Zu guter Letzt: Richtige, falsche und richtig falsche Steves

Das amerikanische Silicon Valley, Heimatort von allerlei Internet-Seifenblasen, ist um ein Geheimnis ärmer: Während 14 Monaten rätselten die Computerprofis in dem Tal hinter San Francisco darüber, wer hinter dem geheimen Tagebuch von Steve Jobs steckt.

 Das amerikanische Silicon Valley, Heimatort von allerlei Internet-Seifenblasen, ist um ein Geheimnis ärmer: Während 14 Monaten rätselten die Computerprofis in dem Tal hinter San Francisco darüber, wer hinter dem geheimen Tagebuch von Steve Jobs steckt. Der Apple-Chef führte nämlich seit letzem Sommer angeblich einen Blog, in dem er sich beispielsweise darüber ausliess, dass Dienstreisen von IBM-Mitarbeitern aussehen würden wie ein Ausflug von Nonnen: Die Kollegen kämen immer in kleinen Horden, mindestens zu zwanzig. Der fast täglich gefütterte Blog erstaunte umso mehr, als dass der Apple-Konzern eher für seine Schweigsamkeit bekannt und die tröpfchenweise Informationsabgabe berüchtigt ist. Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, ist die Identität des falschen Steve Jobs nun aber gelüftet: In die Tasten haute jeweils der 46-jährige Daniel Lyons, ein Redaktor des US-Wirtschaftsmagazins Forbes. Enttarnt wurde er von einem schreibenden Kollegen, nämlich Brad Stone von der New York Times. Lyons bezichtigt Stone zwar auf seinem Blog, dass er tausenden von Menschen den Spass an einem kindlichen Geheimnis verdorben habe. Gleichzeitig freut sich jedoch der «echte falsche Steve», wie er sich selbst tituliert, diebisch darüber, durch eine angesehene, gedruckte Zeitung aufgeflogen zu sein, und nicht etwa durch ein Online-Newspaper. Und er spart nicht mit Spott für die Bloggerszene: Da hätten die doch monatelang versucht, seine Identität zu entschleiern – und der New-Yorker-Schreiberling habe es in einer blossen Woche rausgekriegt.
Trotz seiner latenten Verachtung für die bloggende Masse weiss der falsche Steve Jobs die Dynamik des World Wide Web zu nutzen: Der ganze Rummel um seine Enttarnung wird nämlich dem Buch, das er im Herbst über den richtigen Steve Jobs auf den Markt bringt, sicher zuträglich sein. Und eine weitere Befriedigung kann er verbuchen: Seine Idee wird bereits kopiert, unter Fakesteveballmer.com ist das geheime Tagebuch von Microsoft-Chef Steve Ballmer zu finden. Dessen Autor ist allerdings (noch) unbekannt.

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