EuroShop 2020: «Jede Frau ist eine Influencerin»

Die EuroShop 2020 ist nicht allein Leistungsschau für Omnichannel-Marketing im Handel. Niemand, der oder die sich für Markenführung im Raum interessiert, kommt um sie herum.

Der Laden für Damenunterwäsche Cosabella ersetzte seine Digitalagentur durch eine virtuelle AI-Agentur. Der grösste Detaillist der westlichen Welt, Amazon, öffnet immer mehr Läden. Apples Vizepräsidentin Angela Ahrendts sagte einmal, der Laden sei das wichtigste Produkt von Apple. Google und Facebook nehmen auf Messen wie der IAA in Frankfurt teil. Der Onlineladen für Damenunterwäsche Adore Me eröffnete den ersten phyischen Laden in Staten Island im 2018. Alle haben sie erkannt, wie wichtig die persönliche Begegnung in einer digitalen Welt ist.

Wie man diese Begegnungskommunikation gestaltet, damit für den Ladenbesucher ein anhaltendes Erlebnis entsteht, ist seit fünf Jahrzehnten Thema der EuroShop. 

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Detailhandel: A Place to Be

Im Jahr 2000 haben die Vordenker Joe Pine und James H. Gilmore ihre bahnbrechende Vision, die heute noch gültig ist, in die Buchform ihres Bestsellers «Erlebniskauf: Konsum als Ereignis, Business als Bühne, Konsum als Theater» gebracht. Heute kommt zu ihren Erkenntnissen von damals das Thema Digitalität respektive Omnichannel, die Verschränkung von On- und Offline, dazu. Der polnische E-Commerce-Detaillist Eobuwie.pl schuf ein Offlineeinkaufserlebnis, das digital und physisch im Laden nahtlos verschmelzen lässt (Bild oben). Er engagierte zu diesem Zweck die englische Erlebnisagentur Dalziel & Pow. 

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Ulrich Spaan, Vizepräsident des EHI Retail Instituts, mit Elke Moebius, Messeleiterin Euroshop 2020.

 

 

«Every woman is an influencer»

Unnötig zu unterstreichen, dass das Thema Digitalität auf der EuroShop 2020 ein Schwerpunktthema darstellt. Viele der Trendthemen finden sich auf den insgesamt 8 (!) Kommunikations- und Businessbühnen auf der EuroShop 2020. Ulrich Spaan sagt, worum es in modernen Läden geht: Sie sind ein Ort, wo man lebt und nicht nur kauft (a place to be, not just to buy).

Naturgemäss hinkt Europa den Trends in Nordamerika dramatisch hinterher, und das ist gerade in der Inszenierung des Handels der Fall. Die EuroShop macht es sich zur Aufgabe, mit ihren acht Kongressbühnen diese Lücke zu schliessen. Der Laden für Schönheitsprodukte der Bloggerin Emily Weiss, das 1,2 Milliarden-Dollar-Geschäft Glossier in New York, ist ein Detaillist, wo das Erlebnis wichtigster Teil des Kaufaktes ist. Ihre Inhaberin hat die Bedeutung von Schönheit, und wer sie prägt, erkannt: «Every woman is an influencer.» Und diese Influencerinnen wollen sich in einem atmosphärischen Ambiente auf- und unterhalten, nicht nur kaufen. 

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Trends im Detailhandel und Messebau

Die EuroShop ist inspirierend. Sie wird besucht von Mitarbeitenden und Management aus allen grossen Läden Europas und vielen aus Übersee wie Adidas, B&Q, C&A, Rewe, Lidl, H&M und vielen weiteren.

Der Ausstellungsbereich Expo Event gehört traditionell dem Messebau. Hier wartet man jeweils mit Spannung auf die Eigeninszenierungen von Dammböck, Aluvision oder Syma. Die Konzeptagentur d’art design gehört auch dazu. Sie präsentiert sich neu in Halle 12 im Bereich Retail, nicht mehr im Bereich Messebau. 2017 kamen zur grössten Handelsmesse der Welt 2’368 Aussteller und 113’000 Besucherinnen und Besucher. 

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