Destinationsmarketing Gstaad: Qualität als oberstes Credo

Tourismusdirektor Flurin Riedi erklärt im Gespräch mit Sponsoring Schweiz, wie Gstaad durch Sport, Kultur und konsequente Qualitätsstrategie seit bald 120 Jahren Weltruf geniesst – und wie die geplante Concert Hall die Destination als nächsten Meilenstein stärken soll.

Flurin Riedi.

Das Destinationsmarketing Gstaad war jüngst Thema beim zweiten Mitgliederanlass des Jahres von Sponsoring Schweiz. Der Verband der Schweizer Sponsoringindustrie war dazu im Berner Oberland zu Gast und sprach mit Tourismusdirektor Flurin Riedi über das Erfolgsgeheimnis der seit bald 120 Jahren weltweit für erstklassigen Tourismus bekannten Destination.

Qualität als oberstes Credo im Destinationsmarketing Gstaad

Flurin Riedi macht unmissverständlich deutlich, was in Gstaad an erster Stelle steht: «Unser oberstes Credo lautet seit jeher Qualität. Für uns steht im Vordergrund, die Dinge ‹Gstaad-like› umzusetzen, d.h. hochprofessionell und mit maximaler Qualität.» Schon früh habe die Destination den Wert des Sommertourismus erkannt – unter anderem mit dem Tennisturnier, das zum ersten Mal 1915 gespielt wurde. Heute positioniert sich Gstaad klar als Ganzjahresdestination: Mittlerweile werde in den warmen Monaten eine ähnlich hohe Wertschöpfung generiert wie im Winter, so Riedi.

Die drei strategischen Säulen Sport, Kultur und Premium-Tourismus fungierten dabei als Hebel für Imagebildung, Wertschöpfung und einen optimalen Gäste-Mix. Top-Events dienten als «Communication Lead» und Publikumsmagnet. Das Fundament bleibe jedoch stets authentisch: Gstaad sei geprägt von intakten Traditionen, gelebter Kultur und einer ländlich geprägten Landschaft – auf 10’000 Einwohnende kommen 10’000 Kühe und 300 Bauernhöfe. Massentourismus, hält Riedi fest, würde nicht passen.

Pferdekutschen sind Teil von Gstaads gelebten Traditionen. Quelle: zvg

Leuchttürme mit regionaler Wirkung

Mit dem Swatch Beach Pro, den EFG Swiss Open, dem Hublot Polo Gold Cup, der Country Night und dem Menuhin Festival Gstaad beheimatet die Region jeden Sommer Grossveranstaltungen mit internationaler Ausstrahlung. Diese zahlen laut Riedi perfekt auf das Image von Gstaad als vielseitige Sport- und Kulturdestination ein und stärken das Markenversprechen eines authentischen, gleichzeitig dynamischen Ortes. Wichtig sei dabei, dass diese Highlights auch der lokalen Bevölkerung eine Plattform böten und direkt in die regionale Wertschöpfung einzahlten. «Das ist mit ein Grund, warum unsere Veranstaltungen auch den vollen Rückhalt unserer Bevölkerung spüren. Ohne wären Anlässe dieser Grösse für uns nicht realisierbar.»

Swatch Beach Pro stärkt Gstaads Ruf als Sportdestination. Quelle: zvg

Die geplante Concert Hall als Gamechanger

Ein weiterer kultureller Meilenstein soll die neue Gstaad Concert Hall werden, entworfen von Herzog & de Meuron. Mit dem aktuellen Menuhin Festival und rund 35’000 Zuhörer:innen pro Jahr stosse die Destination mit der bestehenden Infrastruktur an ihre Grenzen, erklärt Riedi. «Die neue Concert Hall wäre für das kulturelle Standing unserer Destination in vielerlei Hinsicht ein Gamechanger. Wir bekämen damit auf einen Schlag einen Leuchtturm, vergleichbar mit der architektonischen und funktionellen Wirkung eines KKL in Luzern.» Zudem würde die Concert Hall die Position von Gstaad im MICE-Bereich (Meetings, Incentives, Conferences & Events) deutlich stärken.

Gstaad zieht mit EFG Swiss Open Tennis-Fans an. Quelle: zvg

Stakeholder-Strategie und das Gstaad Palace

Für ein stimmiges Marken- und Destinationserlebnis sei ein kollektives Markenverständnis entscheidend. In der gemeinsamen Tourismusstrategie 2025+ seien mehr als 35 Stakeholder-Organisationen aus der Region fest eingebunden – von der Skischule über die Bergbahnen bis zur lokalen Bevölkerung. «So stellen wir sicher, dass alle am gleichen Strick ziehen», sagt Riedi.

Eine besondere Rolle spiele dabei das Gstaad Palace. Gemeinsam mit dem Bau der MOB-Bahn habe die Eröffnung des Traditionshauses Anfang des 20. Jahrhunderts den Grundstein für den touristischen Charakter der Region gelegt. Auch heute sei das Haus ein wichtiges, weltweites Aushängeschild und profitiere die lokale Hotellerie vom Palace als führendem Haus, das Massstäbe setze und Impulse für die gesamte Destination gebe.

Premiere im Berner Oberland für Sponsoring Schweiz

Anfang Juli veranstaltete Sponsoring Schweiz zum ersten Mal einen Mitgliederanlass über zwei Tage. Rund 50 Mitglieder:innen folgten anlässlich des Swatch Beach Pro Gstaad der Einladung ins Berner Oberland. Neben einem exklusiven Blick hinter die Kulissen des Anlasses mit Organisator Ruedi Kunz vermittelte Inhaber Andreas Scherz wertvolle Eindrücke aus dem Gstaad Palace. Ein Podiumsgespräch mit Vertreter:innen des Menuhin Festivals (Hans-Ueli und Marlène Tschanz), des Hoteliersvereins (Christoph Huber) und von Gstaad Saanenland Tourismus (Oliver Waser) beleuchtete die regionale Bedeutung der geplanten Concert Hall. Den fachlichen Schlusspunkt setzte ein Impulsreferat von Nicolas Kusy (AVD Management) zur Athletenvermarktung im Beachvolleyball und Tennis.

Bot einen Blick hinter die Vermarktungskulissen der Sportarten Tennis und Beachvolleyball: Nicola Kusy. Quelle: zvg

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