Berufsmesse Zürich: Warum Jugendliche Messen besuchen

Was uns beschäftigt ist die Geschwindigkeit der Veränderungen, auch durch die Digitalisierung in Beruf und Schule, sagt Thomas Hess, Geschäftsleiter KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich KGV. Zu sehen auf der Berufsmesse Zürich.

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Wenn vom 19. Bis zum 23. November die Berufsmesse Zürich über die Bühne geht, tut sie das als erste Anlaufstelle für die Berufswahl von Schulabsolvententen. Die Messe Zürich verwandelt sich in einen interaktiven Hotspot für alle Lehrstellensuchende und Bildungshungrige. 240 Lehrberufe und diverse Weiterbildungsmöglichkeiten werden an der grössten Schweizer Berufsmesse zu sehen sein.

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In Zukunft zu wenig Lehrstellen?

Es kursieren viele Mythen um die sogenannte Millennials-Generation: sie würde nur noch digital kommunizieren, sie sei verwöhnt, sie seien verweichlicht («Snowflakes»), sie hätte keine Aufmerksamkeitsspanne mehr. Thomas Hess (Bild), Geschäftsleiter KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich KGV, sieht das differenzierter: «Jede Generation ist sehr verschieden, aber auch sehr ähnlich. Die Unterschiede zeigen sich einfach in der Art, wie wir untereinander kommunizieren. Früher war vielleicht das Telefon oder der Pausenplatz der Ort der berühmten Community-Bildung, heute gibt es dafür neue Kanäle. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. Dass Jugendliche in die Gesellschaft integriert werden müssen zum Beispiel. Das geht nur mit einer Wirtschaft mit guten Ausbildungsbetrieben. Man muss betonen, wie gut dieser Prozess in der Schweiz läuft. Zurzeit gibt es im Kanton Zürich mehr Lehrstellen als Auszubildende. Das könnte sich aber in sechs bis sieben Jahren ändern. Die demografische Entwicklung kann dazu führen, dass weniger Lehrstellen als Lehrstellensuchende vorhanden sein werden. Das wird eine grosse Herausforderung, genügend Lehrstellen anbieten zu können.»

 

Digitalisierung und Analogisierung verbinden

Eine Ausbildung als Sanitäter beziehungsweise Sanitäterin, ist das in Zeiten der Automatisierung noch eine gute Wahl? Oder hat der Kaminfeger-Beruf noch eine Zukunft? Die grosse Herausforderung ist es, Digitalisierung und Automatisierung mit Tradition zu verbinden, damit diese Berufsfelder nach wie vor spannend bleiben. Die diesjährige Ausgabe der Berufsmesse fokussiert sich auf genau dieses Thema. Erstmals wird die Lehre des Kunststofftechnologen beziehungsweise der Kunststofftechnologin vorgestellt. 

Was verpasst ein Jugendlicher oder bildungssuchender Erwachsener, der nicht an die Berufsmesse geht? «Er verpasst eine Chance, auf sehr komprimiertem Raum zahllose Informationen direkt bei den Berufsprofis und Lernenden abholen. Und das Heranführen an eine Branche, das ist für Jugendliche unersetzlich. Das kann das Internet nicht», sagt Thomas Hess.

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Anpacken erwünscht

Die Berufsmesse wurde über Jahre hinweg ein integraler Bestandteil in der Berufsfindung. Auf 5‘000 Quadratmetern, an einem Ort, erhält man einen Überblick über zahlreiche Berufsbilder. An den Ständen der Berufsverbände, bei Drogisten, beim Schreinerverband und vielen weiteren ist aber auch Anpacken gefragt: Beim Schreinerverband wird geschreinert, bei den Drogisten eine Rheumasalbe hergestellt. Das kann man im Internet nicht. 
Um die Jugendlichen für die Elektrobranche begeistern zu können, zeigt der Zürcher Elektroverband KZEI unter anderem 5 Erlebnisräume zu den Berufen Elektro-InstallateurIn, Montage-ElektrikerIn, TelematikerIn, ElektroplanerIn und NetzplanerIn. 

Und was muss eintreffen, dass Thomas Hess sagt, die Berufsmesse 2019 war ein Erfolg? «Ich bin zufrieden, wenn wir Jugendliche im schwierigen Entscheid der Berufwahl unterstützen können. Uns ist aber auch wichtig, dass sich die Aussteller, meistens Berufsverbände, in einem guten Licht darstellen können, denn sie nehmen ja beträchtliche Mittel auf sich, um mit den Jugendlichen hier ins Gespräch zu kommen.»

Organisiert wird die Berufsmesse Zürich vom KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich KGV und der MCH Messe Zürich. Zu den Sponsoren der Berufsmesse Zürich zählen die Zürcher Kantonalbank, der Berufsbildungsfonds des Kantons Zürich sowie das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation. 

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