Die SRG privatisieren!

René Worni über den Ausweg aus privater Ohnmacht.

René Worni über den Ausweg aus privater Ohnmacht. Die Branche ist gewohnt, dass der
Präsident des Verbandes Schweizer Presse bei seinen Auftritten immer
wieder für Überraschungen sorgt und gelegentlich einen effektvollen
Rundumschlag lanciert. Das zeigt sich dann regelmässig in den Spalten
der Tagespresse. Auch an der diesjährigen Dreikönigs-Tagung enttäuschte
Hanspeter Lebrument nicht.

Klar ist ihm als Repräsentant der Zeitungsverleger die
gebührenfinanzierte SRG ein Dorn im Auge. Denn einige der Verleger,
Lebrument eingeschlossen, haben sich zu veritablen Medienunternehmern
mit Privatradios, Privatfernsehstationen und Webplattformen entwickelt.
Und bis zum Lifting des Schweizer Fernsehens mitsamt der neuen
Internetplattform galt Wohlverhalten als abgemacht: Die SRG ist mit dem
Verzicht auf Werbung (und wohl auch auf Sponsoring) im Internet
einverstanden, und irgendwann wird es im revidierten RTVG Gebühren auch
für die Privaten absetzen. Ersteres hat sich bereits als Fehlannahme
erwiesen: Da wird (ein bisschen) geworben und gesponsert. Bei Letzterem
wähnt der Verlegerpräsident eine auf Jahre angelegte
SRG-Verschwörungstheorie, mit wohlgesinnten Parlamentariern das neue
(nicht mehr so feudale) RTVG und damit das Gebührensplitting zum
Scheitern zu bringen. Die Position der Privaten dem staatlichen
Monopolisten gegenüber erscheint da irgendwie schmählich und
hoffnungslos.

Selbstbewusst und potent dagegen der Vorschlag von Lebrument, auf die
staatliche Presseförderung zu verzichten, zumal nicht mehr glaubwürdig
sei, wer als Verleger für Subventionen die hohle Hand mache. Lieber ein
einheitliches und marktgerechtes Tarifsystem der Post, oder die Verteilung grad
gänzlich selber organisieren, endlich Hand anlegen und die Staatsquote
beiseite schieben.

Diese Vision liesse sich zudem trefflich auf den Clinch mit der 
SRG adaptieren: Die Verleger bräuchten sich lediglich – dies dafür mit
Nachdruck – für die Privatisierung der SRG einzusetzen.

René Worni, Redaktor

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