NIQ Kaufkraft: Schweiz liegt in Europa auf Rang zwei

Die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft in Europa steigt 2026 auf 21.153 Euro. Die Studie «NIQ Kaufkraft Europa 2026» zeigt, dass die Unterschiede zwischen den 42 untersuchten Ländern erheblich bleiben. Die Schweiz belegt hinter Liechtenstein Rang zwei.

NIQ Geomarketing, powered by GfK intelligence, hat die Studie «NIQ Kaufkraft Europa 2026» veröffentlicht. Quelle: zvg
NIQ Geomarketing, powered by GfK intelligence, hat die Studie «NIQ Kaufkraft Europa 2026» veröffentlicht. Quelle: zvg

Die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft in Europa erhöht sich 2026 auf 21.153 Euro. Das zeigt die neue Studie «NIQ Kaufkraft Europa 2026», die NIQ Geomarketing ab sofort anbietet. Die Unterschiede zwischen den 42 untersuchten Ländern bleiben laut der Mitteilung jedoch erheblich.

Insgesamt beläuft sich die Kaufkraft der Europäer 2026 auf rund 14,5 Billionen Euro. Dieses Budget steht für Ausgaben in Bereichen wie Wohnen, Konsum, Dienstleistungen, Energie, Mobilität, private Altersvorsorge oder Freizeit zur Verfügung. Gegenüber dem revidierten Vorjahreswert ergibt sich ein nominales Wachstum von 4,4 Prozent.

NIQ Kaufkraft: Norwegen rückt um fünf Plätze nach vorne

Wie in den Vorjahren liegt Liechtenstein auf dem ersten Platz des Rankings. Die Liechtensteiner verfügen über eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 78.520 Euro, dem 3,7-Fachen des europäischen Durchschnitts. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Schweiz und Island. Die Pro-Kopf-Kaufkraft der Schweizer liegt mit 54.730 Euro rund 2,6-mal so hoch wie die des Durchschnittseuropäers, in Island stehen 44.692 Euro pro Kopf zur Verfügung.

Die grösste Veränderung gegenüber dem Vorjahr betrifft Norwegen: Das Land verbessert sich von Rang zehn auf Rang fünf und erreicht 35.947 Euro. Island und Luxemburg tauschen die Plätze und belegen nun Rang drei beziehungsweise Rang vier. Deutschland bleibt mit 31.193 Euro auf Rang neun. Auch ausserhalb der Top 10 gibt es Bewegung: Ungarn verbessert sich von Rang 30 auf Rang 27 (15.105 Euro), die Tschechische Republik gewinnt zwei Plätze und liegt mit 17.785 Euro auf Rang 21.

17 der 42 Länder liegen über dem europäischen Durchschnitt, 25 darunter. Die Kaufkraft ist in der Ukraine, im Kosovo und in Moldawien am niedrigsten. Die Ukraine belegt weiterhin den letzten Rang mit 3.456 Euro je Einwohner, rund 16 Prozent des europäischen Durchschnittswerts.

«Mit einem Plus von 4,4 Prozent wächst die Kaufkraft in Europa 2026 erneut spürbar», erklärt Carsten Buchart, NIQ-Experte für Geomarketing. «Auffällig ist, dass sich viele Märkte Mittel- und Südosteuropas dynamischer entwickeln als grosse Teile Westeuropas.»

Hauptstadtregionen liegen häufig über dem Landesdurchschnitt

In vielen Ländern konzentriert sich die Kaufkraft weiterhin in den Hauptstadtregionen. Besonders deutlich zeigt sich das in Rumänien: Landesweit liegt die Pro-Kopf-Kaufkraft bei 11.283 Euro, in der Region Bukarest bei durchschnittlich 22.941 Euro, mehr als dem Doppelten. Paris übertrifft mit 46.366 Euro den französischen Landesdurchschnitt um rund 80 Prozent. In Bratislava, Sofia, Prag, Budapest und Lissabon liegt das verfügbare Nettoeinkommen jeweils mindestens 25 Prozent über den nationalen Werten.

Nicht für alle Hauptstädte gilt das. Berlin liegt mit 30.178 Euro mehr als 1.000 Euro unter dem deutschen Durchschnitt von 31.193 Euro. In Brüssel bleibt die Kaufkraft rund 10 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Metropolregionen bündeln die grössten Marktpotenziale

Bei der gesamten Kaufkraft stehen bevölkerungsreiche Wirtschaftsräume weit oben. Die Île-de-France kommt auf rund 396 Milliarden Euro, die Lombardei auf 272 Milliarden Euro und die Metropolregion Istanbul auf 227 Milliarden Euro. In der Île-de-France und der Lombardei trifft eine grosse Bevölkerung auf eine Pro-Kopf-Kaufkraft von deutlich mehr als 25.000 Euro. Istanbul erreicht trotz 14.411 Euro pro Kopf aufgrund seiner Grösse ein vergleichbar hohes Marktpotenzial.

Informazioni sullo studio

Die Studie liegt für 42 europäische Länder auf feinräumigen Ebenen wie Gemeinden und Postleitzahlen vor, ebenso wie Daten zu Einwohnern und Haushalten sowie digitale Landkarten. Die Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen ohne Steuern und Sozialabgaben, inklusive Transferleistungen. Sie bezieht sich auf die nominal verfügbaren Einkommen und ist nicht inflationsbereinigt. Basis der Berechnung sind Daten der Einkommensteuerstatistik, Statistiken zu Transferleistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute.

Weitere Informationen gibt es in der Mitteilung von NIQ.

More articles on the topic