Gärten der Welt

AUSSTELLUNG Das Museum Rietberg läd ab13. Mai in die Gärten der Welt ein. Die Ausstellung zeigt eine «Blütenpracht» von Japan bis England, vom Alten Ägypten bis heute. Zusätzlich zeigen Kunstwerke, Fotos und Videos, wie sich Menschen in unterschiedlichen Kulturen und Epochen Gärten herbeigesehnt haben.
Kachel-Persien
Kachelpanel mit Gartenszene Iran, erstes Viertel 17. Jh. Quarzfrittekeramik, Cuerda-seca-Technik © bpk / The Metropolitan Museum of ArtDie Ausstellung «Gärten der Welt» im Museum Rietberg zeigt in den 30 Museumsräumen die Geschichte auf. Am Anfang stehen Paradieswelten, die zeigen, dass sowohl in Europa als auch in Asien das Paradies meist als zauberhafter Garten dargestellt wird. Zum Auftakt gehört auch eine Installation des deutschen Künstlers Wolfgang Laib, der mit Kiefernpollen ein strahlend gelbes Blütenstaubfeld ausgestreut hat. Es symbolisiert die radikal reduzierte Form eines Gartens: den Beginn des pflanzlichen Lebens.Anschliessend folgt ein mehr oder weniger chronologischer Rundgang: von den Gärten im Alten Ägypten zu den Gärten des Islam, von japanischen und chinesischen Gärten zur europäischen Gartenkultur. Besondere Exponate sind etwa das berühmte Insektenbuch des japanischen Holzschnittmeisters Kitagawa Utamaro aus dem 18. Jahrhundert, dem ein eigener Raum gewidmet ist. Zum ersten Mal werden für «Gärten der Welt» auch zwei Teile eines ägyptischen Kalksteinreliefs mit Baumgöttinnen wieder zusammengeführt, die sonst in zwei verschiedenen Museen beheimatet sind. Das wohl schönste Gartenbild der islamischen Kunst, eine Leihgabe aus dem Louvre, krönt die Abteilung der Gärten des Orients.Grosse Namen der Kunst sind in der Ausstellung vertreten, etwa Claude Monet, Carl Spitzweg oder Max Liebermann. Präsent sind auch Gartenbilder aus der Schweiz. Werke von Paul Klee Präsidialdepartement zeigen, wie stark sich sein Schaffen und seine Auseinandersetzung mit dem Garten im Laufe seines Lebens verändert haben. Bilder des Thurgauer Künstlers Adolf Dietrich veranschaulichen, wie das gleiche Sujet – der Garten des Nachbarn – stets zu neuen Werken inspirieren kann.Zu sehen sind auch zeitgenössische Kunstwerke, die Bezug nehmen auf historische Gärten: Von Ai Weiwei werden Nachbildungen der Brunnenfiguren aus dem Garten des heute nicht mehr existierenden Sommerpalastes in Beijing ausgestellt; Fotokollagen von David Hockney zeigen, wie man den wohl berühmtesten Garten Japans, den Steingarten des Ryoan-ji in Kyoto, auf unterschiedliche Weise betrachten kann. Auch Roman Signer ist mit einem Video aus dem Garten von Wörlitz, dem ältesten Landschaftsgarten Deutschlands, präsent.Zahlreiche weitere multimediale Installationen tragen dazu bei, das Thema «Gärten» zu vermitteln. Aus 15 Spielfilmen aus den Jahren 1940 bis 2011 wird ein Zusammenschnitt von Szenen gezeigt, die in Gärten spielen: der Garten als Schauplatz von Verfolgung und Mord aber auch von Verführung und Liebe. Eine eigens für die Ausstellung realisierte App lässt einen der ältesten Gartenpläne dieser Welt aus dem Alten Ägypten zum 3-D-Erlebnis werden.Die Ausstellung läuft vom 13. Mai bis 9. Oktober 2016.

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