Zu guter Letzt: Spermien, die nicht zum Zug kommen dürfen

Für viele Chinesen ist der 1976 verstorbene Mao Tse-tung noch immer ein grosser, hochverehrter Staatsmann. Andere sehen in dem Grossen Vorsitzenden, der dreissig Jahre lang der kommunistischen Partei Chinas vorstand, eine Person, die besser nie geboren wäre. Zum Beispiel die Kreativen der Agentur Grey...

Für viele Chinesen ist der 1976 verstorbene Mao Tse-tung noch immer ein grosser, hochverehrter Staatsmann. Andere sehen in dem Grossen Vorsitzenden, der dreissig Jahre lang der kommunistischen Partei Chinas vorstand, eine Person, die besser nie geboren wäre. Zum Beispiel die Kreativen der Agentur Grey: Im Auftrag der Internet-Apotheke Doc Morris entwarfen sie eine heikle Werbekampagne für Kondome. In den Anzeigen sind Spermien zu sehen, eine davon trägt die typische Mao-Frisur, daneben prangt ein Kondom. Ähnliche Werbemotive zeigen ein Hitler-Spermium mit Schnurrbart und Seitenscheitel und ein Osama-bin-Laden-Spermium mit Turban und Bart.
Dass der Gründer der Volksrepublik China dabei in eine Reihe mit Hitler und dem Terroristenanführer Bin Laden gestellt wird als Mensch, dessen Zeugung durch Kondome besser hätte verhindert werden sollen, brachte zahlreiche Chinesen auf. Die chinesische Volkszeitung widmete dem Thema auf ihrer Website eine ganze Seite. Der Volkszorn entlud sich schon bald in zahlreichen Kommentaren. Laut der Global Times übersandte die Agentur dem chinesischen Konsulat in China ein Entschuldigungsschreiben.
Im vergangenen Jahr musste sich der französische Autobauer Citroën entschuldigen, nachdem er einen schielenden Mao mit schiefem Mund in einer Werbung in Spanien eingesetzt hatte. Dieser wurde schliesslich durch einen wütenden Napoleon ersetzt.

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