«Unplugged»: Neuer Podcast für die Schweizer LiveCom-Branche
Am 16. März 2020 wurde der Eventbranche der Stecker gezogen. Wie geht es Veranstaltern nach einem Jahr Krisenmanagement? Gibt es überhaupt eine Perspektive? Der neue Podcast «Unplugged» setzt sich mit diesen Themen auseinander. Zu Gast in der ersten Folge: Daniel Koch und Darko Soolfrank.

Endlich sollen wieder Live-Events möglich sein. Der Druck von Bevölkerung, Wirtschaft und Politik ist spürbar. Doch an realistischen Rahmenbedingungen für Events hakt es weiterhin hinten und vorne. Zu viele Fragen sind offen – zu wenig wird über Sorgen und Wünsche der Veranstalter gesprochen. Damit soll jetzt Schluss sein.
Mit «Unplugged» initiieren die beiden Agenturen RedSpark, Ferris Bühler Communications und die neue Eventlocation Jed Events einen Podcast für die Schweizer LiveCom-Branche. Der Podcast will dafür sorgen, dass der Stecker nicht auf ewig gezogen bleibt, sowie auch den Puls von verschiedensten Akteuren der Branche fühlen.
Was für Learnings wurden seit Beginn der Pandemie gezogen, und wie wird inzwischen damit umgegangen? Unter der Moderation von Christoph Kamber, Präsident von Expo Event Swiss LiveCom Association und Mitinhaber von RedSpark, sind in der ersten Folge des neuen Audio-Formats gleich zwei Schwergewichte ihres Bereichs zu Gast: Daniel Koch, ehemaliger Leiter der BAG-Abteilung «Übertragbare Krankheiten» und Darko Soolfrank, Urgestein der Schweizer Kulturbranche.
«Theater-Magie kommt mit 50 Zuschauern nicht zustande»
Der Krisen-Marathon ist in seiner Stimme zu hören: «Natürlich war es ein Schock für uns. Wie zahlen wir die Löhne und Mieten? Kommen Ausfallsentschädigungen oder nicht? Wir mussten uns echte Gedanken ums Überleben machen. Und plötzlich war man in einem Gefängnis eingesperrt und musste das akzeptieren», beschreibt Darko Soolfrank im Podcast seine Gefühlslage zu Anfang der Pandemie. Inzwischen traue er sich nicht mehr, Erwartungen zu haben, ist aber nun, da Events wieder stattfinden sollen, optimistischer. Trotzdem sind auch bei ihm viele Fragen offen: «Mit 50 Zuschauern in einem Theater mit 1’000 Plätzen kann keine Stimmung entstehen. Die Magie des Theaters kommt so nicht zustande – da herrscht eher Totenstimmung».
Daniel Kochs Pläne als Festivalveranstalter
Auch Daniel Koch fordert in der ersten Folge bei «Unplugged» mehr Optimismus und Planungssicherheit. Er ruft dazu auf, nicht in Worst-Case-Szenarien zu denken, sondern in realistischen Planungsszenarien. Auf die Frage, wie Daniel Koch als Festivalveranstalter heute vorgehen würde, antwortet er: «Auf August planen, aber mit einem Risiko rechnen.» Nicht nur die Pandemie würde einen Einfluss darauf haben, sondern auch die Politik. Da die Angst der Leute vor Veranstaltungsbesuchen davon abhängen würde. Als erstes würde er gerne den Zirkus Knie wieder besuchen und hofft stark, dass dies im Sommer mit 1’000 Besuchern wieder möglich sein wird.
«Die aktuellen Umstände und die fehlenden Kommunikationsgefässe haben uns dazu bewogen, im Rahmen der derzeit bestehenden Möglichkeiten nach neuen Wegen zu suchen, um sich mit den aktuellen Themen unserer Branche auseinanderzusetzen», sagt Nicolai Squarra, Partner von JED Events und Mitbegründer des Projekts. Der Podcast richtet sich an «Professionals» aus der LiveCom-Branche ‒ an Veranstalter, Event-Profis, Marketingstrategen, Non-Profit-Organisatoren und alle dazwischen. Aber auch an alle, die ein offenes Ohr für Kultur haben und bald wieder Veranstaltungen besuchen möchten.

