Eishockey-WM 2026: Fans gaben 186,7 Millionen Franken aus

Bei den 64 Spielen der Eishockey-WM 2026 in Zürich und Fribourg zählten die Veranstalter 467’000 Spielbesuche. Laut HWZ gaben die Fans 186,7 Millionen Franken aus, EBP berechnet eine Bruttowertschöpfung von 146 Millionen Franken für die Schweiz.

«Time to shine» in der Swiss Life Arena an der Eishockey-WM 2026. Quelle: zvg
«Time to shine» in der Swiss Life Arena an der Eishockey-WM 2026. Quelle: zvg

Ticketcorner und das Organisationskomitee haben die Eishockey-WM 2026 in der Schweiz vermessen lassen. Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich untersuchte die Ausgaben der Ticketkäuferinnen und Ticketkäufer, EBP die gesamtwirtschaftliche Wirkung des Anlasses. Bei den 64 Spielen in Zürich und Fribourg wurden 467’000 Spielbesuche gezählt. Die Fans gaben rund um die Spiele 186,7 Millionen Franken aus, vom Eintritt über die Anreise bis zur Übernachtung. EBP berechnet für die ganze WM eine Bruttowertschöpfung von 146 Millionen Franken in der Schweiz.

Die beiden Zahlen beruhen laut der Mitteilung auf unterschiedlichen Definitionen und methodischen Ansätzen. Die HWZ weist die hochgerechneten Ausgaben der Ticketkäuferinnen und Ticketkäufer aus. Bei EBP bilden die Gästeausgaben einen Bestandteil der gesamtwirtschaftlichen Berechnung der Bruttowertschöpfung, die den durch die WM geschaffenen Wertezuwachs in der Schweiz abbildet.

«Unsere Erwartungen wurden übertroffen, zuerst in den Arenen und jetzt auch in den Zahlen. Wenn sich unser Land wieder um einen Grossanlass bewirbt, liegt jetzt ein starkes Argument auf dem Tisch», sagen Marc-Anthony Anner, Verwaltungsratspräsident, und Christian Hofstetter, Generalsekretär des Organisationskomitees der IIHF Eishockey-WM 2026.

Eishockey-WM 2026: Knapp zwei Drittel der Wertschöpfung in den Gastgeberkantonen

EBP führt nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren Wertschöpfungsanalysen von Grossveranstaltungen durch. Im direkten Vergleich gehört die WM demnach zu den wertschöpfungsstärksten Sportanlässen, die je in der Schweiz stattfanden. EBP beziffert den ausgelösten Umsatz in der Schweiz auf 353 Millionen Franken, die Steuereinnahmen für Bund, Kantone und Gemeinden auf 12,3 Millionen Franken. Hinzu kommt ein Arbeitsvolumen im Umfang von rund 1100 Vollzeitäquivalenten.

Von der Wertschöpfung entfielen 66,2 Millionen Franken auf den Kanton Zürich, wo das Organisationskomitee seinen Sitz hat, und 26,6 Millionen auf den Kanton Freiburg. In der Vergleichsreihe von EBP liegt nur die Fussball-EM 2008 deutlich höher. Die letzte Heim-WM 2009 in Kloten und Bern kam auf 76 Millionen Franken, die Ski-WM 2017 auf 142 Millionen. In die Wertschöpfung fliessen die Ausgaben der Gäste, des Organisationskomitees, der Teams und der Sponsoren ein, dazu die indirekten Wirkungen bei Zulieferern.

«Die 2026 IIHF Eishockey-WM wirkte weit über die Arenen hinaus. Von ihr profitierten nicht nur Hotellerie, Gastronomie und Handel, sondern auch deren Zulieferer und Dienstleister aus zahlreichen weiteren Branchen», sagt Josephine Clausen, Projektleiterin bei EBP.

Ausländische Gäste gaben pro Eintritt rund 80 Prozent mehr aus

Für die gemeinsame Studie von Ticketcorner und der HWZ befragte das Center for Research & Methods der HWZ 2’218 Ticketholder. Schweizer Gäste gaben pro Eintritt durchschnittlich 403 Franken aus, Gäste aus dem Ausland 730 Franken. Am meisten Geld floss in Übernachtungen (52,7 Millionen Franken). Grosse Posten waren auch die Verpflegung (36,2 Millionen), die Reise (31,5 Millionen) und die Fanartikel (20,5 Millionen).

Vier von fünf Befragten kamen aus der Schweiz; entsprechend gering war bei ihnen mit durchschnittlich 0,2 Nächten die Zahl der Übernachtungen. Gäste aus dem Ausland blieben im Durchschnitt 3,5 Nächte. Wer übernachtete, wählte am häufigsten ein Hotel.

«Nach Grosskonzerten und dem ESC messen wir nun zum dritten Mal, was das Publikum rund um einen Grossanlass ausgibt. Die Ergebnisse der Eishockey-WM unterstreichen eindrücklich die wirtschaftliche Bedeutung von Events für die Schweiz. Diese Dimension muss auch der Politik bewusst sein, wenn sie über die Rahmenbedingungen für Grossanlässe entscheidet», sagt Oliver Niedermann, CEO von Ticketcorner.

Hohe Zufriedenheit und Reichweite in den sozialen Medien

97 Prozent der Befragten waren mit den Spielen sehr oder ziemlich zufrieden, 93 Prozent mit der Organisation. 95 Prozent würden einen solchen Anlass wieder besuchen. Bei allen drei Fragen liegen die Werte höher als beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel, den die HWZ mit derselben Methode untersucht hat. 71 Prozent der ausländischen Gäste haben Zürich oder Freiburg nach ihrer Reise im Bekanntenkreis empfohlen.

«Über ein Drittel der Ticketholder teilten während des Aufenthalts Inhalte auf Social Media und konnten so potenziell 23,9 Millionen Follower erreichen. Und es besteht noch weiteres Potenzial beim Sport: Bei zwei Top-Entertainment-Anlässen – einer davon der ESC – posteten jeweils mehr als die Hälfte der Gäste», sagt Prof. Dr. Claude Meier, Leiter des Center for Research & Methods der HWZ.

Thus was measured

EBP berechnete im Auftrag des Organisationskomitees die ökonomische Wertschöpfung. An den Spieltagen befragte EBP vor Ort 1’284 Besuchende, 520 von ihnen füllten in den drei Wochen nach dem Event zusätzlich einen Online-Fragebogen aus. Dazu kamen Befragungen der Teams und Sponsoren sowie direkte Daten des Organisationskomitees, etwa zu Budget, Tickets, Sicherheit und Medienschaffenden.

Die HWZ befragte im Auftrag von Ticketcorner vom 1. Juli bis 17. August 2026 online 2’218 Ticketholder, 1’778 aus der Schweiz und 440 aus dem Ausland. Die Antworten wurden nach Sprache und Herkunft gewichtet und auf die 403’834 bezahlten Eintritte hochgerechnet.

 

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