Zu guter Letzt: Der Gott in Weiss
Saure-Gurken-Zeit sind die Sommerferien üblicherweise für die Medien. Heuer profitieren sie aber von den sportlichen Glanzleistungen der helvetischen Sportler. Sportredaktionen geizen selten mit Superlativen, nun haben sie aber gleich auch einen neuen Gott geschaffen.
Saure-Gurken-Zeit sind die Sommerferien üblicherweise für die Medien. Heuer profitieren sie aber von den sportlichen Glanzleistungen der helvetischen Sportler – oder zumindest von Sportlern, die unter Schweizer Flagge aktiv sind. Nachdem schon die Alinghi der Medienwelt Jubelschreie entlockte (siehe ), ist nun Tennis-Ass Roger Federer dran. Pardon, Tennis-Gott! So nämlich heisst er laut dem Blick ab heute: «Roger, God of Tennis». Zwar ist man sich ja schon gewohnt, dass der Basler einen Pokal nach dem anderen holt. Dass Federer nun aber auch Björn Borgs Wimbledon-Rekord egalisierte, füllte wieder zahlreiche Spalten in der Presse, obwohl es auch kurz und prägnant ginge, wie das St. Galler Tagblatt zeigt: «Federer wie Borg». Und auch das Fernsehen mag den allmächtigen Roger: Das Finalspiel verhalf SF 2 nämlich zu rund einer halben Million Zuschauer und einem Marktanteil von 41,1 Prozent. Nun bleibt zu hoffen, dass die Welle des Erfolgs auch unsere Wintersportler mitreisst. Dann haben die Blattmacher und Programmdirektoren nämlich auch in der kalten Jahreszeit ausgesorgt.
