SRG wieder über UKW: Erste Standorte ab Mitte November
Die SRG verbreitet ihre Radioprogramme ab Mitte November 2026 wieder analog. Nach dem Entscheid des Parlaments und der Konzession des Bakom soll UKW als ergänzendes Angebot zum digitalen Empfang dienen. Die SRG sendet damit wieder über UKW und rechnet mit jährlichen Zusatzkosten von rund 6,5 Millionen Franken.

Die SRG sendet wieder über UKW: Ab Mitte November 2026 will sie erste Standorte reaktivieren und ihre Radioprogramme analog verbreiten. Das Angebot ergänzt den digitalen Empfang. Laut SRG erhält das Publikum damit mehr Zeit, um auf die bereits weit verbreiteten digitalen Empfangsmöglichkeiten umzusteigen.
Die SRG hat ihre früheren UKW-Frequenzen wieder beantragt. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat ihr die Funkkonzession erteilt, die nach Ablauf der Beschwerdefrist nun rechtskräftig ist. Mit den ersten Standorten könnten rund 80 Prozent der Bevölkerung wieder per UKW versorgt werden, heisst es in der Mitteilung. Ausgestrahlt werden die jeweiligen Hauptprogramme, darunter die Kultursender von SRF, RTS und RSI sowie in der Deutschschweiz die Regionaljournale. Der analoge Empfang soll in allen Sprachregionen wieder möglich sein, nachdem UKW per Ende 2024 abgeschaltet worden war.
Kosten im Rahmen des Sparprogramms
Die zusätzlichen Kosten der Wiederinbetriebnahme beziffert die SRG aktuell auf jährlich rund 6,5 Millionen Franken. Sie müssten mit dem laufenden, vom Bundesrat verordneten Sparprogramm vereinbart werden. Eine Vollabdeckung kostete in der Vergangenheit rund 15 Millionen Franken pro Jahr. Weitere Ausbauschritte will die SRG unter Berücksichtigung der Nutzung durch die Hörer:innen sowie nach einer Prüfung der betrieblichen und finanziellen Rahmenbedingungen festlegen. Die Entwicklung will sie kontinuierlich überprüfen.
Geänderte Rahmenbedingungen
Die SRG hatte die UKW-Abschaltung gemeinsam mit der Branche auf Basis behördlicher Rahmenbedingungen beschlossen. Diese hätten sich geändert: Das Parlament stimmte Ende 2025 einer Verlängerung von UKW zu, worauf das Bakom die Frequenzen erneut ausschrieb. Die SRG versteht dies nach eigenen Angaben als Auftrag der Bevölkerung und bewarb sich um die Funkkonzession. Die Verbreitung via UKW ist seit 2020 nicht mehr obligatorisch.
Gleichzeitig verweist die SRG auf veränderte Hörgewohnheiten: Fast neun von zehn Minuten Radiokonsum erfolgten heute über DAB+ und Internet. Audio-Inhalte würden zudem oft zeitversetzt als Streaming oder Podcast gehört.
UKW als Brücke zur digitalen Zukunft
Für Hörer:innen, die in den vergangenen Jahren auf einen digitalen Empfangsweg umgestiegen sind, ändert sich laut SRG nichts. Die Abdeckung mit DAB+ und die Empfangsmöglichkeiten über Internet, etwa die Play-Apps der SRG, seien flächendeckend. UKW diene als Brücke, damit das Publikum mehr Zeit für den Umstieg erhalte.
Generaldirektorin Susanne Wille sagt: «Wir haben deshalb rasch gehandelt und senden unsere Programme in allen Sprachregionen ergänzend zu den digitalen Kanälen auch wieder über UKW.» Entscheidend sei, dass die Inhalte die Menschen erreichten, «einfach und verlässlich».
