Frédéric Lelièvre kehrt zu «Le Temps» zurück
Frédéric Lelièvre, eine prägende Stimme des Schweizer Wirtschaftsjournalismus, stösst ab dem 1. September 2026 wieder zur Redaktion von «Le Temps». Er wird ein neues redaktionelles Projekt zu Finanzen und Wirtschaft leiten.

Mit Frédéric Lelièvre kehrt eine bekannte Persönlichkeit des Schweizer Wirtschafts- und Finanzjournalismus zu «Le Temps» zurück. Ab dem 1. September 2026 wird er laut Mitteilung ein neues redaktionelles Projekt leiten, das sich den grossen Finanz- und Wirtschaftsthemen widmet.
Frédéric Lelièvre Le Temps: eine Rückkehr mit Gewicht
Nach sechs Jahren als CEO und Chefredaktor von L’Agefi soll Lelièvre bei «Le Temps» in enger Zusammenarbeit mit der Direktion, der Chefredaktion, der Leiterin der Wirtschaftsrubrik sowie den Wirtschafts- und Finanzjournalist:innen die Berichterstattung über Märkte, Finanzen, Unternehmen und wirtschaftliche Transformationen stärken. Die Rückkehr markiert gemäss der Mitteilung den Willen des Titels, seine editoriale Expertise in diesem Bereich auszubauen.
Lelièvre studierte Wirtschaft und Finanzen an der Universität Rennes-I und ergänzte seine Ausbildung an Sciences Po Paris mit einem DEA in angewandter Wirtschaft für Unternehmen und internationale Finanzen. Seine journalistische Laufbahn begann er 1997 bei der französischen Wochenzeitschrift «Problèmes économiques».
Sechzehn Jahre beim «Le Temps» – und ein Abstecher nach Hongkong
Im Jahr 2001 stiess Lelièvre erstmals zu «Le Temps», wo er während 16 Jahren an der Entwicklung der Wirtschaftsberichterstattung mitwirkte. Von 2008 bis 2014 leitete er die Rubrik Économie & Finance. Anschliessend zog er nach Hongkong, wo er als Korrespondent für mehrere Medien tätig war – darunter «Le Temps», «Le Figaro» und TV5 Monde. Er berichtete über den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas und der asiatischen Märkte sowie über die Regenschirmbewegung, den ersten grossen politischen Widerstand der Hongkonger:innen gegen Peking. Diese internationale Erfahrung habe laut Mitteilung seinen journalistischen Ansatz nachhaltig geprägt, an der Schnittstelle globaler Finanzfragen und geopolitischer Realitäten.
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz 2017 war Lelièvre beim Start von CNNMoney Switzerland als stellvertretender Chefredaktor beteiligt. Im Jahr 2020 übernahm er die Leitung und Chefredaktion von L’Agefi, wo er die redaktionelle und digitale Transformation des Titels gesteuert haben soll.
Ausgezeichneter Autor und Präsident des Club suisse de la presse
Neben seiner journalistischen Arbeit hat Lelièvre gemeinsam mit François Pilet das Buch «Krach Machine» über den Hochfrequenzhandel verfasst, das 2013 mit dem Prix Jean Dumur ausgezeichnet wurde. Seit 2024 ist er Präsident des Club suisse de la presse und gilt damit als eine der einflussreichen Persönlichkeiten im Westschweizer Wirtschaftsjournalismus.
«Le Temps» ist das einzige französischsprachige Tagesblatt mit nationalem und internationalem Anspruch in der Schweiz. Seit Januar 2021 gehört es der Fondation Aventinus. Der Titel beschäftigt nach eigenen Angaben rund 170 Mitarbeitende, darunter Korrespondent:innen in Washington, Brüssel und Paris, und stützt sich auf ein weltweites Netz freier Journalist:innen. Gegründet im März 1998, geht «Le Temps» aus der Fusion des «Journal de Genève», der «Gazette de Lausanne» sowie des «Nouveau Quotidien» hervor.
Weitere Informationen zu «Le Temps» finden sich unter https://www.letemps.ch.
