Nachhaltigkeit als Marketingfaktor für Unternehmen

NACHHALTIGKEIT gewinnt auch im Marketing an Bedeutung. Kunden erwarten von Unternehmen vermehrt eine nachhaltige Vorgehensweise.Nachhaltigkeit ist ein dehnbarer Begriff. In diesem Zusammenhang umfasst er sämtliche Maßnahmen zur Wahrung des Umweltschutzes sowie die Berücksichtigung sozialer Aspekte wie die Rechte der Verbraucher und Mitarbeiter. Dieser Ansatz gehört zu den grundlegenden Wesensmerkmalen des humanistischen Systems, das Europa weltweit einzigartig macht. Da in anderen Teilen der Welt die radikale Marktwirtschaft das Handeln bestimmt, kommt der Nachhaltigkeit im Zeitalter der Globalisierung eine besondere Bedeutung zu. Darauf ausgerichtete Marketing-Strategien ermöglichen einen Wettbewerbsvorteil, weil die Menschen in ihrer Rolle als Kunden und Angestellte insbesondere in Deutschland und in den angrenzenden Ländern verstärkt auf eine verantwortungsbewusste Strategie der Unternehmen achten.Daneben gibt es in der EU seit geraumer Zeit einen politischen Trend, der eindeutig auf die Nachhaltigkeit der Wirtschaft ausgerichtet ist. Demnach müssen Unternehmen Komponenten wie die Beschaffung an diese Richtlinien anpassen oder umstrukturieren. KAISER+KRAFT führte 2014, als Wegbereiter in der B2B-Branche, daher das Pilotprojekt des neuen Lieferanten-Kodex ein. Ziel hierbei ist es die Lieferanten auf die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards zu überprüfen. Damit verbunden ist auch die Offenlegung aller Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele und ein jährlicher Nachhaltigkeitsreport für alle Kunden, Aktionäre, Geschäftspartner und Mitarbeiter.Die Bedeutung der NachhaltigkeitDie Ausrichtung der Unternehmensstrategien auf nachhaltige Produktions- und Lieferprozesse hat langfristig positive Auswirkungen. Zum einen wurden Anfang 2014 EU-Richtlinien verabschiedet, nach denen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen die Firmen bevorzugt werden, die verantwortungsbewusst mit den sozialen und ökologischen Kriterien der Herstellungsverfahren umgehen.Auf diese Weise entstehen zusätzlich zu den ökologischen und sozialen Beweggründen wirtschaftliche Anreize, nachhaltig zu wirtschaften.Das Internet lässt die Menschen immer mehr verstehen und schneller reagieren. Nachrichten über durch Rücksichtslosigkeit entstandene Umweltkatastrophen oder menschenunwürdigen Zuständen in amerikanischen Unternehmen sind den Leuten bekannt.Neue Wege bei festen UnternehmensstrukturenUm die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, muss eine Firma neue Wege gehen.Die Kundenanforderungen stellen eine nachhaltige Vorgehensweise immer mehr in den Fokus. Das führte bei den Unternehmen, die sich bereits entsprechend aufgestellt haben, zu Veränderungen der internen Strukturen. Sie führten eine aktive Verwaltung der Lieferketten ein, die eine ausreichend transparente Überwachung der Prozessabwicklungen bzgl. der wirtschaftlichen, umweltbewussten und sozialen Aspekte ermöglicht. In diesem Rahmen werden speziell auf die Nachhaltigkeit ausgerichtete IT-Lösungen eingesetzt, die sich an den Standards des Umweltschutzes sowie der sozialen Verträglichkeit (u. a. Verbraucher- und Mitarbeiterschutz) orientieren.Nachhaltigkeit als Marketing-Faktor und VorteilMehrere statistische Erhebungen ergeben ein eindeutiges Bild. Allein das Thema Klimaschutz wirkt sich auf das Kaufverhalten von über 50 Prozent der Verbraucher aus. Das ist kein Widerspruch zu den Ergebnissen von Umfragen, nach denen nachhaltig hergestellte Produkte für mehr als die Hälfte der Europäer zu teuer sind. Viele Menschen auf dem alten Kontinent haben nicht genug Geld und sind gezwungen, bei der Auswahl der Produkte auf den Preis zu schauen. Das beeinflusst die immens positive Wirkung einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung nur unwesentlich.Der Aspekt der Nachhaltigkeit an sich ist ein Werbefaktor, der ein Alleinstellungsmerkmal mit sich bringt. Auch beim anfänglich genannten Beispiel von KAISER+KRAFT werden Optimierungen zur richtigen Implementierung der Nachhaltigkeit in den Marketing-Mix durchgeführt.Viele Menschen befürchten zu Recht negative Einflüsse durch die Globalisierung. Die Ängste vor dem Freihandelsabkommen TTIP sind berechtigt. Umso wichtiger ist es, die eigenen Werte zu wahren und das gemeinsam Erreichte zu schützen. Deutschland und Europa sind zwar keine Musterschüler, aber auf dem alten Kontinent gibt es die mit Abstand besten Bedingungen für Umweltschutz und soziale Aspekte.Autor: Michael Kummer, Vertriebsleiter EMEA bei Kaltura

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