Conversion Rate-Optimierung boostet den Umsatz
Was macht den Erfolg eines Online-Shops aus?
Ob Zalando, Otto, About You oder WestwingNow – die meisten Online-Shops unterscheiden sich heute kaum mehr voneinander. «Die sind schon alle ziemlich gut», so Schröter. «Da auch die Preise recht ähnlich sind, wird damit zur Gretchenfrage: wieso kaufe ich bei dem einen Shop und bei dem anderen nicht?» Diese Frage versuchen die meisten E-Shop-Unternehmen mit A/B-Testings zu klären. Die marktführenden Shops machen das sehr professionell, während der Mainstream jedoch eher nach Gefühl entscheidet. «Oft werden hier die Hypothesen, die beim A/B-Test überprüft werden, nach reinen Bauchentscheidungen getroffen, gerne als Ergebnis von Brainstormings», weiß Schröter. «Man entscheidet also ins Blaue hinein, es fehlt eine klare Strategie und vor allem eine handwerklich saubere Grundlage.»
Usability-Tests für strategisches und präzises Optimieren
Hier setzen die Spezialisten der User Experience-Agentur an. «Wir arbeiten mit unserem Tool für Usability-Tests, dem RapidUsertests, um systematisch herauszufinden, wo der Schuh drückt und wie die Conversion Rate verbessert werden kann“, erklärt Schröter. Wirken die Texte bei den anderen Shops sympathischer? Sind die Bilder überzeugender? Ist der Bestell-Vorgang zu umständlich? Mit den Usability-Tests kann man präzise herausfinden, was die Leute stört und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten.Die Usability-Tests fungieren als Hypothesen-Generierungs-Tool, die daraus gewonnenen Hypothesen werden in den A/B-Test geschickt. Finden Schröter und seine Kollegen beispielsweise in einem Usability-Test heraus, dass sechs von zehn Anwendern ein bestimmtes Formular-Feld (z.B. mit Info über ihren «Geburtstag») nicht ausfüllen (wollen) und damit den Bestell-Prozess abbrechen, so ist das ein deutlicher Hinweis darauf, hier etwas verändern zu müssen.
Formulare reduzieren, Datenerhebung erklären
Formular-Felder auf ein Minimum reduzieren oder zumindest erklären, wieso das Geburtsdatum für das Unternehmen interessant ist und wie es diese Daten schützen wird, wären hier die konkreten Handlungsempfehlungen für die Website. Idealerweise werden die Thesen mit entsprechend alternativen Seiten (mit kürzeren Formular-Feldern oder mit Erklärung) gegen die aktuelle Live-Variante in den A/B-Test geschickt, wo man dann sehen würde, dass die optimierte Seite eine um beispielsweise 10% höhere Conversion-Rate hat.Damit man die Möglichkeiten, die Usabilty-Tests bieten, vollumfänglich nutzen kann, ist oftmals aber ein gutes Quäntchen an Expertise notwendig. «Wir arbeiten meist mit Remote Usabilty-Tests, einfach, weil sie günstiger sind als die klassischen Labortests und das Problem der sozialen Erwünschtheit entfällt, d.h. die Tester testen alleine und anonym und wir bekommen zur Auswertung des Test einen Bild- und-Ton-Mitschnitt von dem Test», erklärt Schröter.
Tester-Aussagen einordnen – auch, wenn’s weh tut
«Die Tester-Aussagen wie ‚Ich suche gerade nach dem Filter der Schuhgröße und finde ihn nicht‘ muss man auch dann erkennen bzw. einordnen können, wenn Missfallen nur mimisch zum Ausdruck gebracht wird. Was bedeutet, dass man vor allem auf das Verhalten des Testers achten muss, und weniger darauf, was er sagt. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Tester auf dem Filter scrollt und scrollt und zwar behauptet, alles sei ok, man aber am Unterton erkennt, das dem nicht so ist.»Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich, auf Spezialagenturen zu setzen, die auf viel Erfahrung und Expertenwissen in diesem Bereich zurückgreifen können. Userlutions etwa macht mehrere 100 Tests pro Jahr, kennt allein dadurch viel Best-Practices aus dem E-Commerce und nutzt ein breites Spektrum an, zum Teil selbstentwickelten, Methoden zur Webseiten-Optimierung.
Systematisches und kontinuierliches Testen – test early, test often
Wer seinen Online-Shop verbessern will, muss sich klar machen, dass es nicht nur um Funktionalitäten geht, sondern auch um Motivation und Überzeugungskraft. An welcher Stelle hier was brachliegt, legt strategisch sinnvolles und systematisches Testen offen. Erst dann erreicht man den vollen Impact von Conversion Rate Optimierung. Und da man nicht weiß, welches Optimierungspotenzial noch freigesetzt werden kann, ist außerdem Kontinuität unerlässlich.Die richtig erfolgreichen Unternehmen haben verstanden, dass Conversion Rate Optimierung ein kontinuierliches Thema ist und man nie aufhören sollte, seine Website systematisch zu optimieren. So wie bei den großen Platzhirschen Amazon, Zalando und Otto. «Denn das Potenzial ist (nahezu) unendlich», so Schröter. «Es geht immer noch besser.»

