Brand Safety: Werbeauftraggeber erhöhen Druck auf Medienanbieter und Agenturen

brand_safetyIn letzter Zeit häuften sich die Schlagzeilen von unerwünschten Werbeplatzierungen auf Youtube. Bereits im Februar enthüllte «The Times», das die Online-Werbung von zahlreichen britischen Firmen ungewollt auf Youtube-Kanälen oder Websites mit extremistischen, populistischen oder pornografischen Inhalten ausgespielt werden.Am 21. März doppelte die Sendung «10 vor 10» auf SRF nach und zeigte, dass auch Werbung von Schweizer Firmen wie Post, Swisscom, Migros, Coop oder Ikea im Umfeld von extremistischen Youtube-Videos erscheinen. Einige Firmen wie Swiss Life oder Baer haben deshalb bereits entschlossen, keine Werbung mehr auf Youtube zu schalten.Problematik ist nichts NeuesDie Problematik von «Brand Safety» ist nichts Neues. Der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) beschäftigt sich schon lange mit der Thematik. «Die Sicherheit im Netz ist eines unserer wichtigsten Anliegen», erklärt SWA-Direktor Roland Ehrler. «Dazu gehört erstens, dass die Werbung von Menschen und nicht von Maschinen gesehen wird, zweitens die Werbung im sichtbaren Bereich des Bildschirms erscheint und drittens in einem Umfeld, welches der Marke nicht schadet.»SWA fordert Schutz vor FehlplatzierungenDer SWA fordert von den Medienanbietern mehr Schutz vor solchen Fehlplatzierungen und, dass generell anstössige Inhalte im Netz gelöscht oder für Werbung gesperrt werden. «Die Medienanbieter wie Google sind hier primär in der Pflicht sicherzustellen, dass den Werbeauftraggebern ein adäquates Werbeumfeld angeboten wird», so Ehrler. «Daneben sind ebenfalls die beauftragten Agenturen in der Pflicht, mit den heute vorhandenen Methoden, Tools und Knowhow das Risiko von Fehlplatzierungen möglichst auszuschliessen. Dies sollten sich die Werbeauftraggeber von den Medienanbietern und den Agenturen versichern lassen.»«Rufschädigend und inakzeptabel»Genaue Zahlen über die Häufigkeit solcher «Fehlplatzierungen» gibt es nicht. «Für einen betroffenen Werbeauftraggeber ist jede einzelne Werbung im solchen Umfeldern rufschädigend und inakzeptabel», warnt Ehrler. «Somit kann es nicht schaden, dass betroffene Werbeauftraggeber ein Zeichen setzen und den Druck auf die Anbieter erhöhen.» Der SWA beobachtet die Situation und wird allfällige Massnahmen in seinen Fachgruppen und im Vorstand diskutieren.

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