Schweizer Städte und Social Media

STADTMARKETING Die Behörden der grössten acht Städte der Schweiz sind auf Social Media präsent. Von den 100 bevölkerungsreichsten Städten ist rund ein Drittel offiziell in den sozialen Medien aktiv. Facebook ist der beliebteste Kanal, vor Twitter und YouTube. Social Media ist aber auch für kleinere Städte interessant. Dies ist das Resultat einer aktuellen Online-Recherche.
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Wie nutzen Schweizer Städte Social Media? Eine Online-Recherche von Social-Media-Berater Jürg Kobel gibt Aufschluss.Eine Recherche von Social-Media-Berater Jürg Kobel Ende Januar 2014 zeigt: Facebook ist nicht nur das meistgenutzte soziale Netzwerk bei Privatpersonen, sondern auch bei den Stadtverwaltungen. 23 Behörden der 100 grössten Schweizer Städte haben eine offizielle Facebook-Seite (siehe Liste in der Beilage). Die Rangliste mit den meisten «Fans» führt die Stadt Zug an. Städte wie Bern, Thun, Chur oder Aarau (Liste nicht abschliessend) betreiben keine offizielle Facebook-Seite, jedoch gibt es dort einzelne Dienststellen, die mit ihren Nutzern auf Facebook in Dialog zu treten versuchen.Auf Twitter haben sich von den untersuchten Städten bisher 15 gewagt, am aktivsten zeigt sich die Stadt St. Gallen mit über 3 300 Tweets. Diese Nachrichten über Twitter werden auch von über 3 100 Nutzern mitverfolgt. Den Höchstwert an Followers hat die Stadt Basel, welche allerdings den Twitter-Account mit dem Kanton Basel-Stadt teilt.YouTube und Google Plus12 Stadtverwaltungen präsentierten sich auf dem Videokanal YouTube. Hier kommen Politikerinnen und Politiker zu Wort, werden Bauprojekte vorgestellt oder allgemein Porträt- und Imagefilme der Städte gezeigt.Die Anzahl der Google Plus-Seiten mit 10 mag überraschen, hängt aber damit zusammen, dass die Einrichtung eines eigenen YouTube-Kanals ein Konto von Google bedingt, was automatisch zu einem Google Plus-Konto führt. Werden die Auftritte auf Google Plus näher betrachtet, zeigt sich, dass einzig die Städte St. Gallen, Luzern und Horw regelmässig Beiträge verfassen.Flickr, Instagram, Foursquare und XingBei der Online-Recherche wurden bei wenigen Behörden noch weitere soziale Netzwerke entdeckt. St. Gallen, Gossau und Pully zeigen Fotos auf Flickr, Zug quadratische Bilder auf Instagram. St. Gallen führt das standortbezogene Netzwerk Foursquare und die Stadt Kloten publiziert auf Xing ihre Stellenausschreibungen.Aktive und passive StädteSt. Gallen betreibt 6 Social Media Kanäle rege. Neuigkeiten auf vier Netzwerken verbreiten die Städte Luzern, Zug, Köniz und Horw. Die Anzahl der sozialen Netzwerke ist aber nur bedingt massgebend für eine erfolgreiche Social Media Strategie. Denn es genügt nicht, nur Konten zu erstellen. Wichtig ist die Bewirtschaftung danach.Das Bedürfnis mit dem Bürger zu kommunizieren ist nicht nur ein Anliegen der Grossstädte. Vorbildfunktion für einen zeitgemässen Dialog zeigen ebenso die Städte Gossau, Pully, Horw oder Amriswil.Als Grund für das Fehlen der Stadtverwaltungen auf Social Media dürften oft die Ressourcen stehen. Die Stadt Zürich lässt verlauten, dass der Twitter-Kanal aus Ressourcengründen nur im Notfall eingesetzt wird. Anfragen über Twitter werden jedoch beantwortet. Olten betreibt gar keinen Kanal und kommuniziert dies wie folgt: «Was die Social Media betrifft, so erlauben uns die personellen Ressourcen im Bereich Kommunikation derzeit nicht, einen Facebook-Auftritt für die gesamte Stadtverwaltung professionell zu betreiben.»AusblickEinige Städte sind erst seit kurzem auf Social Media aktiv. In der Zukunft wird sich die Anzahl erhöhen, denn in ein Kommunikationskonzept einer Stadtverwaltung gehört Social Media zweifelsohne. Der Aufwand zum Betreiben von Social Media muss richtig eingeschätzt werden. Mehraufwand gibt vor es vor allem anfänglich, wenn die Social Media Strategie und die Richtlinien dazu verfasst werden. Social Media dürfte aber in der Öffentlichkeitsarbeit einer Stadt immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit werden.
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