Schöne Formen und fehlende Inhalte
Ohne Not an einer vertrauten Marke herumzudoktern, ist stets falsch. Die FDP krankt nicht an ihrem Namen oder ihrem Logo, sondern an einer grassierenden Schwindsucht ihrer Markenpersönlichkeit.
Niemand, der diese Zeilen liest, wird daran zweifeln, dass Markenführung und das konstante Weiterentwickeln der Inhalte und der Form einer Marke entscheidend sind für deren Prosperität und Langlebigkeit. Tonnen von Papier und Tausende von Beiträgen im Web sind der Feinstofflichkeit des Markenmanagements gewidmet. Wenn aber die Subs-tanz der Marke auf dem Prüfstand steht, streitet man lieber ausgiebig über deren Form, um eine dringend notwendige Auseinandersetzung über den Markeninhalt zu vermeiden.
So jüngst zu beobachten bei der altehrwürdigen Gründungspartei der modernen Eidgenossenschaft, der FDP. Seit längerer Zeit verliert die Partei Substanz und Wähler. Also macht man sich geflissentlich und besorgt daran, der Marke ein neues Gesicht und einen neuen Namen zu geben und zu fusionieren mit einem Partner, den «Liberalen».
Mit Verve und Akribie stürzen sich die Beteiligten auf das Unwichtigste und erst noch Falscheste. Sie denken laut und öffentlich darüber nach, ob aus der FDP eine FLP (Freisinnig Liberale Partei) werden soll. Da freut sich des Kolumnisten Herz, weil wieder einmal vor aller Welt demonstriert wird, dass man genüsslich über die Form und den Namen streitet, wenn einem beim Inhalt nichts mehr einfällt.
Es gibt keinen einzigen vernünftigen oder nachvollziehbaren Grund, aus der FDP eine FLP zu machen. Ohne Not einen etablierten Namen aufzugeben oder an einer vertrauten Marke herumzudoktern, ist immer falsch. Die FDP krankt nicht an ihrem Namen oder ihrem Logo, sondern an einer grassierenden Schwindsucht ihrer Markenpersönlichkeit.
Sie ist ohne fassbare Identität, ohne stringentes Programm, ohne klare Überzeugungen und ohne Figuren, mit denen man sich identifizieren könnte. Es fehlt ihr momentan schlicht alles, was aus einer Marke eine Lovemark machen könnte. Denn nur Lovemarks schaffen es, «loyalty beyond reason» zu erzeugen, den grössten Asset, den eine Marke kreieren kann.
Anstatt ganz pragmatisch und handfest die Rolle der FDP in einer modernen, globalisierten Gesellschaft zu definieren, flüchtet man sich in eine skurrile Namensdebatte, die keinen interessiert oder berührt und den dringenden Diskussionsbedarf über die sensiblen und umstrittenen Merkmale der Marke FDP überlagert.
Statt aber nur zu nörgeln, an dieser Stelle ein ganz praktischer Hinweis, auf welcher Basis eine inhaltliche Debatte stattfinden könnte.
Auch wenn es Politiker gibt, die «Visionen» eher in einer psychiatrischen Universitätsklinik angesiedelt sehen wollen, kann eine Definition der Grundüberzeugung, auf die sich die Marke FDP abstützt, der Mission, die sie sich auf die Fahne schreibt, und der Werte, die sie vertritt, nicht schaden.
Es ist kein ausführliches Parteiprogramm gemeint, sondern eine pragmatische und handlungsorientierte Markenplattform, die sich nicht im Allgemeinen verliert, sondern sich auf das Wesentliche konzentriert.
Anstatt nun diese Inhalte wie üblich dem gefrässigen Parteiapparat vorzuwerfen, wäre eine Debatte über die tatsächlichen Aktionen angezeigt, die eine profiliert liberale Markenpersönlichkeit auslösen sollte. Das eigentliche Zielpublikum einer Partei, die Wählerschaft, würde dies mit Sicherheit honorieren. Das Spektakel einer mit sich selbst beschäftigten Parteikaste, die eine öffentliche Namensfindung zur Hauptaktivität ihres politischen Handelns macht, wäre danach überflüssig, und den Wählern würde eine willkommene Überraschung bereitet, an die sie wohl kaum mehr zu glauben gewagt haben.
Angesichts der weit verbreiteten Orientierungslosigkeit im freisinnig-liberalen Lager sind die Hoffnung auf einen Abbruch der Übung Namensänderung und eine Rückbesinnung auf inhaltliche Diskussionen und daraus folgernden politischen Aktionen eine Illusion.
Wäre die FDP tatsächlich eine Marke, wie sie es wohl gerne wäre, dann führt kein Weg an einer inhaltlichen Positionierung mit einem klaren trennscharfen Profil vorbei. Aber es ist wohl mehr als eine Vermutung, dass sie es nicht tun wird und damit eben «nur» eine Partei bleibt.
So jüngst zu beobachten bei der altehrwürdigen Gründungspartei der modernen Eidgenossenschaft, der FDP. Seit längerer Zeit verliert die Partei Substanz und Wähler. Also macht man sich geflissentlich und besorgt daran, der Marke ein neues Gesicht und einen neuen Namen zu geben und zu fusionieren mit einem Partner, den «Liberalen».
Mit Verve und Akribie stürzen sich die Beteiligten auf das Unwichtigste und erst noch Falscheste. Sie denken laut und öffentlich darüber nach, ob aus der FDP eine FLP (Freisinnig Liberale Partei) werden soll. Da freut sich des Kolumnisten Herz, weil wieder einmal vor aller Welt demonstriert wird, dass man genüsslich über die Form und den Namen streitet, wenn einem beim Inhalt nichts mehr einfällt.
Es gibt keinen einzigen vernünftigen oder nachvollziehbaren Grund, aus der FDP eine FLP zu machen. Ohne Not einen etablierten Namen aufzugeben oder an einer vertrauten Marke herumzudoktern, ist immer falsch. Die FDP krankt nicht an ihrem Namen oder ihrem Logo, sondern an einer grassierenden Schwindsucht ihrer Markenpersönlichkeit.
Sie ist ohne fassbare Identität, ohne stringentes Programm, ohne klare Überzeugungen und ohne Figuren, mit denen man sich identifizieren könnte. Es fehlt ihr momentan schlicht alles, was aus einer Marke eine Lovemark machen könnte. Denn nur Lovemarks schaffen es, «loyalty beyond reason» zu erzeugen, den grössten Asset, den eine Marke kreieren kann.
Anstatt ganz pragmatisch und handfest die Rolle der FDP in einer modernen, globalisierten Gesellschaft zu definieren, flüchtet man sich in eine skurrile Namensdebatte, die keinen interessiert oder berührt und den dringenden Diskussionsbedarf über die sensiblen und umstrittenen Merkmale der Marke FDP überlagert.
Statt aber nur zu nörgeln, an dieser Stelle ein ganz praktischer Hinweis, auf welcher Basis eine inhaltliche Debatte stattfinden könnte.
Auch wenn es Politiker gibt, die «Visionen» eher in einer psychiatrischen Universitätsklinik angesiedelt sehen wollen, kann eine Definition der Grundüberzeugung, auf die sich die Marke FDP abstützt, der Mission, die sie sich auf die Fahne schreibt, und der Werte, die sie vertritt, nicht schaden.
Es ist kein ausführliches Parteiprogramm gemeint, sondern eine pragmatische und handlungsorientierte Markenplattform, die sich nicht im Allgemeinen verliert, sondern sich auf das Wesentliche konzentriert.
Anstatt nun diese Inhalte wie üblich dem gefrässigen Parteiapparat vorzuwerfen, wäre eine Debatte über die tatsächlichen Aktionen angezeigt, die eine profiliert liberale Markenpersönlichkeit auslösen sollte. Das eigentliche Zielpublikum einer Partei, die Wählerschaft, würde dies mit Sicherheit honorieren. Das Spektakel einer mit sich selbst beschäftigten Parteikaste, die eine öffentliche Namensfindung zur Hauptaktivität ihres politischen Handelns macht, wäre danach überflüssig, und den Wählern würde eine willkommene Überraschung bereitet, an die sie wohl kaum mehr zu glauben gewagt haben.
Angesichts der weit verbreiteten Orientierungslosigkeit im freisinnig-liberalen Lager sind die Hoffnung auf einen Abbruch der Übung Namensänderung und eine Rückbesinnung auf inhaltliche Diskussionen und daraus folgernden politischen Aktionen eine Illusion.
Wäre die FDP tatsächlich eine Marke, wie sie es wohl gerne wäre, dann führt kein Weg an einer inhaltlichen Positionierung mit einem klaren trennscharfen Profil vorbei. Aber es ist wohl mehr als eine Vermutung, dass sie es nicht tun wird und damit eben «nur» eine Partei bleibt.
