Nur 1 Prozent der Schweizer KMU optimal vor Cyberangriffen geschützt

Der Cisco Cybersecurity Readiness Index 2025 zeigt alarmierende Lücken in der IT-Sicherheit bei Schweizer KMU. Nur 1 Prozent verfügt über den bestmöglichen Schutzstatus, obwohl 36 Prozent bereits Cyberangriffe erlebt haben. 80 Prozent kämpfen mit dem Fachkräftemangel in der IT-Security.

Ob Phishing, Ransomware oder KI-basierte Angriffe auf Unternehmensnetzwerke, die Bedrohungslage verschärft sich. Besonders betroffen sind KMU, da ihnen häufig die Ressourcen für umfassende IT-Security-Massnahmen fehlen. Viele Unternehmen unterschätzen zudem die Wahrscheinlichkeit, selbst Opfer eines Cyberangriffs zu werden.

Die Praxis zeigt, dass bereits viele Schweizer Unternehmen von Attacken betroffen waren: 36 Prozent der für Cisco befragten KMU berichten von Cyberangriffen, bei grösseren Unternehmen sind es sogar 58 Prozent. Trotz der hohen Angriffserfahrungen verfügt nur 1 Prozent der KMU in der Schweiz über den bestmöglichen Schutzstatus.

«Gerade KMU dürfen das Thema Cybersicherheit nicht länger aufschieben. Ein Mindestmass an Schutzmassnahmen reicht nicht aus, um komplexen Angriffsmethoden wie KI-basierten Angriffen auf Unternehmensnetzwerke standzuhalten. Auch KMU brauchen ein gutes Cyberschutzniveau, sonst drohen Betriebsausfälle, der Verlust von Kundenvertrauen, möglichen Klagen und im Extremfall die Unternehmenspleite», sagt Christopher Tighe, General Manager Cisco Schweiz.

KMU investieren deutlich weniger als Grossunternehmen

Magere 11 Prozent der Schweizer KMU zählen immerhin zur zweitbesten Abwehr-Kategorie und haben damit ein gutes Schutzniveau. Damit sind in der Schweiz insgesamt 12 Prozent mindestens gut geschützt. Bei den grossen Unternehmen ist das für 26 Prozent zutreffend – mehr als doppelt so viele.

Noch erschreckender: Es planen nur 28 Prozent der KMU in den kommenden ein bis zwei Jahren umfassende Modernisierungen ihrer IT-Infrastruktur. Bei den Grossunternehmen liegt der Anteil bei 45 Prozent. Besonders grosse Unterschiede in der Investitionsplanung gibt es bei neuen Sicherheitslösungen (37 Prozent KMU vs. 55 Prozent grössere Unternehmen), bei Investitionen in KI-basierte Systeme (33 Prozent KMU vs. 51 Prozent grössere Unternehmen) sowie für neue Automatisierungslösungen im Sicherheitsbereich (26 Prozent KMU vs. 40 Prozent grössere Unternehmen).

Auch die Rückschau zeigt einen spürbaren Finanzierungsunterschied: Budgets für Cybersecurity sind in den letzten ein bis zwei Jahren bei 14 Prozent der befragten KMU signifikant gestiegen, von Vertretern grosser Unternehmen bejahen dies 42 Prozent.

Trügerische Sicherheit bei KMU

Trotz der vergleichsweise schwachen Abwehrfähigkeiten sind KMU erstaunlich zuversichtlich: 96 Prozent halten ihre aktuelle IT-Infrastruktur für ausreichend, um in naher Zukunft gegen Cyberattacken gewappnet zu sein. «Die individuell empfundene Sicherheit schweizer KMU ist ein Trugschluss. Viele unterschätzen die Dynamik und Professionalität heutiger Cyberangriffe. Wer jetzt nicht nachrüstet, riskiert gravierende Schäden durch erfolgreiche Angriffe», betont Tighe.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Der Mangel an IT-Fachkräften betrifft 80 Prozent der KMU in der Schweiz. Eine ähnliche Einschätzung treffen mit 86 Prozent Zustimmung die grossen Unternehmen. Zudem kämpfen beide Unternehmensgruppen mit einer zunehmenden Komplexität der IT-Security-Infrastruktur: 48 Prozent der KMU setzen bereits 11 bis 40 verschiedene Sicherheitslösungen ein, 18 Prozent sogar bis zu 70. Drei von vier Unternehmen sehen darin eine klare Beeinträchtigung ihrer Verteidigungsfähigkeit.

8000 Entscheider befragt

Für den Cybersecurity Readiness Index 2025 wurden weltweit 8000 Cybersecurity-Entscheider befragt, davon 203 in der Schweiz. Als KMU werden in dieser Analyse Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern gezählt. 90 Schweizer Experten und Entscheider aus dieser Gruppe nahmen an dieser Umfrage teil. 113 Experten und Entscheider aus grossen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern bilden die Vergleichsgruppe. Die Umfrage wurde von Januar bis Februar 2025 weltweit von einem Umfrageinstitut im Auftrag von Cisco durchgeführt. Zum Cybersecurity-Awareness-Monat Oktober hat Cisco die Daten in der Schweiz noch einmal mit einem KMU-Fokus ausgewertet.

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