AI interviewer Underheard asks customers questions instead of making guesses

Das Zürcher Startup Underheard macht seinen KI-Interviewer für alle Unternehmen verfügbar. Die Plattform führt rund um die Uhr Kundeninterviews durch und bereitet die Antworten zu strukturierten Erkenntnissen auf.

Das Zürcher Startup Underheard hat seinen KI-Interviewer für alle Unternehmen verfügbar gemacht. Die Plattform führt Kundeninterviews zu jeder Tages- und Nachtzeit durch und bereitet die Antworten zu strukturierten Erkenntnissen auf. Organisationen sollen damit qualitatives Feedback von weit mehr Menschen sammeln können, als ein Forschungsteam allein erreichen könnte.

Befragen statt simulieren

Interviews gehören laut Mitteilung nach wie vor zu den verlässlichsten Möglichkeiten, Kunden zu verstehen. In grossem Umfang seien sie jedoch zeitaufwendig und teuer. Immer mehr Unternehmen simulierten deshalb mit KI-Modellen, wie Kunden oder die Öffentlichkeit antworten würden. Das Pew Research Center prüfte diesen Ansatz in einer am 30. September veröffentlichten Studie anhand eigener Umfragen. Die von zwei KI-Modellen erzeugten Antworten wichen demnach im Durchschnitt um rund 12 Prozentpunkte von den Antworten realer Befragter ab.

«Einige Unternehmen lassen KI inzwischen erraten, was ihre Kunden sagen würden. Wir fragen sie lieber selbst», sagt Navid Mani, Mitgründer und CEO von Underheard.

So funktioniert der KI-Interviewer Underheard

Underheard setzt KI beim Interview selbst ein, nicht als Ersatz für die befragten Menschen. Ein Team beschreibt, was es erfahren möchte, und die Plattform erstellt das Interview. Dieses kann von einem kurzen Feedbackgespräch bis zu einer vollständigen Marktforschungsstudie reichen. Die KI führt jedes Gespräch und stellt Rückfragen auf Grundlage der Antworten der jeweiligen Person. Anschliessend gruppiert sie die Antworten nach Themen und verknüpft jede Erkenntnis mit den zugrunde liegenden Zitaten. Die Ergebnisse sollen innerhalb von Minuten verfügbar sein.

27 Organisationen in drei Monaten

In den ersten drei Monaten hat Underheard nach eigenen Angaben Interviews für 27 Organisationen durchgeführt, von Hotels bis zu multinationalen Marken. Darunter war ein Marathonveranstalter, der Läufer einlud, nach der Veranstaltung von ihrem Rennen zu erzählen. Die meisten Gespräche der ersten Nacht fanden nach 22 Uhr statt, als kein menschliches Team verfügbar gewesen wäre.

Die Bereitschaft, mit einer KI zu sprechen, steht laut Mitteilung im Einklang mit jüngerer Forschung. In einem Feldexperiment von Forschenden der Chicago Booth und der Erasmus University bevorzugten 78 Prozent der Bewerber, die die Wahl hatten, einen KI-Sprachinterviewer gegenüber einem menschlichen Recruiter. Andere Studien hätten gezeigt, dass Menschen längere Antworten geben, wenn sie sprechen, als wenn sie tippen.

Jede:r kann unter underheard.ai/start im Browser und ohne Anmeldung mit Lina, dem KI-Guide von Underheard, sprechen. Unternehmen können dort auch ihre zwei kostenlosen Wochen starten. Underheard wird von SFF Studio unterstützt, dem Venture Studio des Swiss Founders Fund.

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