61. Solothurner Filmtage: 65’000 Eintritte, aber Finanzlücke

Die 61. Solothurner Filmtage verzeichneten rund 65’000 Eintritte und boten mehr als 1’300 Filmschaffenden eine Plattform. Trotz des Publikumserfolgs bleibt die finanzielle Lage angespannt – das Festival schloss das Geschäftsjahr mit einem operativen Minus ab.

Zahlreiche Besucher verfolgen gespannt das Programm. Quelle: zvg

Die Solothurner Filmtage blickten anlässlich der Mitgliederversammlung vom 30. Juni 2026 auf eine gelungene 61. Ausgabe zurück. Die Zuschauerzahlen blieben mit rund 65’000 Eintritten stabil – doch das Festival steht vor finanziellen Herausforderungen, die auch das kommende Geschäftsjahr prägen dürften.

Rückblick auf eine lebendige 61. Ausgabe der Solothurner Filmtage

Im vergangenen Januar präsentierten die Solothurner Filmtage 170 Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme aus allen Schweizer Sprachregionen. Mehr als 1’300 Filmschaffende nutzten das Festival als Plattform für Begegnung, Austausch und Networking. Die ergänzenden Spezialprogramme widmeten sich vielfältigen Themen: Internationale Filme rund um «Kitsch» standen im «Fokus», während die «Rencontre» mit der libanesisch-jüdisch-stämmigen Genfer Filmemacherin Edna Politi das Thema Nahost ins Licht rückte. Die Reihe «Histoires» liess das Wirken von Schweizer Regiepersonen und Produzentinnen in der New Yorker Subkultur der 1980er-Jahre aufleben. Teile der Retrospektiven gingen nach den Filmtagen auf Reisen und wurden von Partnerinstitutionen in der Schweiz und in Nachbarländern aufgenommen.

Operative Leiterin erklärt das Ergebnis

Der Präsident der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage (SGSF), Andreas Spillmann, sowie die Co-Leitung, Monica Rosenberg und Niccolò Castelli, präsentierten im Kapuzinerkloster den Jahresbericht und die Jahresrechnung. Letztere fiel trotz einer Lücke im Hauptsponsoring besser aus als budgetiert. «Dank Mehreinnahmen im Ticketing, zusätzlicher Unterstützung durch Stiftungen und die öffentliche Hand sowie konsequenten Bemühungen zur Kostenoptimierung konnte das Geschäftsjahr mit einem operativen Ergebnis von minus TCHF 39 abgeschlossen werden», erklärte Monica Rosenberg, operative Leiterin.

Finanzielle Herausforderung für die Solothurner Filmtage

Das wirtschaftliche Umfeld und die Sponsorensituation bleiben für das neue Geschäftsjahr angespannt. Die Solothurner Filmtage wollen zu einer kostendeckenden Finanzierung zurückfinden, um das Festival für Publikum und Branche im bewährten Umfang sicherzustellen. Der achtköpfige Vorstand und die Co-Leitung engagieren sich umfassend, um dieses Ziel zu erreichen. Präsident Andreas Spillmann hält dazu fest: «Die Solothurner Filmtage sind ein unverzichtbarer Treffpunkt des Schweizer Films. Die aktuelle Situation fordert uns heraus – das Ziel ist aber klar: das Festival in seiner Qualität und Bedeutung langfristig zu stärken.»

Der vollständige Rückblick mit allen Kennzahlen steht im soeben erschienenen Jahresbericht zur Verfügung. Die 62. Solothurner Filmtage finden vom 20. bis 27. Januar 2027 statt.

Weitere Informationen: https://www.solothurnerfilmtage.ch

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