige Fortschritt beim SPR? Die Gründe spielen jedoch eine untergeordnete Rolle. Der Scherbenhaufen ist da, der Schaden gross.
Leidtragende sind die Agenturen und Werbetreibenden, die seit Jahren auf verlässliche und planungsrelevante Daten für ihre Aussenwerbung warten. Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass künftig zwei nicht vergleichbare Leistungswerte publiziert werden, wäre das eine Katastrophe für das Medium Plakat – also auch für seine Hauptanbieter. Deswegen müssen CCP und APG den Bruch wieder kitten, schon im eigenen Interesse.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor
Die aktuelle Diskussion über die Schweizer Plakatforschung (siehe Seite 18) hinterlässt ein ungutes Gefühl. Dass die von der Swiss Poster Research (SPR) ins Leben gerufene User Group nicht über die aufgetretenen Umsetzungsprobleme und Differenzen zwischen APG und Clear Channel Plakanda (CCP) informiert wurde, ist eigentlich schon Skandal genug. Doch auch, dass schon seit zwei Monaten Mediationsgespräche zwischen den beiden Anbietern liefen, verheimlichte man erfolgreich – intern wie extern. So stellte APG- CEO Kauter in einem Pressecommuniqué ungerührt fest, dass er vom Rückzug der CCP «völlig überrascht» wurde und «konsterniert» sei. Nach gut schweizerischer Unart versuchte man alle methodischen Ungereimtheiten unter dem Deckel zu halten. Nur nicht informieren, es könnte ja zu Diskussionen kommen! Eine Zeit lang klappte das perfekt. Umso vehementer nun die Reaktion des Marktes. Die Branchenverbände protestieren, und die User Group fühlt sich zu Recht verschaukelt. Hätte man von Anfang an ehrlich gegen innen und aussen kommuniziert, wäre die Stimmung konstruktiver, als sie es heute ist.
Beim seit fünf Jahren laufenden SPR-Projekt kam es schon etliche Male zu ernsten Differenzen, die sich jeweils lösen liessen. Jetzt sind die Probleme aber so gravierend, dass eine Einigung nicht mehr möglich scheint. Über die wahren Hintergründe des CCP-Rückzugs lässt sich nur spekulieren. Ist es der Zweifel an der Verlässlichkeit der Daten, oder ist es der Wunsch nach einer international kompatiblen und pragmatischeren Forschungsanlage? Sind es die Kosten, oder ist es der harzige Fortschritt beim SPR? Die Gründe spielen jedoch eine untergeordnete Rolle. Der Scherbenhaufen ist da, der Schaden gross.
Leidtragende sind die Agenturen und Werbetreibenden, die seit Jahren auf verlässliche und planungsrelevante Daten für ihre Aussenwerbung warten. Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass künftig zwei nicht vergleichbare Leistungswerte publiziert werden, wäre das eine Katastrophe für das Medium Plakat – also auch für seine Hauptanbieter. Deswegen müssen CCP und APG den Bruch wieder kitten, schon im eigenen Interesse.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor
