Der Swisscom neue Kleider

Internet Für die Swisscom hat Jung von Matt/Limmat mehrere Massnahmen entwickelt, um die neue Markenwelt zu kommunizieren.

 
Internet Für die Swisscom hat Jung von Matt/Limmat mehrere Massnahmen entwickelt, um die neue Markenwelt zu kommunizieren.  
Es dürfte die Fangemeinschaftvon Beck-&-Bondi in einen Schockzustand versetzt haben, als die Swisscom mitteilte, dass mit der Einführung einer neuen Markenwelt die preisgekrönte Werbesoap eingestellt werde. Der Telecomanbieter hat keine Verwendung mehr für die Kultfamilien, weil die Swisscom die Gruppengesellschaften Fixnet, Mobile, Solution und Bluewin Anfang Jahr zusammengeführt hat. Nach aussen will man künftig unter der Dachmarke Swisscom auftreten. Neben Beck & Bondi wird auch das Bluewin-Logo zu Grabe getragen, was bei vielen Markenprofis auf Unverständnis stösst. Der einheitliche Auftritt müsse sein, kontert die Swisscom. Sie erhofft sich dadurch mehr Kommunikationseffizienz.
Herzstück neues LogoWas die Swisscom im letzten Jahr angekündigt hat, wird in diesen Tagen schweizweit umgesetzt. Seit ein paar Tagen steht das Kommunikationsunternehmen im neuen Kleid da. Herzstück des neuen Auftritts ist das blau-weiss-rote Logo, das von Bruno Maag, einem Londoner Grafiker mit Schweizer Wurzeln, entwickelt wurde. Neben dem schwungvollen Design dreht sich das Logo auf den Bildschirm um die eigene Achse. Mediensprecher Sepp Huber: «Wir glauben, dass solche bewegten Logos künftig mehr und mehr eingesetzt werden und wollen hier als Telecomunternehmen eine Vorreiterrolle einnehmen.» In der Bevölkerung erntet das Logo neben Lob auch Kritik. Komiker Victor Giaccobo witzte in seiner Show am Sonntag über das neue Aushängeschild des Telecom-anbieters: «Das neue Swisscom-Logo sieht wie eine Schildkröte aus, die auf dem Hintern sitzt.»
Für die Bekanntmachung des neuen Auftritts rührt die Swisscom mit grossen Kelle an. Die Zürcher Werbeagentur Jung von Matt/Limmat hat für den Telecomriesen ein grosses Massnahmenpaket entwickelt. Im Mittelpunkt der Kampagne steht ein Fernsehspot mit dem Namen «Omega Man», vermutlich eine Anlehnung an den Sciencefiction-Film aus dem Jahr 1971. Ein junger Mann tippt gedankenverloren auf seinem Handy rum. Als er sich wegen eines technischen Rats an seinen Kollegen wendet, ist die Welt um ihn herum plötzlich leer. Nach ein paar Schritten findet er aber im Swisscom-Shop Hilfe. Begleitet wird der Spot von einer nationalen Plakat- und Anzeigenkampagne, die vor allem durch ihre Schlichtheit auffällt.
Wie in diesen Tagen auf Forenseiten und in Weblogs nachzulesen ist, wirkten die Plakatsujets völlig fremd und emotionslos. Auf den ersten Blick sei auch unklar, wer hinter den Botschaften wie «Hallo-alle-Minuten-E-Mail-Checker. Wir sind da für Sie.» oder «Liebe Romantikerin. Ja, das gibt’s heute noch: Jemand ist da für Sie.» als Absender stecke. «Die Kampagne polarisiert tatsächlich. Ich finde sie aber sehr menschlich und nah», sagt Alexander Jaggy, Kreativchef von Jung von Matt/Limmat.
Markenversprechen einlösen Auf mehr Begeisterung stösst die Online-Kampagne, die Jung von Matt für den Kommunikationsriesen ins Leben gerufen hat. Auf der Microsite Swisscom-Mosaik.ch werden die Besucher aufgefordert, ihre Fotos einzusenden. Diese werden nach dem Mosaikprinzip in das Swisscom-Logo eingebaut. Die Zuordnung der Bilder geschieht aufgrund der Farben. «Damit wollen wir das Markenversprechen einlösen, nah bei den Kunden zu sein», sagt Matthias Adolf, Leiter Online bei Jung von Matt/Limmat. Das Hochladen der Fotos ist über das Internet oder per MMS möglich. Neu ist die Mosaikidee allerdings nicht. Auch die Umweltorganisation WWF hat vor zwei Jahren mit einer solchen Aktion den Dialog mit Usern gesucht.
Christian Lüscher

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