Effie soll effizienter wirken
Wettbewerbe Der BSW will, dass die Arbeit der Werbewirtschaft wieder höher eingestuft wird. Deshalb soll der Effie neu positioniert werden.
Wettbewerbe Der BSW will, dass die Arbeit der Werbewirtschaft wieder höher eingestuft wird. Deshalb soll der Effie neu positioniert werden.In Österreich wird die Effie-Verleihung im Fernsehen übertragen. Das könnte auch ein Fernziel für die Schweiz sein. Und die ganze Nation schaut zu. – Zumindest im Park Hyatt in Zürich war der Publikumsansturm höher als erwartet, und es mussten sogar noch zusätzliche Stühle angeschleppt werden, als die Spitze des BSW «leading swiss agencies» am Montag ihre neuen Ideen rund um den Effie vorstellen wollte. Auf Toplevel hat man eingeladen, und es weilten tatsächlich mehrere CEOs, Chefredaktoren und CDs im Saal. Worum ging es?Der Schweizer Werbung geht es schlecht. Seit 2000 haben sich die Bruttobetriebseinnahmen der BSW-Agenturen um ein Drittel reduziert. Es leiden Medien, Kommunikationsfachleute und das Publikum, wenn das Fernsehen und die Zeitungen immer weniger Mittel haben. Wie viel Schaden die gesamte Wirtschaft unter weniger Werbung nimmt, kann hier nur angetönt werden. Die Diskussion darüber führt bekanntlich ins Uferlose.
Werbung könnte viel bewirken: Das ist nicht nur eine verzweifelte Hoffnung, sondern natürlich die überzeugte Haltung des BSW. «Werbung ist das Öl im Motor der Wirtschaft», meinte BSW-Präsident Peter Leutenegger an der Informationsveranstaltung. Der Branchenverband und sein Präsident haben deshalb nach Mitteln gesucht, wie man der Werbung wieder zu ihrem verdienten Ansehen verhelfen könnte. Idee: ein neuer Effie.
Mit einem Budget von 330000 Franken soll der Award neu aufgelegt werden und als einziger Preis der Schweiz sowohl die messbare Marktleistung wie die Kreativität bewerten. Der neue Effie soll erstmals im März 2006 im Rahmen einer aufwändigen Gala über die Bühne gehen.
«Wir brauchen Ihre Unterstützung. Es ist noch nicht fünf vor zwölf Uhr, aber irgendwie zwischen 11 und 12», appellierte Peter Leutenegger an die versammelten Branchenvertreter. Diese sollen die Lancierung des neuen Effie finanzieren. Der BSW hat ausgerechnet, dass 60000 Franken als Einnahmen von den Einreichungsgebühren generiert werden können. Die restlichen 270000 Franken müssen aus Sponsoring-Beiträgen gedeckt werden. Eine erste Idee ist, dass die wichtigsten Medienhäuser ein Zehntausendstel ihrer Einnahmen aus Werbung für den Effie zur Verfügung stellen. Das würde zum Beispiel bei der NZZ geschätzte 16000 Franken ausmachen, bei der Südostschweiz 4000 und bei der IP-Multimedia 20000 Franken. Diese Rechnung hat den Zuhörenden im Park Hyatt ein bisher noch unverbindliches Lächeln entlockt. Zusätzlich sollen interessierte Medien vier Seiten für Gratis-anzeigen zum Bekanntmachen des Preises zur Verfügung stellen. Wie BSW-Geschäftsführer Walter Merz mitteilte, wird Burson-Marsteller diese Lancierung des neuen Effie auf PR-Ebene begleiten. Wirz Werbung wird dazu eine Kampagne kreieren.
In einer neu formierten Jury sollen 16 Köpfe mit je vier Vertretern aus Wissenschaft und Forschung, Auftraggeber, Werbeagenturen sowie Medien Einsitz nehmen. Die Vertreter der Agenturen sollen aus den führenden «leading agencies» unter notarieller Aufsicht ausgelost werden. Unter den Medien rechnet man mit Chefredaktoren ebenso wie mit Topmanagern bei den Vertretern der Wirtschaft.
Kurt W. Schmid, Vizepräsident des BSW, zitierte beim Vorstellen der neuen Sachlage den Buchtitel «Die heimlichen Verführer» und meinte, dass die Werbung heute nicht mehr so überschätzt, sondern unterschätzt wird. Was hat die Branche bisher getan, um das zu verhindern? «Leider wenig», musste Schmid feststellen. Er appellierte deshalb noch einmal für eine breite Unterstützung, wenn der BSW jetzt den «Effie als Ambassador der Kommunikationsbranche» neu lancieren will, und zwar «als begehrtesten Preis der Branche für Werber und Auftraggeber».
Der Effie als Preis für Marktleistung und Kreativität wird heute weltweit in 30 Ländern verliehen. Er ist 1968 in den USA von der American Marketing Association gegründet worden. In der Schweiz wird der Effie seit 1985 im Zweijahres-rhythmus verliehen. Wie es ab 2006 damit weitergehen soll, ist jetzt auf breiterer Ebene zur kreativen Diskussion gestellt.
Die letzten Preisträger Effie Gold2003 Mobiliar: «Schadenskizzen»,Publicis Migros: «M geht an die Expo»,
Publicis 2001 Ovomaltine: «Mit Ovomaltine kannst Du’s nicht besser. Aber länger.», Advico Young & Rubicam Hakle: «Zuerst trocken, dann feucht»,
Advico Young & Rubicam Helvetic Tours: «Launch 99», Advico Young & Rubicam Médecins sans Frontières: «Borders», Advico Young & Rubicam
Andreas Panzeri
Werbung könnte viel bewirken: Das ist nicht nur eine verzweifelte Hoffnung, sondern natürlich die überzeugte Haltung des BSW. «Werbung ist das Öl im Motor der Wirtschaft», meinte BSW-Präsident Peter Leutenegger an der Informationsveranstaltung. Der Branchenverband und sein Präsident haben deshalb nach Mitteln gesucht, wie man der Werbung wieder zu ihrem verdienten Ansehen verhelfen könnte. Idee: ein neuer Effie.
Mit einem Budget von 330000 Franken soll der Award neu aufgelegt werden und als einziger Preis der Schweiz sowohl die messbare Marktleistung wie die Kreativität bewerten. Der neue Effie soll erstmals im März 2006 im Rahmen einer aufwändigen Gala über die Bühne gehen.
«Wir brauchen Ihre Unterstützung. Es ist noch nicht fünf vor zwölf Uhr, aber irgendwie zwischen 11 und 12», appellierte Peter Leutenegger an die versammelten Branchenvertreter. Diese sollen die Lancierung des neuen Effie finanzieren. Der BSW hat ausgerechnet, dass 60000 Franken als Einnahmen von den Einreichungsgebühren generiert werden können. Die restlichen 270000 Franken müssen aus Sponsoring-Beiträgen gedeckt werden. Eine erste Idee ist, dass die wichtigsten Medienhäuser ein Zehntausendstel ihrer Einnahmen aus Werbung für den Effie zur Verfügung stellen. Das würde zum Beispiel bei der NZZ geschätzte 16000 Franken ausmachen, bei der Südostschweiz 4000 und bei der IP-Multimedia 20000 Franken. Diese Rechnung hat den Zuhörenden im Park Hyatt ein bisher noch unverbindliches Lächeln entlockt. Zusätzlich sollen interessierte Medien vier Seiten für Gratis-anzeigen zum Bekanntmachen des Preises zur Verfügung stellen. Wie BSW-Geschäftsführer Walter Merz mitteilte, wird Burson-Marsteller diese Lancierung des neuen Effie auf PR-Ebene begleiten. Wirz Werbung wird dazu eine Kampagne kreieren.
In einer neu formierten Jury sollen 16 Köpfe mit je vier Vertretern aus Wissenschaft und Forschung, Auftraggeber, Werbeagenturen sowie Medien Einsitz nehmen. Die Vertreter der Agenturen sollen aus den führenden «leading agencies» unter notarieller Aufsicht ausgelost werden. Unter den Medien rechnet man mit Chefredaktoren ebenso wie mit Topmanagern bei den Vertretern der Wirtschaft.
Kurt W. Schmid, Vizepräsident des BSW, zitierte beim Vorstellen der neuen Sachlage den Buchtitel «Die heimlichen Verführer» und meinte, dass die Werbung heute nicht mehr so überschätzt, sondern unterschätzt wird. Was hat die Branche bisher getan, um das zu verhindern? «Leider wenig», musste Schmid feststellen. Er appellierte deshalb noch einmal für eine breite Unterstützung, wenn der BSW jetzt den «Effie als Ambassador der Kommunikationsbranche» neu lancieren will, und zwar «als begehrtesten Preis der Branche für Werber und Auftraggeber».
Der Effie als Preis für Marktleistung und Kreativität wird heute weltweit in 30 Ländern verliehen. Er ist 1968 in den USA von der American Marketing Association gegründet worden. In der Schweiz wird der Effie seit 1985 im Zweijahres-rhythmus verliehen. Wie es ab 2006 damit weitergehen soll, ist jetzt auf breiterer Ebene zur kreativen Diskussion gestellt.
Die letzten Preisträger Effie Gold2003 Mobiliar: «Schadenskizzen»,Publicis Migros: «M geht an die Expo»,
Publicis 2001 Ovomaltine: «Mit Ovomaltine kannst Du’s nicht besser. Aber länger.», Advico Young & Rubicam Hakle: «Zuerst trocken, dann feucht»,
Advico Young & Rubicam Helvetic Tours: «Launch 99», Advico Young & Rubicam Médecins sans Frontières: «Borders», Advico Young & Rubicam
Andreas Panzeri
