FHGR-Studierende beraten GKB, Surselva Tourismus und die Klibühni

Studierende des Bachelorstudiums Multimedia Production an der Fachhochschule Graubünden arbeiteten zwei Semester lang als eigenständige Agenturen für reale Kundinnen. Surselva Tourismus, die Graubündner Kantonalbank und das Theater Klibühni Chur liessen sich von den angehenden Kommunikationsprofis beraten – von der Problemstellung bis zur echten Überführung der Projekte in die Praxis.

Studierende des Major Communications Management
Die Studierenden arbeiteten zwei Semester lang als eigenständige Agenturen. Quelle: zvg

Im Major Communications Management des Bachelorstudiums Multimedia Production arbeiten die Studierenden zwei Semester lang als eigenständige Agenturen und entwickeln Kommunikationsstrategien, Kampagnen und Markenauftritte für reale Kundinnen: von der Auftragsanalyse über die Strategie und kreativen Ausarbeitung bis zur Projekteinführung. Die Studierenden übernehmen echte Projektverantwortung inklusive eigenständiger Kundenberatung und Budgetverwaltung. Begleitet werden sie «hinter den Kulissen» von Dozent Bruno Schatz sowie von den Kommunikationsprofis Robin Mark, Co-CEO von Rob Nicolas, und Ferris Bühler, CEO Ferris Bühler Communications, die als Coaches und Sparringpartner agieren.

Gen Z im Fokus bei der GKB

Im ersten Semester arbeiteten die Studierenden mit der Graubündner Kantonalbank (GKB). Ziel war es, die GKB im Relevant Set der Generation Z (15–20 Jahre) zu verankern – sowohl als attraktive Arbeitgeberin als auch als Finanzpartnerin – und die Distanz zu abstrakten Bankthemen durch eine emotional aufgeladene Marke zu verringern. «Die Studierenden haben uns überrascht», sagt Jann Andrea Roffler, Leiter Marketing und Kommunikation der GKB. «Ihre Ideen, Konzepte und Prototypen waren das Ergebnis einer systematischen und zugleich kreativen Herangehensweise. Die Projektresultate sind für uns sehr wertvoll.»

Kampagne «Komm nicht in die Surselva, …»

Für Surselva Tourismus entwickelte eine Studierendenagentur eine Winterkampagne zur Ansprache der Zielgruppe 45+. Die Kampagne «Komm nicht in die Surselva, …» setzt auf Ironie statt klassischer Versprechen: «Komm nicht in die Surselva, hier sind die Pisten viel zu leer» oder «… sonst willst du bis im Frühling bleiben» positionieren die Destination als Gegenentwurf zum Massentourismus mit Fokus auf Ruhe, Raum und Qualität. Surselva trägt das Label Swisstainable und strebt die TourCert-Zertifizierung an.

Instagram-Post der Kampagne Komm nicht in die Surselva
Die Kampagne setzt auf Ironie und humorvolle Ansprache. Quelle: zvg

Ab Anfang Januar laufen Plakate in Zürich, St. Gallen und Chur sowie Social-Media-Videos mit einem «Alpöhi», der trocken-humorvoll erklärt, warum man besser nicht in die Surselva kommen sollte. «Die Zusammenarbeit war für uns wie ein kreativer Frischluftschub», sagt Karsten Friedrich, Marketingleiter Surselva Tourismus. «Sie haben unsere Zielgruppe 45+ mit viel Empathie und überraschenden Ideen angesprochen und wie eine eingespielte Agentur gearbeitet. Die Kampagnen übernehmen wir direkt in unsere Saisonkommunikation.»

Eine weitere Studierendenagentur konzipierte eine Mitmachaktion: Gäste senden persönliche Surselva-Momente auf Postkarten an den ehemaligen Spitzenskifahrer Carlo Janka. Ausgewählte Motive werden ab Sommer 2026 als Plakatkampagne ausgespielt.

Gen-Z-Perspektive fürs Theater

Für die Klibühni Chur entwickelte eine Studierendenagentur ein Instagram-Reels-Konzept mit Alltagsdramen und dem Claim «Theater gibt’s überall – aber lieber in der Klibühni». Als ein Schauspieler absagte, sprang Geschäftsführer Jann Clavadetscher ein. Ein weiteres Studierendenteam erarbeitete parallel ein Social-Media-Handbuch mit Reels zur neu anlaufenden Produktion «Après Ski». «Die Studierenden haben unsere Theaterwelt mit Gen-Z-Augen neu erzählt und pragmatische Lösungen entwickelt, die zu begrenzten Ressourcen und hohen Ansprüchen passen», sagt Jann Clavadetscher. «Alles fliesst Schritt für Schritt in unsere Kommunikation ein.»

Von Studierenden zu Kommunikationsprofis

Die Multimedia-Production-Studierenden der FH Graubünden arbeiteten in unterschiedlichen Rollen in ihren Studierendenagenturen, und dies unter realem Druck – von der Beratung bis zur Umsetzung. «In der multimedialen Produktion sind wir fit. Aber Kundinnen ganzheitlich zu beraten, zu verhandeln, zu entscheiden und konkret umzusetzen, auch etwa kostenpflichtige Kampagnen zu buchen – das waren neue wertvolle Erfahrungen», sagen die Studierenden und führen aus: «Unsere Entscheidungen haben Konsequenzen – im positiven Sinne, wenn etwas wirkt, aber auch wenn wir nachjustieren müssen.»

Theorieinputs, Gastreferate, Betriebsbesichtigungen und Karriere-Tage bilden die Basis im Major Communications Management. Wann immer möglich findet der Unterricht bei den Kundinnen statt. Dieser Major ist Teil des Bachelorstudiums Multimedia Production. Beim Abschluss verfügen die Studierenden über Schnittstellenkompetenzen im Bereich der multimedialen Gestaltung und Produktion. Ihnen steht eine Vielzahl an Karrieremöglichkeiten in einem lebendigen, kreativen und vielseitigen Arbeitsumfeld oder im eigenen Start-up offen. Das Joint-Degree-Studium wird gemeinsam von der FH Graubünden und der Berner Fachhochschule BFH, Departement Hochschule der Künste Bern (HKB), angeboten.

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