Esther Grether verstorben: Pionierin der Schweizer Wirtschaft hinterlässt bedeutendes Erbe

Die Schweizer Unternehmerin Esther Grether ist am 27. August 2025 im Alter von 89 Jahren verstorben. Als eine der ersten Unternehmerinnen der Schweiz prägte sie die Geschicke von Doetsch Grether und hinterlässt neben einem erfolgreichen Unternehmen auch eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen des Landes.

Esther Grether
Esther Grether prägte als Delegierte des Verwaltungsrates die Geschicke von Doetsch Grether über Jahrzehnte. Bild: zvg

Esther Grether ist am 27. August 2025 im Alter von 89 Jahren friedlich eingeschlafen. Die Basler Unternehmerin gehörte zu den Pionierinnen der Schweizer Wirtschaft und hinterlässt ein beeindruckendes Lebenswerk.

Als mittleres von drei Kindern in bescheidenen Verhältnissen in Basel aufgewachsen, bewies Grether früh ein ausgeprägtes Gespür fürs Geschäft. Ihre Karriere bei Doetsch Grether begann sie als Assistentin des damaligen Firmenpatrons Hans Grether, den sie später heiratete. Nach dessen frühem Tod 1975 übernahm sie als Delegierte des Verwaltungsrates die Führung des Unternehmens – zu dieser Zeit eine absolute Ausnahmeerscheinung in der Schweizer Wirtschaftslandschaft.

Unter ihrer Führung entwickelte sich Doetsch Grether erfolgreich weiter. 2014 übergab sie die Unternehmensleitung an Valentino Cè als Präsident des Verwaltungsrates, der das Unternehmen neu ausrichtete. Heute zählt Doetsch Grether zu den Top Ten der Schweizer Unternehmen im Consumer Health Markt, mit bekannten Marken wie Grether’s Pastilles, neo-angin, ceylor, Omega-life und Vita Health Care. Seit 2020 führt CEO Marc Wannhoff das Familienunternehmen operativ.

Neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit war Esther Grether eine bedeutende Kunstsammlerin. Sie baute eine der wichtigsten privaten Kunstsammlungen der Schweiz auf und stellte regelmässig Werke als Leihgaben für Museen zur Verfügung – zuletzt im Herbst 2019 mit 19 Werken im Basler Kunstmuseum.

Auch als Aktionärin der Swatch-Gruppe setzte Grether Akzente und gehörte bis 2014 dem Verwaltungsrat des Bieler Uhrenkonzerns an. Neben ihrem vielfältigen beruflichen Engagement zog sie zwei Kinder gross: Hans Christoph und Susanne Grether.

Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte Esther Grether zurückgezogen in ihrem Basler Zuhause. Die Abdankung findet im kleinen Kreis statt.

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