Zu guter Letzt: Kaukasus-PR

Der Konflikt zwischen Georgien und Russland wird nicht nur mit Waffen ausgetragen, längst hat sich der Kriegsschauplatz auch in die Medien verschoben. An der Deutung des Konflikts arbeiten auch zwei PR-Agenturen in Brüssel, eine für Georgien, eine für Russland.

Der Konflikt zwischen Georgien und Russland wird nicht nur mit Waffen ausgetragen, längst hat sich der Kriegsschauplatz auch in die Medien verschoben, wo die beiden Staaten um die Deutungshoheit dessen kämpfen, was sich seit dem 7. August im Kaukasus abgespielt hat. Gemäss einem Bericht der Süddeutschen Zeitung bezahlen zum Beispiel beide Länder eine PR-Agentur in der EU-Hauptsstadt Brüssel, die unter anderem zum Konflikt Pressemitteilungen im Interesse des jeweiligen Landes verfassen und an die Weltpresse verschicken.
Dies offenbar mit einigem Erfolg. Der von Georgien angeheuerte Krisenkommunikator James Hunt, der schon im Konflikt um die Ölplattform Brent Spar für Shell die Kartoffeln aus dem Feuer geholt hatte, schaffte es mit seinem Büro Aspect Consulting, am zweiten Kriegstag mehreren US-Medien die Geschichte des «Opfers Georgien» zu verkaufen, das von seinem Nachbarn Russland brutal angegriffen worden war. Und dies, obwohl der Georgische Präsident die Kampfhandlungen eröffnet hatte. Gegenüber der SZ sagte Hunt voller Stolz, der Georgien-Krieg könnte sein Meisterstück werden.
Die Russen scheinen aus der anfänglichen Schlappe an der Propaganda-Front zu lernen. Wenn auch zu langsam, wie sich ein russischer PR-Berater in der SZ beklagt. Der Rückstand liege am Kreml, der «PR-Arbeit als Propaganda betrachtet, die vor allem für russisches Publikum gemacht wird». Russlands Mann in Brüssel, der Holländer Hans Kribbe, gibt denn auch zu, dass Russland noch keine professionelle Kommunikationsstruktur habe. Kribbe arbeitet für Gplus Europe, eine Tochter des New Yorker PR-Imperiums Ketchum. Kribbe scheint aber dennoch davon überzeugt zu sein, dass auch die Russen im PR-Bereich noch ihre Hausaufgaben machen.

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