Tre – Due – Aduno: Das Zahlen im digitalen Wettlauf

DIGITALISIERUNG Im Rahmen der Serie «Digital – walk before you run» spricht Christoph Oggenfuss* mit Martin Huldi, CEO Aduno Gruppe, über die Herausforderungen des bargeldlosen Bezahlens.
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Martin Huldi, CEO der Aduno Gruppe, erklärt die Bedeutung der Digitalisierung für seine Firma.Rund um das Hallenstadion sind in den letzten Jahren die Büro-Towers nur so aus dem Boden geschossen – in einem dieser modernen Gebäude ist der Hauptsitz der Aduno Gruppe. Ich treffe den CEO Martin Huldi und kann sofort erkennen, dass das Thema Digitalisierung im Zahlungsverkehr für ihn und sein Unternehmen eine spannende und zugleich grosse Herausforderung darstellt. Damit ist die Szene für ein interessantes Gespräch gesetzt.Digitalisierung als UnternehmensstrategieAls Erstes frage ich Martin Huldi nach der Bedeutung des Themas Digitalisierung beim der AdunoGruppe. „Das Thema ist in unserer Unternehmensstrategie 2014-18 explizit beschrieben. Auf Grund der enormen Marktdynamik im Jahre 2014 haben wir zu Beginn dieses Jahres bereits inhaltliche Anpassungen vorgenommen und diese mit dem Verwaltungsrat wieder abgestimmt. Diese Veränderungsdynamik gibt für uns den Ausschlag, wie schnell wir in dieser Thematik vorwärts gehen werden. Für mich sehr wichtig ist die Tatsache, dass der ganze Verwaltungsrat voll dahinter steht. Abgeleitet davon stellen wir sicher, dass unsere Direktion, das Kader und die Mitarbeitenden verstehen, was die Digital-Ausrichtung unserer Gruppe bedeutet. Es ist unser Credo, dass unser Unternehmenserfolg durch herausragende Kunden -Usability und -Convenience getrieben ist – die eingesetzte Technik ist nur Mittel zum Zweck.“ Weiter führt Huldi aus, dass Security-Themen in der digitalen Welt sehr viel kritischer zu betrachten sind.33 Millionen in digitale ProjekteAls Zweites will ich von Martin Huldi wissen, an welchem Beispiel sich die grosse Bedeutung der Digitalisierung erkennen lässt. „Wir investieren in diesem Jahr 33 Millionen Schweizer Franken in digitale Projekte und zwei Drittel davon sind markt- und kundengerichtete Projekte. Damit wird deutlich, dass wir unseren strategischen Absichtserklärungen auch konkrete Taten folgen lassen. Die substantiellen Investitionen sind mitunter durch die Tatsache begründet, dass e-Commerce das am schnellsten wachsende Geschäft im Distanzhandel ist. Dieser Umstand ruft nach entsprechenden Zahlungsmöglichkeiten, die für Kunden einfach und bequem zu handhaben sind und gleichzeitig eine performante Abwicklung erlauben. Zahlungen im Internet müssen so einfach sein wie das Paypal vor Jahren vorgemacht hat. Natürlich will der Kunde neben der physischen Kreditkarte die mobile Anwendung mit dem Smartphone nutzen können. Dazu werden wir in naher Zukunft mit einer global einsatzfähigen Lösung aufwarten, die zugleich eine bequeme und sichere Identifikation des Bezahlenden sicherstellt.“ Ergänzend führt Huldi aus, dass die durch Zahlungen generierten Transaktionsdaten von grosser Bedeutung sind, weil damit einerseits die Anwendungssicherheit für den Kunden erhöht werden kann und andererseits Mehrwert durch Informationen generiert werden kann, z.B. für Personal-Finance Zwecke.Hohes Tempo gefragtUnd mit welchem Tempo treibt die Aduno Gruppe die digitale Transformation voran? „Mit unserem Innovationsleader-Anspruch müssen wir mit sehr hohem Tempo unterwegs sein. Dieses Tempo ist zwar für Kunden so direkt nicht spürbar, da für neue Kundenlösungen zuerst interne Voraussetzungen wie technische Infrastruktur oder Schnittstellen geschaffen werden müssen. Gleichzeitig stellen wir an Convenience und Usability sehr hohe Ansprüche und bei einem Transaktionsvolumen von CHF 43 Millionen pro Tag müssen neue Lösungen absolut sicher sein, aber auch Skalieren. Im Kartengeschäft sind wir zu 90% im indirekten Geschäft via unsere Partnerbanken unterwegs und überzeugen diese mittels sogenannter „Value-Story-Workshops“. Diese Arbeit ist darum so wichtig, weil in der digitalen Welt das Payment für Banken zur eigentlichen Nabelschnur des zukünftigen Geschäftsmodells wird. So sind wir zusammen mit den Partnerbanken in einer dualen Innovations-Strategie unterwegs.“Mitgestalten statt bekämpfenUnd welches sind Huldi‘s erste Erkenntnisse aus realisierten Digitalprojekten? „Weder Innovation, noch Technologie nehmen Rücksicht auf einzelne Unternehmen und deren Strategien – das ist bei der AdunoGruppe nicht anders. Bekämpfen ist zwecklos – vielmehr sind die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und mitzugestalten. Gerade im Zahlungsverkehr setzen wir auf diejenigen Standards, welche die Kunden-Convenience ins Zentrum stellen. Da jedoch die Einschätzung vieler Innovationen mit grossen Unsicherheiten verbunden ist fahren wir bewusst mehrgleisig. Das führt zwangsläufig dazu, dass einzelne Initiativen nicht erfolgreich sein werden. Somit brauchen wir eine „Trial and Error-Kultur“, bei der Misserfolge nicht a priori negativ zu werten sind.“ Ergänzend führt Huldi aus, dass angesichts des rasanten Tempos des technologischen Wandels eine (opportunistisch geprägte) „late follower Strategie“ nicht zielführend wäre.Technik als HerausforderungUnd wo sieht der AdunoGruppe-Chef die zwei grössten Herausforderungen der digitalen Transformation? „Die primäre Herausforderung sehe ich darin, die Kundenbedürfnisse richtig zu erfassen und dann Lösungen zu entwickeln, die einen greifbaren Mehrwert bieten, welche das Gefühl von Sicherheit vermitteln und gleichzeitig breit einsetzbar sind. Die zweite Herausforderung sehe ich bei den technischen Lösungen, die der Vielfalt der Endgeräte, den Sicherheitsanforderungen, den Convenience-Anforderungen gerecht werden müssen – und keinesfalls proprietär sein dürfen. Und ganz generell: Der Kunde entscheidet über den Erfolg – gerade in der digitalen Welt.“Einfach, sicher und schnellUnd am Schluss des Gesprächs will ich von Martin Huldi wissen, was ihm zum Thema Digitalisierung noch speziell wichtig scheint: „Die Aduno Gruppe steht für „the smart way to pay“ – doch der Kunde hat primär das Bedürfnis, eine Dienstleistung zu beanspruchen oder etwas zu kaufen. Unsere Aufgabe ist es, den Prozess des bargeldlosenn Bezahlens so einfach, sicher und schnell als möglich anzubieten – Security und Fraud (Missbrauch) sollen unsere Themen im Hintergrund sein.“Im Rahmen der Digital-Serie in Marketing&Kommunikation von Christoph Oggenfuss (markITing ag) standen die erste zwei Staffeln unter den Titeln «Digital – nicht trivial» und «Digital – from Talk to Walk». In der nun gestarteten dritten Staffel «Digital – walk before you run» geht es um das richtige Transformations-Tempo. Die weiteren Beiträge gibt es hier.

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