Adecco-Studie: KI spart Zeit – doch wird nicht immer sinnvoll genutzt
Der aktuelle Global Workforce of the Future-Report des Adecco-Konzerns zeigt: Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) nimmt weltweit stark zu – doch die erhofften Produktivitätsgewinne bleiben oft aus. Beschäftigte schätzen, im Schnitt zwei Stunden pro Tag durch KI zu sparen, doch laut Studie wird diese Zeit vielfach nicht in wertschöpfende Aufgaben investiert.

Optimismus mit Schattenseiten
Mehr als drei Viertel der Beschäftigten sagen, KI ermögliche ihnen neue Tätigkeiten. 76 Prozent erwarten die Schaffung neuer Jobs, 70 Prozent rechnen mit einer Umgestaltung ihrer Aufgaben. Dennoch befürchtet fast ein Viertel Jobverluste.
Adecco-CEO Denis Machuel betont, Technologie allein genüge nicht: „Der Mensch bleibt im Zentrum jeder Transformation. Unternehmen müssen in Schulung, Engagement und Vertrauen investieren, damit KI echten Mehrwert schafft.“
Zukunftsbereite Arbeitskräfte auf dem Vormarsch
Der Anteil «future-ready» Mitarbeitender – also jener, die sich aktiv weiterbilden und neue Technologien adaptieren – hat sich auf 37 Prozent verdreifacht. Laut Daniela Seabrook, Chief HR Officer von Adecco, profitieren sie von klaren Zielen und Lernchancen: «Arbeitnehmende brauchen Orientierung und ethische Leitplanken, damit KI Wachstum und Potenzial freisetzt.»
Viele Beschäftigte nutzen die gewonnene Zeit jedoch weiterhin für Routinetätigkeiten. Um Effizienz in Wertschöpfung zu überführen, müssten Unternehmen Wirkung und Sinn stärker messbar machen.
Sinn und Entwicklung als Bindungskraft
Wer versteht, wie die eigene Arbeit zur Unternehmensstrategie beiträgt, bleibt loyaler: 99 Prozent jener, die täglich Sinn empfinden, planen, im Unternehmen zu bleiben – gegenüber 53 Prozent ohne dieses Gefühl. Auch die Bedeutung von Weiterentwicklung steigt: Ein Drittel würde bleiben, wenn klare Karrierepfade bestehen (Vorjahr: 22 Prozent).
Menschliches Vertrauen bleibt entscheidend
KI wird vor allem für Routine und Training geschätzt, doch bei sensiblen Entscheidungen zählt weiterhin menschliches Urteilsvermögen. Führungskräfte sind KI gegenüber offener als Berufseinsteiger– ein Hinweis auf den Bedarf an Transparenz und ethischen Regeln.
«KI ist heute eine strategische Notwendigkeit», so Machuel. «Nur wer Governance, Weiterbildung und Verantwortung zusammendenkt, kann nachhaltige Produktivität erreichen – mit dem Menschen im Mittelpunkt.»
Der vollständige Global Workforce of the Future 2025-Report ist auf der Website des Adecco-Konzerns abrufbar unter https://www.adeccogroup.com/global-workforce-of-the-future-research-2025
