Zu guter Letzt: Frankreich spannt die Flügel

Nun dürfen endlich auch die Franzosen Energie tanken und sich Flügel antrinken: Zwölf Jahre war der vom österreichischen Konzern Red Bull hergestellte Energy Drink in Frankreich verboten. Nun fiel das Verbot nach ellenlangem Hin und Her.

 
Nun dürfen endlich auch die Franzosen Energie tanken und sich Flügel antrinken: Zwölf Jahre war der vom österreichischen Konzern Red Bull hergestellte Energy Drink in Frankreich verboten. Nun fiel das Verbot nach ellenlangem Hin und Her. Am Freitag unterzeichneten Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz und die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde ein entsprechendes Abkommen. Die französische Gesundheitsbehörde hatte die Vermarktung des Energy Drinks im Jahr 1996 verboten, weil die darin enthaltene Substanz Taurin von der Nahrungsmittelbehörde als gefährlicher Stoff eingestuft wurde. Es habe niemals Beweise für die Toxizität des Getränks gegeben, betonte das Wirtschaftsministerium nun überraschend einsichtig und erinnerte daran, dass Red Bull schon bislang in 25 von 27 Ländern der Europäischen Union verkauft wird. Nun ist Dänemark das einzige Land der Union, und neben Norwegen das einzige Land in Europa, das sich gegen den Verkauf sträubt.In Frankreich muss Red Bull nun einen Hinweis auf den Dosen anbringen, der besagt, dass das Getränk Kinder und schwangere Frauen schädigen könne. Bereits von Anfang an gab es immer wieder Diskussionen um die gesundheitlichen Gefahren des gelblichen Getränks. Auch in der Schweiz musste das Unternehmen lange auf eine Zulassung warten. Was dem Geschäft allerdings schlussendlich eher zuträglich war: Noch heute profitiert die Marke vom Image der einstigen Illegalität. Heute wird dieses allerdings eher durch ein ausgeklügeltes, auf kleine, innovative Events und Mund-zu-Mund-Propaganda ausgerichtetes Marketingkonzept gepflegt. Sogar kleinste Extremsport-Anlässe und illegale Parties an ungewöhnlichen Locations werden von Red Bull bereitwillig unterstützt. Anfang nächstes Jahr will Mateschitz sogar einen eigenen Satellitenfernsehkanal lancieren. Auf dem noch namenlosen Kanal – Gerüchten zufolge bemüht man sich um den Namen ÖTV – sollen ausschliesslich hochwertige Kultursendungen ausgestrahlt werden. Insgesamt wendete das Unternehmen im Jahr 2005 einen Drittel seines Umsatzes für Marketing auf – dreimal so viel, wie in der Konsumgüterindustrie üblich. Nun soll damit, 21 Jahre nach der Markteinführung des von abgeneigten Zungen oft als  «Gummibärchen-Plörre» bezeichneten Getränks, also auch Frankreich möglichst schnell in Taurinrausch versetzt werden. 

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