Zu guter Letzt: Amerikanische Lokalredaktion nach Indien ausgelagert

Das amerikanische Online-Lokalblatt Pasadena Now hat seinen eigenen Ausweg aus der krisenbedingten Geldknappheit gefunden: Es lässt das Blatt von Indern schreiben, die sind billiger.

Das Beispiel wird Schule machen, insbesondere mit zunehmender krisenbedingter Geldknappheit: Um die Finanzen zu schonen, hat das Kalifornische Online-Lokalblatt Pasadena Now alle Reporter entlassen und das Schreiben ihrer Artikel nach Indien ausgelagert. Von dort wird nun über die Rede des Bürgermeisters oder ein neues Astronomiezentrum der Universität berichtet. Für 500 bis 750 Dollar pro Monat schreiben die Inder die Presseberichte von Reden und Pressekonferenzen ab.
Dass das nicht immer gut geht, liegt auf der Hand. Beispielsweise verwechselten die 14’000 Kilometer entfernten Redaktoren das Football-Stadion der Stadt – im Volksmund Rose Bowl genannt – mit einem Reisgericht. Damit das die Ausnahme bleibt, werden Schnellkurse angeboten: Die Inder lernen in vier bis sechs Monaten die lokalen Besonderheiten kennen, zum Beispiel, was ein Heinzelmännchen ist, oder welche Farben am Valentinstag beliebt sind. Chefredaktor James MacPherson sieht das ganz pragmatisch: «Es geht nicht um glanzvolle Geschichten, sondern um’s überleben.»

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