The 2026 gfm Marketing Award Goes to the «Zürcher Frauenverein»

Die gfm vergab am 27. Oktober ihren Marketingpreis 2026. Gewinnerin der diesjährigen Auszeichnung ist die ZFV-Genossenschaft. Nadja Lang, CEO nahm den renommierten Preis im Zürcher Kaufleuten entgegen.

Marcus Schögel, Nadja Lang, Jeannine Pilloud

Eine 130-jährige Erfolgsgeschichte zeigt im Zürcher Kaufleuten, wie moderne Markenführung, unternehmerische Haltung und gesellschaftliche Relevanz ineinandergreifen: Traditionsgemäss versammelte sich die Schweizer Marketing-Elite zur 85. Generalversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Marketing (GfM) im Zürcher Kaufleuten. Im Zentrum des Abends stand dabei jene Genossenschaft, die historische Wurzeln mit modernster Unternehmensführung verbindet: Die ZFV-Unternehmungen wurden mit dem renommierten GfM-Marketingpreis 2026 ausgezeichnet. Moderiert wurde der glanzvolle Abend von Sandra Studer

Der Award-Case: Wenn Zukunft Herkunft hat

Der ZFV ist das gewachsene Ökosystem eines starken historischen Vermächtnisses. Was 1894 von visionären Pionierinnen als «Zürcher Frauenverein» gegründet wurde, um gesellschaftliche Probleme unternehmerisch zu lösen, beweist heute eine beeindruckende Zukunftsfähigkeit. Mit rund 220 Betrieben in der öffentlichen und Gemeinschaftsgastronomie, der Sorell-Hotelgruppe sowie den KiMi Kinderkrippen verbindet die Genossenschaft wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung, Chancengerechtigkeit und Diversität.

Jeannine Pilloud, Präsidentin des Stiftungsrat gfm, Teamlead Partnership for Innovation ETH Zürich mit Moderatorin Sandra Studer

In einem anspruchsvollen, mehrstufigen Jurierungsprozess setzte sich der ZFV gegen starke Mitbewerber durch. Die Laudatio, vorgetragen von Jeannine Pilloud (Präsidentin des Stiftungsrates) brachte es auf den Punkt:

«Die ZFV hat gezeigt, wie Marketing auf Unternehmensführungs-Ebene wirkt: Märkte verstehen, neue Wertschöpfung schaffen, Menschen gewinnen und erfolgreich Unternehmersfolg mit gesellschaftlicher Wirkung verbinden.»

Der Mensch im Zentrum

Nadja Lang (CEO der ZFV-Genossenschaft), betonte auf der Bühne, dass zukunftsorientierte Unternehmensführung nicht bei starren internen Strukturen ansetzt, sondern bei den echten Bedürfnissen der Menschen. Wer als CEO den Erfolg sucht, darf Marketing nicht als isolierte, nachgelagerte Kommunikationsabteilung verstehen. Vielmehr ist es eine fundamentale Haltung, die Fragen der ganzheitlichen Gesundheit (physisch wie psychisch), gesellschaftliche Trends und starke Partnerschaften engführt.

Der ZFV beweist damit, dass Tradition und Innovation keine Gegensätze sind, sondern sich in einer Unternehmenskultur verstärken, die Vielfalt und Exzellenz vereint. Begleitet wurde dieser evolutionäre Weg von der Agentur Heads Corporate Branding, die den umfassenden Rebranding-Prozess von der Analyse bis zur visuellen Identität steuerte. Die strategische Neuausrichtung verlieh der Dachmarke mehr Strahlkraft auf dem Arbeitsmarkt, getragen vom Leitgedanken "Gut tut gut!».

Geopolitischer Gegenwind und unternehmerische Haltung

Um den Bogen zur Gesamtwirtschaft zu schlagen, führte der Abend vor der Preisverleihung vor Augen, in welch herausfordernden Zeiten sich Unternehmen bewegen. Christián Rodriguez Chiffelle vom BCG Center for Geopolitics in Genf betonte in seinem Referat, dass globale Verwerfungen, Handelsspannungen und technologische Machtverschiebungen ein „geopolitisches Muskelspiel“ verlangen. Unternehmen müssen heute über pure Effizienz hinausgehen, Wertschöpfungsketten verstehen und sich auf ihre eigene Resilienz besinnen.

Christián Rodriguez Chiffelle

Hochkarätige Kompetenz im GfM-Vorstand

Passend zu diesen strategischen Herausforderungen wählte die GfM an der Generalversammlung sechs hochkarätige und äusserst erfahrene Führungspersönlichkeiten neu in den Vorstand:

  • Cédric Boehm (Nestlé Suisse)

  • Guntram Friede (Celonis)

  • Alexander Haldemann (Publicis Communications Schweiz)

  • Tom Hanan (Webrepublic)

  • Joy Müller (Swica)

  • Thomas Schwetje (Coop)

Joy Müller gewährte im Bühnentalk tiefe Einblicke in ihren Werdegang, der sie von Mathematik und Versicherungs-Expertise in Spitzenpositionen geführt hat. Sie unterstrich, dass Marketing keine isolierte Abteilung ist, sondern ein zentraler Hebel für exzellente Unternehmensführung.

Sandra Studer im Talk mit Joy Müller

Es geht darum, über Abteilungsgrenzen hinweg zu denken, komplexe Probleme greifbar zu machen und durch einen starken Teamgeist echte Werte zu stiften. Ein glänzender Ausklang eines Abends, der zeigte, wie stark die Schweizer Marketing- und Unternehmenslandschaft aufgestellt ist.

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