Business-Events werden kleiner und exklusiver
Barbra Albrecht, Leiterin Switzerland Convention & Incentive Bureau (SCIB) über Veranstaltungs-Trends und die Chancen der MICE-Destination Schweiz.

m&k: Barbra Albrecht, die Coronapandemie hat die MICE-Branche in eine Krise gestürzt. Gab es in dieser Zeit auch positive Aspekte?
Barbra Albrecht: Etwas Positives für die MICE-Branche kann ich dieser Krise beim besten Willen nicht abgewinnen. Möglicherweise einzig dies: Das Innovations- und Kreativitätspotenzial wurde weiterentwickelt. Die Anbieter und Organisatoren zeigten enorm viel Flexibilität beim Verschieben von bestätigten Business-Events, im Umgang mit der Planungsunsicherheit von neuen Veranstaltungen und haben sich mit Schutzkonzepten, Aufrüstung bei der Konferenztechnik, digitalen und hybriden Formaten für die Zeit nach der Pandemie fit gemacht.
Muss sich die Branche nun neu erfinden?
Die Branche erfüllt und antizipiert fortlaufend Kundenbedürfnisse. Die Krise hat neue Bedürfnisse geschaffen, die umgesetzt und weiterentwickelt werden, wie zum Beispiel Schutzkonzepte und Ansprüche an digitale Möglichkeiten. Auch ein Trend zu kleineren, exklusiveren Business-Events wird voraussichtlich auf dem Weg zur Rückgewinnung von Veranstaltungen einen Einfluss haben.
Wo liegen die grössten Chancen?
Die Schweiz ist eine Premium-Destination und steht für Zuverlässigkeit sowie sehr hohe Qualität. Wir gehen davon aus, dass Business-Events in nächster Zeit tendenziell kleiner und exklusiver werden. Sicherheit und Zuverlässigkeit gewinnen ganz klar an Bedeutung. Diese Faktoren steigern die Attraktivität der Schweiz als Destination für hochstehende Business-Events weiter und ermöglichen die Durchführung von Veranstaltungen, die in der Vergangenheit wegen ihrer hohen Teilnehmerzahl für unser Land zu gross waren.
Sehen Sie bereits Anzeichen einer Erholung?
Auf jeden Fall. Die verschobenen Meetings finden wieder statt und Anfragen für neue Veranstaltungen nehmen zu. Vor allem aus der Schweiz, dem angrenzenden Ausland, aber auch aus ganz Europa und Nordamerika.
Dieses Interview erschien zuerst im m&k go! der m&k Printausgabe 6-7/2021
