HSO-Studie: Frauen in Führung trotz struktureller Hürden

Frauen wollen Verantwortung übernehmen und investieren gezielt in Weiterbildung – auch in KI und Leadership. Die aktuelle HSO-Studie zeigt jedoch: Strukturelle Hürden wie Mutterschaft und fehlende Rahmenbedingungen bremsen den Aufstieg nach wie vor.

Frauen streben aktiv nach Führungspositionen. Quelle: zvg

Frauen in Führung – das ist kein fernes Zukunftsbild mehr, sondern ein aktiv verfolgtes Ziel. Das zeigt die aktuelle Studie «Frauen in Wirtschaft & Führung von morgen» der HSO Wirtschafts- und Informatikschule, für die mehr als 120 Teilnehmerinnen befragt wurden. Die Mehrheit sieht sich klar als Teil der nächsten Generation von Führungskräften und bereitet sich gezielt darauf vor – insbesondere mit Weiterbildungen in Künstlicher Intelligenz und Executive Leadership.

Weiterbildung als strategische Investition

Die Ergebnisse machen deutlich: Weiterbildung ist für die befragten Frauen kein «Nice-to-have», sondern eine bewusste Karrierestrategie. Mehr als 90 Prozent sind überzeugt, dass sie ohne gezielte Weiterbildung beruflich nicht weiterkommen. Anna Heusser, Head of Education and School Operations und Mitglied der Geschäftsleitung der HSO, kommentiert: «Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass junge Frauen die hohe Bedeutung kontinuierlicher Weiterbildung für ihre Karrierechancen klar erkennen und aktiv wahrnehmen. Diesen starken Trend spüren wir auch an der HSO deutlich, in wachsendem Interesse, hoher Motivation und klaren beruflichen Ambitionen.»

Grosser Wille, strukturelle Bremsen

Trotz der hohen Motivation zeigt die Studie ein klares Spannungsfeld: Der Wille zur Führung ist vorhanden, doch die Rahmenbedingungen halten nicht Schritt. Laut dem Nachwuchsförderungsbericht des Bundes zu MINT-Berufen bleiben Frauen nicht aufgrund fehlender Fähigkeiten zurück, sondern werden durch strukturelle Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Erwartungen ausgebremst. In vielen technischen Berufen sind sie weiterhin deutlich unterrepräsentiert – obwohl das Leistungspotenzial gleichwertig ist.

Anna Heusser unterstreicht: «Trotz der starken Motivation und klaren Ambitionen bestehen weiterhin zentrale Hürden für junge Frauen: begrenzte zeitliche Ressourcen, finanzielle Belastungen sowie oft fehlende oder unzureichende Unterstützung seitens der Arbeitgeber erschweren den Zugang zu Weiterbildungen und hemmen die Karriereentwicklung. Gerade diese strukturellen Rahmenbedingungen verdeutlichen, wie essenziell flexible, gut zugängliche und praxisnahe Bildungsangebote sind.»

Mutterschaft als Karrierehindernis – Schweiz noch nicht familienfreundlich genug

Bei der HSO-Befragung formulieren die Teilnehmerinnen klare Anforderungen an Wirtschaft und Politik: mehr zeitliche Flexibilität, bessere finanzielle Unterstützung für Weiterbildung und Rahmenbedingungen, die Familie und Karriere tatsächlich vereinbar machen. Denn viele erleben die Realität noch anders: Mutterschaft wird weiterhin als Karrierehindernis wahrgenommen, und die Schweiz gilt aus Sicht der Befragten noch nicht als ausreichend familienfreundlich.

Frauen in Führung: Bereit – aber auf Unterstützung angewiesen

Die Studienergebnisse zeichnen ein eindeutiges Bild: Frauen sind bereit, Führungsverantwortung zu übernehmen, sich weiterzubilden und aktiv die Zukunft mitzugestalten – auch in technologiegetriebenen Bereichen. Was fehlt, sind Rahmenbedingungen, die mit dieser Entwicklung Schritt halten. Die Studie liefert damit einen relevanten Impuls für Unternehmen, Bildungsinstitutionen und politische Entscheidungsträger:innen gleichermassen.

Mehr Informationen zur HSO und ihren Bildungsangeboten: https://www.hso.ch

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