Wieso User Adblocker nutzen und was Publisher dagegen tun können

MK MEINUNGSBILD Knapp die Hälfte aller MK-Leser nutzen einen Adblocker. Der Hauptgrund ist, dass sie sich durch Online-Werbung beim Lesen gestört fühlen. Um dies zu verhindern, sollten die Publisher auf gewisse Werbeformen verzichten.MK führte im Juni 2016 eine Befragung zum Thema Adblocker durch. 46,2 Prozent der 67 Umfrageteilnehmer gaben an, dass Sie einen Adblocker nutzen.
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Die Gründe sind vielfältig. 59,5 Prozent fühlen sich beim Lesen einer Website durch Onlinewerbung gestört. 56,8 Prozent sind der Meinung, dass Onlinewerbung zu aufdringlich sei. Immerhin 43,2 Prozent befürchten, dass sich durch Onlinewerbung Malware verbreiten kann – wie es vor kurzem auf dem populären Newsportal 20minuten.ch passiert ist. Etwas mehr als ein Drittel (35,1 Prozent) setzen auf Adblocker, weil Onlinewerbung das Surfen im Internet verlangsamt.Nur wenige Adblock-Nutzer stören sich hingegen daran, dass Onlinewerbung nicht zur Website passt, private Daten missbraucht (je 20 Prozent), nicht klar gekennzeichnet ist (24,3 Prozent) oder zum Kauf von Produkten verführt (5,4 Prozent).
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Was können Online-Medien tun, damit weniger User Adblocker einsetzen? Der wichtigste Punkt für die Befragten ist der Verzicht auf Pop-Ups (63,3 Prozent). Ausserdem sollte Werbung passend zum Inhalt eingsetzt und auf übergrosse Bildwerbung verzichtet werden (je 41,7 Prozent). Sound- und Videowerbung stösst ebenfalls auf wenig Gegenliebe (36,7 Prozent). 35 Prozent sind generell der Meinung, dass die Publisher ihre Werbeplätze reduzieren sollten.Portale wie 20minuten.ch und nzz.ch setzen im Kampf gegen Adblocker auf die Platzierung von Hinweisen, diesen doch auszuschalten. Doch nur 31,7 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass dies eine effektive Massnahme darstellt. Einige Publisher wie zum Beispiel Bild.de blockieren gar redaktionelle Inhalte für Adblocker-Nutzer. Dies finden jedoch nur 26,7 Prozent der Befragten eine gute Idee.Die Resultate können hier als Infografik im PDF-Format heruntergeladen werden.

Kommentare: Wie muss Onlinewerbung eingesetzt werden, damit Sie nicht stört?

«Themenaffin, professionell, emotional, wertig.»Staubli Hubert, Avista Films«Durch Analyse des Nutzerverhaltens (behavioral targeting) nur angepasste Onlinewerbung einsetzen.»Traber-Burkhardt Nadine, Natcon Nadine Traber-Burkhardt«Idealerweise nur einen kleinen Hinweis auf die Werbung, welche dann bei entsprechendem Interesse vollständig abgerufen werden kann.»Zurflüh Fredy, cce-partner«Sie muss zum User, der Seite und dem Inhalt passen, oder zumindest nicht zu einem Konflikt der Inhalte führen.»Schlumpf Michael, Paul Forrer AG«Die Online-Werbung darf nicht vom Inhalt ablenken und sollte thematisch entweder zum Inhalt oder zu den persönlichen Präferenzen des Users passen. Insofern ist Google’s DoubleClick als grosse Chance für die Publisher zu werten.»Schmuki Fabio«Sie muss zum Umfeld/Thema der Seite passen. Sie muss einfach wegklickbar sein und darf die Bedienung der aufgerufenen Seite nicht stören.»Hübscher Sara, Hug Retail AG«Eigentlich ist Werbung für mich persönlich auf dem Internet unerwünscht. Eine bessere und zielführende, benutzerfreundlichere Beschlagwortung wäre ideal.»Tschanz Michael«Sie muss sehr diskret sein. Sicher kein Autostart von Videos und speziell Sound!»Müller Charly«Mich stören beispielsweise Onlinewerbungen im Videobereich sehr, die ohne Vorwarnung Musik spielen oder dergleichen. Ebenfalls finde ich übergrosse Platzierungen, welche den kompletten Content „einhüllen“ unpassend.»Eugster Beni, Flashlight Event- und Mediatechnik AG«Prinzipiell habe ich nichts gegen Ads auf Websiten. Sie dürfen jedoch dem Inhalt der Website nicht im Weg stehen. Pop-Ups oder Werbungen die den gesamten Bildschirm überdecken bis man diese wegklickt führen bei mir sofort zum Adblock.»Suhner Timon, Plumor AG«Sie muss mir einen Mehrwert (Unterhaltung, Information, keine Lockvogelwerbung) bieten.»Fritz Reust«Damit Onlinewerbung nicht stört, muss sie: 1. relevant, 2. innovativ, 3. anders sein und im Idealfall eine Kurzgeschichte erzählen können.»Buss Janina«Sie muss informativ und nutzerbezogen sein.»Weber Hans, Peter Weber Consulting GmbH, Luzern«Ohne Pop-ups und kurz und knackig!»Marc Vollenweider«Seit den Anfängen professioneller Kommunikation für Produkte oder Dienstleistungen haben Unternehmen um die Gunst der Käufer geworben. Im Verb „werben“ steckt ja auch: sich um etwas oder jemanden bemühen, jemanden emotionalisieren, jemanden für etwas gewinnen und begeistern. Das schließt ein gedankenloses visuelles Anschreien mit dem Duktus „Kauf mich jetzt“ im Grunde aus. Wer diese Lektion wieder neu lernt und danach handelt, wird mit seiner Kommunikation nicht stören.»Kabke-Sommer Thomas, Kontor Digital Media«Onlinewerbung stört dann nicht, wenn sie technisch sauber integriert wird, nicht zu viel des sichtbaren Bereichs beansprucht, und die Platzierung der Werbeplätze in das Erscheinungsbild der Website passen.»Herb Michael, Ex Libris AG«Sie muss, wie jede andere gute Werbung, intelligent sein. Der Inhalt/die Botschaft ist relevant, nicht die Form.»Lehmann Andy, Andy Lehmann Zürich«Dezent und unaufdringlich. Werbung muss weggeklickt werden können und dies nicht erst nach 30 Sekunden.»Koch Jörg, first frame networkers ag«Dezent und mich interessierend»Rava Erich, 5thSense-Communications«Die Onlinewerbung ist ein wesentlicher Werbekanal der heutigen Zeit. Nebst der Diskussion des Werbemittels sollten jedoch auch die Werbekampagnen überdacht werden.»Lehmann Luiz«Links zum Thema genügen, alles andere ist kontraproduktiv.»Stebler Werner«Dezent! Weniger ist mehr. Nervend ist wenn eine Seite ewigs laden muss bis sie vollständig angezeigt wird, weil zuviele werbebanner mit z.T. Videos geladen werden.»Diezi Daniel, Diezi Communication«Sie sollte ein Bedürfnis der entsprechenden Nutzergruppe befriedigen, dann wird sie auch akzeptiert.»Tondeur Noé, tondeur consult_____________________Mehr zu Adblocker und Massnahmen der Schweizer Online-Portale lesen Sie in der kommenden Ausgabe von Marketing & Kommunikation 06/07 2016. Jetzt abonnieren!_____________________Autor: Simon Wolanin

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