Zu guter Letzt: Handy-Kunde für Schüler

Mit einer Art Handy-Kunde im Unterricht will die Erfurter Medienwissenschaftlerin Iren Schulz die Medienkompetenz von Schülern fördern. Der Mobilfunk spiele inzwischen eine entscheidende Rolle bei der Identitätsfindung von Jugendlichen, erklärte Schulz in einem DPA-Gespräch.

Mit einer Art Handy-Kunde im Unterricht will die Erfurter Medienwissenschaftlerin Iren Schulz die Medienkompetenz von Schülern fördern. Der Mobilfunk spiele inzwischen eine entscheidende Rolle bei der Identitätsfindung von Jugendlichen, erklärte Schulz in einem DPA-Gespräch. Allerdings sei in den meisten Schulen bisher noch kein rechter Umgang mit dem Medium gefunden worden.Schulz arbeitet an der Erfurter Universität an einer Studie über die Bedeutung von Handys in sozialen Beziehungen von Jugendlichen. Als schwerwiegendes Problem bezeichnet sie die Tauschbörsen, bei denen vor allem Jungen kleine Filme mit Gewalt- und Pornoszenen austauschten. Vor dieser Entwicklung dürfe die Gesellschaft nicht länger die Augen verschliessen. Eine Regulierung, wenn möglich auch in der Hardware der Geräte, sei dringend notwendig.
Welche Bedeutung die Clips für die Jugendlichen haben, ist Schulz zufolge bislang nicht eindeutig erforscht. Als äusserst problematisch bezeichnet sie die Tatsache, dass die Filme spielend leicht auch in die Hand von Kindern gerate. Schliesslich sei heute bereits ein Drittel der Acht- und Neunjährigen im Besitz eines Handys.
So vernünftig Schulzers Anliegen klingt, so sehr hat sich die Werbewoche-Redaktion über den Titel der Meldung «Medienwissenschaftlerin fordert Handy-Kunde im Unterricht» gewundert: und da denkt man, Kids wüssten über Handys hundert Mal besser Bescheid als ihre Lehrer …

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