Zu guter Letzt: Die Chinesen-Nummer

Auf der Titelseite seiner letzten Ausgabe warb das Magazin MaxPlanckForschung für «junge, heisse Hausfrauen» und «Mädchen für den Nachmittag». Das war nicht ganz das, was man vom renommierten Forschungsinstitut erwartete.

Das Max-Planck-Institut, weltweit Inbegriff von Seriosität und wissenschaftlicher Präzision, leistete sich bei der letzten Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden Hauszeitschrift MaxPlanckForschung eine schöne Schlamperei. Auf dem Titelblatt der China-Extranummer druckte sie chinesische Schriftzeichen ab, ganz offensichtlich ohne zu wissen, was sie bedeuteten. «Wir haben es uns einiges kosten lassen und junge Mädchen aus Nordchina aufgetrieben», stand da gemäss der deutsch-chinesischen Webseite German.china.org.cn. Die Frauen würden demnächst «bei uns auftreten» und hätten eine «verführerische Figur», ebenso im Programm seien «junge, heisse Hausfrauen» und «Mädchen für den Nachmittag», wie Die Zeit berichtet.
Was auf den ersten Blick wie ein altchinesisches Gedicht aussah, konnte ebenso eine Werbung für ein Bordell, «mindestens aber für eine Erotik-Show sein», erklärt Zhang Zhenhuan, Sprachwissenschaftler an der Universität Mainz. In einem Rundmail an alle chinesischen Mitarbeiter gab sich die Redaktion von MaxPlanckForschung denn auch eher zerknirscht. Man habe den Inhalt prüfen lassen, versicherte die Pressestelle gemäss einem Bericht in der Zeit. Die angestellte Sinologin habe jedoch die subtile Sprachebene des altchinesischen Textes nicht erschlossen. Die Frontseite der China-Extranummer ist mittlerweile geändert und die alten Ausgaben wurden fortgeworfen.

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