«Dubai-Schokolade»: So gross ist das Interesse am Social Media Hype

Alle wollen «Dubai-Schokolade» – und der Handel reagiert. Doch wie gross das Interesse der Deutschen an der Trend-Süssigkeit wirklich ist, hat Yougov nun untersucht.

Bild: Daniel Fazio; Unsplash.

Die «Dubai-Schokolade» ging in den letzten Monaten in den sozialen Medien, besonders bei Tiktok, viral. Bezeichnet wird damit eine aus Dubai stammende Schokoladenkreation mit einer Füllung aus Pistaziencreme und türkischen Teigfäden – das Original ist bisher noch nicht in Deutschland erhältlich. Die Neugierde wird dadurch vermutlich noch gesteigert, weil die Schokolade für viele noch ein Mysterium und Geheimnis ist. Diese Tatsache animiert viele Food-Influencer und Hobby-Köche dazu, sich selbst an dem Rezept zu probieren und die trendende Schokolade selbst herzustellen.

Deutsche Supermärkte springen auf den Zug auf und bieten zum einen nachgemachte Tafeln in ihrem Sortiment an, und zum anderen die Einzelzutaten auf exponierten Verkaufstischen kombiniert. Doch wie sieht es unter deutschen Verbrauchern aus – wie bekannt ist die geheimnisvolle Schokolade aus Dubai tatsächlich in der Gesamtbevölkerung, und welche Einstellungen haben Schokoladen-Liebhaber und andere Zielgruppen?

Laut dem Yougov Zielgruppen-Segmentierungstool Yougov Profiles hat gut jeder vierte Deutsche (27 Prozent) schon einmal etwas von der Schokolade gehört. Unter Schokoladen-Fans, also jenen, die mehrmals wöchentlich oder sogar täglich Schokolade essen, sagen dies sogar zwei von fünf (40 Prozent). 38 Prozent der Schoko-Fans sind sehr daran interessiert, die Schokolade einmal zu probieren. Auch hierbei ist ein Unterschied zur Gesamtbevölkerung deutlich: Unter allen Deutschen ist aber immerhin noch jeder Fünfte (21 Prozent) sehr neugierig auf eine Kostprobe. 3 Prozent der regelmäßigen Schokoladenesser in Deutschland haben die Schokolade nach eigenen Angaben sogar schon probiert (vs. weniger als 1 Prozent der Gesamtbevölkerung).


Kenner der Schokolade sind jung und weiblich

Da die «Dubai-Schokolade» ja als Social-Media-Trend daherkam, mag die folgende Erkenntnis wenig überraschen: Die Kenner der Schokolade, also jene, die schon einmal von der «Dubai»-Schokolade gehört haben, sind eher jüngeren Alters: 38 Prozent der Kenner sind im Alter von 18 bis 34 Jahren (vs. 24 Prozent Gesamtbevölkerung). Auch sind unter den Kennern überproportional viele Frauen: 57 Prozent (vs. 51 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Die «Dubai-Schokolade» will Exotik versprühen, ein Gefühl von Ferne und Luxus. Kenner der Schokolade sind Luxus gegenüber durchaus aufgeschlossen: 36 Prozent halten Luxusgüter für eine gute Investition (vs. 31 Prozent Gesamtbevölkerung), und 58 Prozent wertschätzen Luxusgüter als hochwertige Produkte (vs. 54 Prozent). 18 Prozent der Kenner besitzen Produkte von Chanel (vs. 12 Prozent), 15 Prozent von Dior (vs. 11 Prozent), 11 Prozent von Cartier (vs. 7 Prozent) und 12 Prozent von Prada (vs. 8 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Möglicherweise sind daher die Käufer von Schokoladentafeln, die alltäglich in deutschen Supermärkten angeboten werden, gar nicht so vertraut mit dem neuen Hype. So sagen beispielsweise aktuelle Kunden von Ritter Sport häufiger als die Gesamtbevölkerung, dass sie von der «Dubai-Schokolade» noch gar nichts gehört haben (76 vs. 70 Prozent). Gleiches trifft auf die aktuellen Kunden von Milka zu: 73 Prozent kennen die exotische Schoko-Kreation nicht (vs. 70 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Ein signifikant höheres Interesse an der «Dubai-Schokolade» im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zeigen hingegen aktuelle Kunden von Lindt (59 Prozent vs. 48 Prozent). Das Interesse unter Käufern von Milka und Ritter Sport (jeweils 51 Prozent) sowie unter jenen von Kinder Schokolade (52 Prozent) ist im Vergleich dazu nur geringfügig größer als das der Gesamtbevölkerung. Die Marke Lindt sieht sich als Premium-Schokoladen-Hersteller und will damit keine finanzschwache Zielgruppe ansprechen.

Das heisst: Schokoladen-Hersteller aufgepasst. Gewöhnlichkeit ist nichts für die Fans. Sie wollen Geheimnis, Exotik, das Unbekannte, ein bisschen Luxus aus der weiten Welt, und vor allem wollen sie eine interessante Social-Media-Erfahrung. Für unsere hiesigen Schokoladen-Unternehmen heißt das: Vermengt exotische Zutaten mit einer Prise Aufregung, einer guten Story, frischen Gesichtern und einem Preis, der zwar bezahlbar ist, aber nicht als billig wahrgenommen wird.

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