Zu guter Letzt: Aufklärungsarbeit mit Todsünden-Marketing
Beim Marketing dreht sich alles ums Geld. Geld aber ist schmutzig – und ebenso die sieben Todsünden. Kein Wunder, passt das gut zusammen. Das sagte sich vor drei Jahren auch der Eiscrèmehersteller Langnese.
Beim Marketing dreht sich alles ums Geld. Geld aber ist schmutzig – und ebenso die sieben Todsünden. Kein Wunder, passt das gut zusammen. Das sagte sich vor drei Jahren auch der Eiscrèmehersteller Langnese, nahm die Verführung ins Visier und benannte sieben seiner Magnum-Kreationen nach den Todsünden der Bibel.
Neu aufgegriffen hat diese Idee eine neuseeländische Restaurantkette mit ebenfalls nicht ganz koscherem Namen: Hell’s Pizza bietet derzeit zu jeder der sieben Todsünden die passende Pizza: Wollust, Gier, Trägheit, Zorn, Hochmut, Neid und Völlerei heissen die Kreationen. Aufsehen erregt haben jedoch bis anhin in erster Linie nicht die sündigen Speisen, sonder vor allem die Marketing-Strategie für die Wollust-Variante. Als Werbung landete statt einem Stück Pizza ein Kondom inklusive detaillierter Gebrauchsanweisung in den Briefkästen.
Ausgelöst hat die Kampagne jedoch, anstelle von einem gesteigerten Pizzakonsum, die grösste Beschwerdeflut in der Geschichte der staatlichen Werbeaufsichtsbehörde. Neben erbosten Elterngruppen protestierten neben anderen – wenn überrascht’s – die Katholische Kirche. Hell’s Pizza rechtfertigt sich derweil mit Schwangerschaftsprävention. Mit den Präservativen wolle man Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen leisten, weise Neuseeland doch unter den Industriestaaten die dritthöchste Rate an Teenie-Schwangerschaften auf. Bleibt zu rätseln, zu welchen Werbemitteln – und damit verbundenen Moralpredigten – die Höllenpizza-Köche wohl noch in Zukunft greifen.
