Presseunternehmen Espresso: Verleumdungsklage gegen Berlusconi eingereicht

Das Presseunternehmen Espresso hat im Streit um Enthüllungen über das Privatleben von Silvio Berlusconi eine Verleumdungsklage gegen Italiens Ministerpräsident eingereicht. Er habe sein Amt missbraucht, so der Vorwurf des linksgerichteten Unternehmens.

Das Presseunternehmen Espresso hat im Streit um Enthüllungen über das Privatleben von Silvio Berlusconi eine Verleumdungsklage gegen Italiens Ministerpräsident eingereicht. Mit seiner Anschuldigung gegen die von Espresso herausgegebenen Zeitung La Repubblica, das Blatt habe einen «umstürzlerischen Angriff» gegen ihn gestartet, habe Berlusconi sein Amt missbraucht, so das linksgerichtete Unternehmen laut einer Meldung der SDA. Ausserdem enthalte die bei einem Mailänder Gericht eingereichte Klageschrift den Vorwurf, Berlusconi habe sich mit seinem Boykottaufruf gegen La Repubblica des unlauteren Wettbewerbs und des Verstosses gegen die Regeln des Marktes schuldig gemacht.
Berlusconi hatte Espresso Mitte Juni nach Berichten über ausschweifende Partys in seiner Ferienvilla staatsgefährdende Machenschaften vorgeworfen. Die Wochenzeitschrift Espresso des gleichnamigen Verlags sowie La Repubblica veröffentlichten trotzdem am Dienstag und Mittwoch Abschriften von Tonaufnahmen, die von Gesprächen zwischen Berlusconi und einem Callgirl gemacht worden sein sollen. Wegen dieser Veröffentlichung drohte Berlusconi seinerseits dem Verlag mit einer Klage.
Der italienische Ministerpräsident bemühte sich unterdessen, die Wogen zu glätten. «Ich bin kein Heiliger, das haben Sie verstanden», sagte er am Mittwoch laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa bei einer Zeremonie zum Baubeginn einer Autobahn. Er hoffe, dass dies auch die Journalisten von La Repubblica verstünden.

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