«Digital ist jetzt salonfähig»

Kleinere Events mit mehr Platz und weniger Gedränge, hybride Formate attraktiv und konkret gestalten: Dies sind nur einige Tipps, die Trafo-Baden-CEO Reto Leder gibt.

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Das Trafo in Baden.

m&k: Herr Leder, Corona hat Spuren hinterlassen und wird die Zukunft der Eventbranche verändern. Wo sehen Sie Herausforderungen und Chancen?

Reto Leder: Ich sehe zwei grosse Herausforderungen: Erstens, vorhandene Ressourcen so planen, dass man diese Zeit mit einem blauen Auge übersteht.Zweitens, die Zeit jetzt so nutzen – gerade in Sachen Digitalisierung –, dass man danach besser und gestärkt in eine neue Eventsaison starten kann, wobei die Frage nach neuen Eventformaten respektive Eventdynamiken vermutlich die am schwersten zu beantwortende Frage ist.

 

Als CEO des Trafo Baden haben Sie schon lange vor Corona Schritte in Richtung Digitalisierung eingeleitet, die Ihnen nun einen deutlichen Vorsprung geben. Wie kam es dazu?

Unsere Herangehensweise ist seit Anfang 2019: Es muss für unsere Kundschaft einfacher und transparenter werden, einen Event zu kalkulieren und zu planen. Dazu haben wir unser Preismodell auf den Kopf gestellt, fixe Hallenmieten abgeschafft und dafür diverse attraktive Pro-Person-Cateringpauschalen kreiert. Dies zusammen mit der Möglichkeit, die Halle live und virtuell aus der Ferne zu besichtigen. Das ist ein Vorteil in diesen und den kommenden Monaten.

 

Sie sind ein innovativer und neugieriger Geist. Mit dem Projekt «allseated» haben Sie einen wegweisenden  Digitalisierungsprozess in Ihren Hallen etabliert. Warum sind Sie diesen Weg gegangen?

Ich denke, das Schlüsselwort hier ist «neugierig». Als wir im Mai 2019 mit allseated eher zufällig ins Gespräch kamen, war Corona für die meisten Menschen wirklich nur ein Bier.

 

Was genau kann allseated und wie verwenden Sie dieses Tool?

Einfach gesagt, ist allseated eine Gaming-Plattform, dazu entwickelt, Events virtuell planen zu können. Dazu braucht man einen «digitalen Zwilling» eines Eventraumes und das entsprechende Mobiliar, ebenfalls in 3D digitalisiert. Den fotorealistischen Zwilling der Halle macht man mittels eines «Foto-Teppichs» mit einer Matterport-Kamera, allseated modelliert dann daraus die digitale Version der Eventhalle. Ursprünglich haben wir uns für diese Plattform entschieden, weil sie uns eine Art der Interaktion mit unserer Kundschaft erlauben würde. Aber heute, in Corona-Zeiten, erfüllt die Plattform noch ganz andere Zwecke: vom Bürostuhl aus in einer Live-Videokonferenz eine Eventhalle begehen, bestuhlen und besprechen. Und das Klima freut sich auch, weil so weniger Menschen auf den Strassen unterwegs sind. Investiert haben wir am Anfang in die Matterport-Kamera und -Lizenz Dann kam die allseated Lizenz dazu und der interne Aufwand, das Ganze zu koordinieren, die Fotos, etc. Während eines Jahres haben wir phasenweise an dem Projekt gearbeitet, Mitte August 20 gingen wir dann mit der neuen Webseite und integriertem allseated-Rundgang Live.

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Reto Leder, CEO des Trafo Baden.

Sie haben neu sogar eine Webinar-Serie am Start. Was ist die Absicht dahinter?

Wie vermutlich die meisten, haben wir uns ab März Gedanken darüber gemacht, wie wir in diesen Zeiten mit unserer Kundschaft in Kontakt bleiben und gleichzeitig Wissen vermitteln können. Unsere Antwort ist das Konzept «EventPerspektiven». Mit Webinaren und Live-Talks vermitteln wir im Wochenrythmus Wissen zum Thema Events. Dabei geht das Angebot von neuen Eventformaten über neue, vegane Konzepte bis hin zu Events und Whisky. Die Live-Talks dauern jeweils ca. 45 Minuten, meistens  m Mittwoch um 11 Uhr. Auf unserer Webseite kann man sich für alle Webinare gratis registrieren.

 

Auch der Klimaschutz ist Thema beim Trafo. Wo sehen Sie Chancen, mit oder ohne Digitalisierung, in Richtung «Green Event» zu gehen?

Es sind einerseits die Prozesse vor und nach dem Event, die mit digitalen Werkzeugen klimaeffizienter gestaltet werden können, und andererseits die Einstellung der Eventbesucher*innen. Ich bin überzeugt, dass «vegan» in grösserem Stil Einzug halten wird. Hybride Events werden auch in diesem Zusammenhang zu einer klimafreundlicheren Eventbranche führen. Ein Beispiel: Ich nehme an einer hybriden Messe teil. Anstatt zwei Personen zur Standbetreuung, reist nur noch eine. Die andere Person bedient die virtuellen Besucher*innen vom Büro oder zu Hause aus. Ein Teil der Besucher*innen muss ebenfalls nicht reisen, weil die Teilnahme eben virtuell stattfindet.

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Einen Event per Mausklick buchen, dann hybrid veranstalten. Das geht.

Das sagen Unternehmen über Events im Trafo Baden

«Das Trafo Baden und die Menschen, die dort arbeiten, geben uns eine grosse Sicherheit, alles richtig zu machen. Vor allem in dieser unsicheren Zeit ist dies sehr wertvoll für uns und unsere Anlässe.» – Carola Leutwyler von der TopPharm Apotheken und Drogerien Genossenschaft.

«Wir führen seit über zehn Jahren unseren Kongress mit über 300 Teilnehmenden und 25 Ausstellern im Trafo durch. Nebst dem professionellen und sehr freundlichen Personal, dem ausgezeichneten F&B sowie den schönen Räumlichkeiten im Trafo ist der Kongress unser Jahreshighlight und wir kommen immer sehr gerne nach Baden. Auch schon durfte ich interessante Events oder Webinare im Trafo geniessen, immer wurde alles professionell organisiert und mit tollem Elan vorgestellt. Wir freuen uns bereits jetzt auf den Kongress 2021, wenn wir wieder herzlich im Trafo empfangen werden.» – Katja Sieger vom Schweizerischen Podologen-Verband SPV.

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