Zu guter Letzt: Googlen war gestern, shmooglen ist heute

Computerwissenschaftlerin Tsila Hassine hat ein Herz für unbekannte Websites. Ihr Internet-Suchdienst Shmoogle verhilft auch wenig besuchten Internetseiten zu einem hohen Platz in der Suchergebnis-Liste.

Computerwissenschaftlerin Tsila Hassine hat ein Herz für unbekannte Websites. Ihr Internet-Suchdienst Shmoogle verhilft auch wenig besuchten Internetseiten zu einem hohen Platz in der Suchergebnis-Liste. Shmoogle reiht die Treffer nämlich nicht streng hierarchisch, sondern lässt den Zufall entscheiden. «Shmoogle bietet den Nutzern einen breiten Überblick, was das Internet in seiner Gesamtheit anzubieten hat», erklärte die Künstlerin gegenüber dem deutschen Nachrichtenmagazin Focus. Wenn man in Shmoogle einen Suchbegriff eingibt, wird zunächst eine konventionelle Google-Suche durchgeführt. Diese wird dann jedoch durch Shmoogle zerpflückt und nach dem Zufallsprinzip angezeigt. Bei Google-Suchanfragen entsteht die Reihenfolge dadurch, dass Anzahl und Relevanz der eingehenden Links einer Webseite bewertet werden, um ihren Platz in den Suchergebnissen festzulegen, schreibt Pressetext in einer Meldung vom Montag. Je mehr Seiten also auf einen Treffer verweisen, desto höher wird sie in der Google-Liste angezeigt. Das führt jedoch dazu, dass jene Seiten ganz oben landen, die ohnehin schon von sehr vielen Leuten besucht werden. Neues lässt sich dadurch also kaum entdecken. Shmoogle sei daher eine gute Ergänzung für eine Google-Suche, meint Hassine.
«Ich glaube, dass Shmoogle der Freund von Google ist. Es macht Google einfach kompletter», sagt Hassine. Eine Freundschaft, die lange einseitig war: Nachdem Hassine ihre Shmoogle-Seite vor fast fünf Jahren aufgeschaltet hatte, blockte Google das Projekt kurze Zeit später vollständig ab. Mittlerweile ist die Suchmaschine wieder verfügbar, das neuerliche Interesse, das durch den Focus-Artikel hervorgerufen wurde, hat allerdings dazu geführt, dass die Betreiber eine neuerliche Blockade fürchten.

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